Wo bleibt der Reiz?

Wenig Innovation in der Spielewelt

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 07.02.2010
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Als ich im Februar 2010 auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg war, habe ich die vielen Neuheiten zur Kenntnis genommen. Und irgendwie nur zur Kenntnis genommen. Es war einfach kein Spiel dabei, dass mich sofort zum Spielen animiert hätten.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, das ist ein Jammern auf allerhöchstem Niveau. Die letzten Jahre haben die Verlage die Spieler, auch die Kinder und Familien, immer wieder mit schönen Spielen verwöhnt. Aber ein Aspekt drängt meiner Meinung nach immer mehr in den Vordergrund: Spiele ähneln sich allein optisch alle sehr. Viele kleine Holzwürfel, ein paar Figuren und Pappplättchen und schon vermuten Spielefreaks ein tolles Spiel für Vielspieler. Ein kleiner Holzpirat, eine Hexe, ein nettes Boot, ein Magnet und schon haben wir ein ansprechendes Kinderspiel. So einfach ist das eigentlich. Die Themen sind austauschbar und kehren doch immer wieder, die Mechanismen sind nicht neu, es gibt eine Art Entwicklungsstillstand.

Auch hier möchte ich nicht falsch verstanden werden: Es gibt tolle Spiele, die ich auch immer wieder gerne spiele. In letzter Zeit mehren sich bei mir aber die Eindrücke, dass es eher darauf ankommt, bekannte Sachen wohl zu kombinieren, um etwas Gutes zu produzieren. Auch ist die Masse der Spiele handwerklich einfach solide gemacht. Vielleicht ist es das aber: Autoren und noch viel mehr die Verlage setzen auf Nummer sicher und gehen wenig Risiken ein. Was soll man auch ein innovatives Spiel bringen, das keinen Käufer findet, wenn gleichzeitig ein handwerklich gutes Produkt die gewünschten Verkaufszahlen erreicht?

Was meine ich nun eigentlich: Ich ging durch die Hallen der Spielwarenmesse und habe ehrlich gesagt so gut wie kein Spiel gefunden, das ich mir sofort kaufen möchte. Nun sind die Spiele in Nürnberg nicht spielbar und nur durch eine Regelerklärung hat man keinen Spaß oder kann einen Eindruck bekommen. Aber es reizt mich auch keins, gleich loszuspielen. Und wenn mein Eindruck ist, dass ausgerechnet Hasbro mit noch einmal ausgerechnet der Monopoly-Version Monopoly U-Built vor dem Hintergrund der bekannten Verlagspolitik mit am innovativsten erscheint, dann versteht man mich eventuell. Wenn Hasbro etwas aus seiner Haut kann, warum dann nicht andere Verlage?

Ganz ehrlich: Wo ist das Spiel, das optisch sofort zum Losspielen reizt? Sicher, wenn ein neues gutes Spiel auf dem Tisch liegt, freue ich mich, spiele es gerne und küre es vielleicht sogar zu meinem Lieblingsspiel. Zuletzt geschehen bei Macao und Vasco da Gama. Aber auf eine Art, dass ich Bekanntes vor mir habe, das neu zusammengesetzt wurde und mir die Spieltiefe oder der Spaß Freude bereitet. Das heißt: Das Spiel ist handwerklich eben gut. Wenn ich es ab er auf einer Messe oder im Laden „nur“ sehe, wäre es dann meine erste Wahl? Würde mich die hundertste Variation eines Mittelalter-Städtebau-Spiels noch reizen? Würde ein weiteres Stichspiel meine erste Wahl sein? Würde ein neues Weltraum- oder Besiedelungsszenario in meine Einkaufstasche wandern? Beide genannten Spiele hätte ich mir als Nicht-Rezensent auf Grundlage allein von Spielregeln, Optik, Erfahrungsberichten usw. wohl nicht gekauft. Auch wenn ich beide Spiele wirklich sehr mag, hätte ich es vermutlich nicht einmal bereut.

Zwischendurch haben die deutschen  Autoren und Verlage die Entwicklung bestimmt. Dann kamen Italiener, Franzosen und Osteuropäer. Sie zeigten in Nuancen, dass handwerklich gute Spiele auch mit besinnungslosen Spielspaß oder frischen Herausforderungen kombinierbar sind. Das tat der Spieleentwicklung extrem gut. Aber diese Entwicklung passt sich  grenzübergreifend an und am Ende gibt es einen neuen, verbesserten spielerischen Mainstream - für Freaks wie für Gelegenheitsspieler oder Kinder!

