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Cluedo: Sabotage auf hoher See

Cluedo: Sabotage auf hoher See - Ausschnitt - Foto von Hasbro

Hasbro Gaming versucht mit drei Krimispielen auf den Zug der Escape-Room-Spiele aufzuspringen. Alle sind fein säuberlich in die Thematik von Cluedo eingepasst. Aber dennoch unterscheiden sie sich ganz wesentlich vom Original.

Die hier rezensierte Veröffentlichung Cluedo: Sabotage auf hoher See ist vielleicht der leichteste der drei Fälle. Die anderen sind Cluedo: Raub im Museum und Cluedo: Verrat in der Villa. Die Schwierigkeitsstuf von Cluedo: Sabotage auf hoher See ist auf der Packung mit 2/5 angegeben. Ein klassisches Einsteigerspiel?

Worum geht es bei Cluedo: Sabotage auf hoher See

Wie beim Original schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle der bekannten sechs Personen: Oberst von Gatow, Reverend Grün (ehemals Direktor Grün), Baronin von Porz, Fräulein Gloria (ehemals Frau Weiß), Professor Bloom und Dr. Orchidee (ehemals Fräulein Ming). Hier wetteifern jedoch nicht alle gegeneinander, sondern der Fall ist kooperativ zu lösen.

Die Story: Auf der Jacht geschieht etwas …

Anfangs befinden sich alle sechs Figuren (unabhängig von der Gruppengröße) auf einer Jacht. Dann geht aus ungeklärten Gründen der Kapitän über Bord. Die Gruppe hat nun gleich zwei Probleme. Zum einen steuert das Boot führungslos durch das Meer – und das Wetter verschlechtert sich. Zum anderen scheint der Kapitän nicht freiwillig gesprungen zu sein. Darauf deuten ersten Spuren hin. Schon sind alle mittendrin in einem Kriminalspiel, bei dem das Rätsel um den Kapitän zu lösen ist.

Der Mechanismus von Cluedo: Sabotage auf hoher See

Die Frage lautet nun: Wie funktioniert das Ermitteln? Denn am Ende sollen alle gemeinsam herausfinden, warum der Kapitän ins Wasser musste und wer daran Schuld hat – jeweils in allen Einzelheiten.

Es beginnt auf der Starlight Lounge. Wer am Zug ist, setzt seine Figur auf ein freies Feld. Die Felder zeigen eine Nummer. Die Nummer steht für eine Karte. Also wird diese gezogen und vorgelesen. Mal findet die Gruppe so Spuren, Beweise, aktiviert Aussagen auf weiteren Karten oder findet Gegenstände. Mal bringen die Kartentexte die Geschichte voran.

Recht häufig gibt es kleine Aufgaben auf den Karten. Diese haben das typische Knobel-Element, das von Escape-Room-Spielen bekannt ist. Dennoch sind harte Kopfnüsse selten. Cluedo – Sabotage auf hoher See ist eben eher ein Krimispiel als ein Escape-Room-Szenario.

Cluedo: Sabotage auf hoher See - Material - Foto von Hasbro

Die Aufgaben sind relativ einfach

Die Aufgaben lassen sich meistens recht schnell lösen. Allerdings sind in der Regel weitere Karten dafür erforderlich, sodass die Gruppe die richtigen Felder besucht haben muss. Erst dann sind alle Details der Aufgabe vorhanden und die Lösung ist möglich.

Teilweise ist es erforderlich, zwei Karten zu kombinieren. Dabei ergibt sich an den Kartenrändern ein Code. Deutet dieser auf eine Kartennummer hin, könnte es eine Lösung sein. Diese ist mit der betreffenden Karte zu verifizieren.

Die Schiffssteuerung ist ein Highlight

Besonders gelungen ist die Schiffssteuerung. Nicht vergessen: Die Jacht steuert anfangs führungslos über die Wellen. Also muss irgendwer das Steuer übernehmen. Um das zu schaffen, sind mehrere kleine Aufgaben mit Steuerelementen zu lösen. Der kleine Kasten hat in der Partie die Form von dicker Pappe mit einstellbaren Rädchen. Dieses Konstrukt ist Teil der Lösung, nur muss die Runde erst herausfinden, wie das Teil zu bedienen ist.

Die Lösung finden

Durch Beweise und Indizien verdichten sich die Hinweise. Es ist sicher: Einer der Runde muss Täter sein. Doch wer. Genau diese Frage gilt es zu beantworten. Und zwar mit Erläuterung. Nur dann kann die Runde am Ende siegreich sein. Die Auflösung findet über einen Umschlag mit einer ausführlichen Erläuterung statt. Doch zuvor kommt es zu einem kleinen Showdown.

Kritik an der fehlenden Komplexität

Krimispiele leben davon, Spuren nachzugehen, Indizien zu sammeln und Hypothesen aufzustellen. Das alles fehlt bei Cluedo: Sabotage auf hoher See leider völlig. Zwar gibt es durchaus das Abwägen und Raten. Die meiste Zeit nimmt der Mechanismus die Gruppe  jedoch zu stark an die Hand.

Ermittlungen an der Leine

Das Problem dabei sind im doppelten Sinne die Karten. Diese verraten zum einen recht viel, lassen zum anderen jedoch keinen Freiraum. Ganz im Gegenteil: Teilweise sind die Felder in der gedachten Reihenfolge zu begehen, um genau die Informationen zu bekommen, die gerade erforderlich sind. Es ist kaum möglich, erst viel zu sammeln oder eigene Ideen zu entwickeln. Der Ablauf bestimmt das Voranschreiten und das Rätseln maßgeblich mit. Das ist bedauerlich und killt den Spaß stellenweise deutlich.

Unstimmigkeiten beim Lösen sind möglich

Durch die zu stark „geskriptete“ Story entsteht jedoch noch etwas. An der einen oder anderen Stelle war die Lösung hakelig, weil gar nicht alle Details bekannt waren. Dennoch musste eine Lösung vorliegen, um weiterzukommen. Das kann ein Spielfehler sein, aber ich denke, dass hier der Ablauf nicht perfekt passte.

Das Krimispiel ist allein oder zu zweit am besten

Cluedo: Sabotage auf hoher See ist ein typisches Krimispiel. Wer in Ruhe lösen möchte, sollte allein oder zu zweit an die Aufgabe gehen. Mehr Leute bringen zwar mehr Ideen. Da der Ablauf aber sehr stringent ist, besteht die Gefahr, dass bei steigender Gruppengröße der Reiz für einzelne Personen verloren geht. Es gibt schlicht zu wenig parallel zu machen.

Fazit zu Cluedo: Sabotage auf hoher See? Das geht besser!

 

Cluedo: Sabotage auf hoher See - Schachtel - Foto von Hasbro

Die Rätsel sind wirklich überwiegend einfach. Daher ist dieser Fall ein guter Einstieg in die Reihe. Ich hätte mir ein paar kniffeligere Aufgaben gewünscht. Gegenüber Spiele-Reihen wie Sherlock, Unlock oder auch Exit – Das Spiel fehlt den Cluedo-Fällen das gewisse Etwas, der Aha-Effekt beim Lösen. Gelungen ist dagegen die Hintergrundgeschichte, die sich während der Partie gut herauskristallisiert. Alles in allem ist es ein schöner Einstieg in Krimispiele, mehr aber leider nicht.

Infos zu Cluedo: Sabotage auf hoher See

  • Titel: Cluedo: Sabotage auf hoher See
  • Verlag: Hasbro/Hasbro Gaming
  • Spieleranzahl (von bis): 1-6
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 90
  • Jahrgang: 2022

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