Natürlich gab es in Nürnberg schöne Spiele zu sehen. Aber wenn das besagte Monopoly, ein politisch absolut unkorrektes Revolution oder ein Snapshot, was ein stinknormales Geschicklichkeitsspiel ist, mir positiv in Erinnerung bleiben, weiß ich, dass ich wirklich Neues vermisse. Wo sind die unverbrauchten Gesamtkunstwerke? Wo sind die neuen Techniken und Materialien? Wo sind die neuen Mechanismen? Wo sind die wenigstens selten benutzten Themen?

Es ist vielleicht, aber sicher nicht nur eine persönliche Sicht, vielleicht ein Einstellungsproblem. Auf jeden Fall ein Jammern auf höchstem Niveau. Aber andererseits ist es auch in meinen Spielerunden unübersehbar: Alt bewährt und gut wird leider langsam langweilig. Frische Konzepte braucht das Spielerland.

Kommentare

Hallo Werbe-Michael, ;)

Was kannst Du denn solchen Angeboten wie Dixit, Gift Trap, Space Allert oder Gonzaga abgewinnen?

Meinst Du, dass diese Spiele zu den gut verkauften Spielen gehören? Ich mag ihnen eine gewisse Frische zu sprechen. Aber genau damit stehen sie sich selbst im Weg.

Im Müller Markt konnte ich beobachten, mit welcher Begeisterung  die potenziellen Käufer vor den neuen Varianten von Monopoli, Uno, Aktiviti (schreibt man das so?) standen. Carcassonne zum 8. Mal und das Dutzend wird bestimmt noch voll.

Das verkauft sich aber. DIE Kunden verlangen NICHST ANDERES! und sind zufrieden. Der Produzent traut sich "nichts anderes" in die Regale zu stellen und kann sich Alternativen auch nicht leisten - wenn es in den Regalen kleben bleibt.

Ich habe mir auf der Messe den Mattel ?Stand? angesehen. Es werden gezielt die Lizenzen von erfolgreiche Produkten zusammen gekauft und vermarktet. Das Teil wird so oft gewandelt, bis es für Junior und Senior, für drinnen und draußen passt. Und! Mattel ist ein international erfolgreicher Konzern.
Ich weiß gar nicht, wie es dazu kam, dass die mit einem Brettspielgruppen-Fuzzi aus der bayerischen Provinz ein Gespräch wollten. :)

Meiner Meinung nach bist !Du! schuld. Kaufe innovative Spiele und Du wirst dem Produzenten eine Freude mit seiner Arbeit bereiten.

Liebe Grüße

werbefreier Nils (der sich fragt, ob Yvio es schaffen wird)

Hallo Nils,

ja, da stimme ich zu. Genau das meine ich ja. Ausgerechnet Hasbro schafft mit Monopoly U-Built etwas, in seinen engen Marktgrenzen, was ich für diesen Verlag fast schon als Revolution betrachte. Und alle anderen veröffentlichen brav ihre Holzsteine-Aufbauspiele mit bekannten Themen. Und da behaupte ich: Nein!  Nein, Käufer kaufen die von dir genannten, aber sie wären dankbar für etwas, was mal ganz anders ist. Ganz neu. Und wenn es einen dicken Aufkleber der Marke "mit toller 3-Dimensionalität" oder "erstmalig als Thema: Mord hinter dem Theatersessel" oder oder oder hat, ja dann werden Leute auch aufmerksam und kaufen. Nur was soll denn neugierig machen? Es gibt ja nichts Passendes!

Monopoly und Co. sind eine Sache, der Stillstand in der Spieleentwicklung eine andere. Hier muss etwas passieren, sonst setzen wir in 5 Jahren noch brav Holzklötzchen auf Aktionsfelder und Wertungsleisten. Dann reden wir vielleicht von neuen oder modifizierten Themen, aber nicht mehr von neuen Mechanismen und innovativen Spielen. Wem das reicht ...

Du hast doch gesehen, was in Nürnberg präsentiert wurde: Nichts, was sofort im Kopf bleibt. Alles unauffälliger Durchschnitt auf einem hohen Niveau. Aber eben Durchschnitt.

Michael

Hallo Michael,

An und für sich kann ich ganz persönlich deine Meinung nachempfinden. Gleichzeitig muss man sich dann aber auch eingestehen: Zu wenig neues? Das ist kein Blick in die weite Welt sondern ein Blick in sein Inneres. Dass man nämlich schon vieles gesehen und gespielt hat. Und das wiederum ist untypisch für einen Normalspieler, der vielleicht 1x im Monat spielt. Oben wurden gute Spiele genannt, Dixit kommt auch in unserer Runde gut aber. Aber auch ein sehr innovatives Freibeuter der Karibik ist mal was anderes, mehr Atmosphäre. Oder ein Sapce Alert. Waren das aber Verkaufsschlager? Da fehlen mir die Zahlen, ich denke eher nein.

Tja Michael, wir kennen halt schon viele Spiele und da braucht es eben sehr viel damit man sagt: Woow, das kenne ich so noch nicht.

 

LG,

Harry

Hallo Michael,

> Nein, Käufer kaufen die von dir genannten, aber sie wären dankbar für etwas, was mal ganz > anders ist. Ganz neu.

Wo hast Du denn diese Erfahrung gemacht? Etwa in Deinem Umfeld? Oder spricht nun die Langeweile aus Dir, weil Du über nur wenig Neues zu berichten hast?

Ich bin da der Meinung, dass wir den Innovationen noch etwas Zeit geben dürfen, als solche erkannt zu werden.
Uns fällt doch nur ins Auge und erlangt Bewußtsein, was wir zuvor auch einmal erfahren haben (wiedererkennen). Trau Du Dich erst einmal an ein paar Spiele heran, die Dir komisch vorkommen oder lese ein paar Berichten, die über Sonderbares zu erzählen haben.
Ich bin jedenfalls froh, im Herbst einen Kommentar über Gonzaga gelesen zu haben und dass ich mich trotz dieser sonderbaren Plastikteile vor einigen Wochen drüber gemacht habe, das Spiel auszuprobieren.
Wann schreibst Du eigentlich eine Rezi über Gonzaga. Bei der Innovation bist Du nämlich in Verzug. :)

Derweil bereite ich einen Thementag in der Stadtbücherei vor. Am Weltspieletag möchte Brettspiele mit elektronischer Unterstützung vorstellen. Monopoly, Uno Flash, Yvio, Wer/Wo war´s?, ?Tiptoi? - Innovationen genug?
Mal schauen, wer sich alles davor früchten wird.

Liebe Grüße

nun werbender Nils
Aiblinger Zockerbande

Genau das meine ich ja. Du hast erst einen Bericht lesen müssen ... Ich vermisse Spiele, die sofort Interesse wecken und nich immer gleich aussehen (und ähnlich funktionieren). Dass dies ein Jammern auf höchstem Niveau ist, habe ich ja geschrieben. Aber bei einem Überangebot von thematisch ähnlichen Spielen, die für (jede Spielergruppe) mehr oder wneiger ähnliche Mechanismen versprechen, fehlt mir das, was mich beim ersten Hinsehen "anmacht".

Noch einmal zur Verdeutlichung: Ich finde Macao großartig. Aber ich hätte es mir einfach nicht gekauft, weil ich von der "Machart" schon viele habe. Es hat seinen besonderen Reiz und hier und da eine interessante Kombination aus Altbewährten. Ein sehr gutes, tolles Spiel. Aber es wäre optisch und thematisch für mich absolut kein Kaufkandidat gewesen. Da spricht ein sozusagen Vielspieler, aber einer, der gerne auch mal lockere oder völlig andere Spiele spielt. Nur sind Letztere selten zu finden.

Michael

Hallo Michael,

 

deine Beobachtung ist im Grunde richtig und bestätigt Wahrnehmungen, die ich als Weihnachts-Aushilfe in einem Spieleladen mache:

Die Kunden wollen entweder Spiele, die sie schon kennen, gerne auch in Abwandlungen. Da macht es dann auch nichts, dass ein Monopoly World mehr als 50 Euro kostet, ein Tabu XXL an die 40 Euro kommt und ein SkipBo nur selten unter 15 Euro zu bekommen ist - als Kartenspiel, wohlgemerkt.

Ergänzungen zu Altbekanntem werden ebenso gerne genommen, egal ob zu Carcassonne, Siedler oder Ubongo. Und dann natürlich das Spiel des Jahres, oft auch blind gekauft - "muss ja gut sein, wenn es diesen Preis gekriegt hat".

Und sonst? Die Leute suchen einfache Spiele ohne langes Regelstudium. Aufmachen, den (kleinen) Zettel lesen, losspielen. Kein Wunder also, dass die großen Strtategiespiele von Vielspielern heiß geliebt, von fast allen anderen aber übergangen werden. Und ich habe auch schon Leute erlebt, die sich Monate vorher Keltis gekauft hatten und verzweifelt fragten, ob wir nicht die Regel erklären könnten, sie kämen damit nicht klar.

Fazit: Um wirtschaftlich zu sein, müssen gerade die großen Verlage vorwiegend auf Nummer sicher gehen, auf Altbewährtes setzen, ganz dick "einfache Regel" auf das Cover schreiben. Uns bleibt dann im Weihnachtsgeschäft nur, möglichst viele Spiele selbst gespielt zu haben, um jedem den Ablauf anschaulich erklären zu können. Dann greifen auch Wenigspieler gerne mal bei etwas Unbekanntem zu.

Gruß

Thomas

Warum sollte der typische Mensch es mit Spielen anders halten als mit Personen. Die meisten Menschen mögen es, Freunde, Angenehme und Altbekannte zu treffen, und freuen sich darüber mehr, als wenn sie neue Leute irgendwo kennenlernen könnten. Auf Parties sammeln sie sich wieder um die Clique mit den gleichen Themen, und scheuen vor den Unbekannten zurück, wenn die sie nicht von sich aus ansprechen.

Es gibt natürlich Zeitgenossen, die sind aufgeschlossen, lernen gern Neue und Neues kennen. Sind deshalb die Geburtsgruppe der Trendsetter und Innovateure.  Aber das ist eine Minderheit. Sollten die Innovateure Innovationen erfinden, haben sie noch nicht die große Gruppe möglicher Verwender für sich gewonnen. Denn die Einstellung und Gewohnheit ist über weite Strecken stabiler als der Zug zum Neuen. Da muss schon sehr Beeindruckendes aufgefahren werden, nicht nur ein bißchen anders und schräger.

Im Prinzip kommt das Bleiben beim Bewährten von der Angst vor Verschwendung. Man kann ja nicht nur Geld verschwenden, sondern auch Zeit und Mühe, Dinge und Personen kennen zu lernen, die dann doch enttäuschen. Je mehr solche Erfahrungen gemacht oder berichtet wurden, desto mehr wird diese Angstschwelle erhöht. Jawohl, Angst! Also auch mit irrationalen Anteilen besetztes und mit unnötig pessimistischen Vorurteilen gesprenkeltes Verhalten. Nur nicht so intensiv gespürt und klar geäußert, mehr als unreflektierte Scheu und große Vorsicht. Reicht aber schon, um vermeintlich Versorgte testmüde zu machen.

Wer nicht will, der hat eben schon!

 

Hallo Michael:

in den letzten Jahren hat es doch sehr viele gute bis sehr gute Spiele gegeben, die zahlreiche Kategorien und auch Themen abgedeckt haben, (von Seuchen, über Oper bis Bergminen und was sonst noch alles) Auch die Grafiken sind in den letzen Jahren immer realistischer und atmosphärischer geworden, was doch auch ein Schritt nach vorne darstellt.

Wie könnte ein Spiel auch noch etwas revolutionär neues bringen, wenn alle Themen bereits Verwendung fanden und in einem Spiel lediglich aus Pappe, Holz oder Kunststoff eine ansprechende und spannende Welt geschaffen werden soll? Gerade in diesem Hinblick bin ich schon begeistert, was man oft aus so wenig Material machen kann. Mich langweilen dagegen die batteriebetrieben Plastikbauten der amerikanischen Hersteller, die zwar auf den ersten Blick spektakulärer erscheinen, dann oft aber nur kurzen Spielspaß bieten.

Ich denke, die wirklich revolutionären Zeiten für Brettspiele werden erst wieder kommen, wenn die Spielwelten mit Hilfe von E-Paper auf den Tisch gebracht werden und die Spieler mit Hilfe eines Mini-Computers dabei unterstützt werden, viel komplexere Szenarien und Zusammenhänge zu erschaffen und zu verwalten. Gerade auf diese elektronische Weise könnten auch Wenigspieler viel schneller in neue Spielwelten eintauchen, da der Computer Regeln erklärt und ungültige Zügen unterbindet.

Mich würde aber interessieren, ob du beschreiben kannst, welche Art von Spiel dich "anmachen" würde, geht es hier mehr um Grafik oder um das Thema. Die Mechanismen -- selbst wenn sie einen anmachen -- ersieht man ja nicht auf den ersten Blick.

Gruß

Jürgen

Hallo Leute,

  ich lese den interessanten Beitrag von Michael und die folgende Diskussion erst heute, Mitte Mai 2010. - Sie spiegelt ein hochinteressantes Dilemma wieder, die ich immer wieder bei mir und im Kreise von Kollegen erlebe.

  Einerseits wollen die Spieler (insbesondere die Vielspieler) immer wieder Innovationen, Neues und Frisches. Aber auch der Familienspieler freut sich im Prinzip über neue Themen und Materialien (von Mechanismen spreche ich nicht, da dieser Spielertypus ein gutes Ineinandergreifen von Mechanismen zwar annimmt, aber sie nicht bewusst wahrnimmt). - Und genau das finde ich in relativ vielen Prototypen: wir Autoren sind - glaube ich - durchaus wagemutig und bereit, ungewöhnliches auf den Markt zu bringen.

  Aber die Verlage (jedenfalls die deutschen, und ab einer bestimmten Grösse, was über den reinen Kleinverlag hinausgeht) sind sehr konservativ und zurückhaltend. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie z.B. Spielthemen á la Psycho-Pet von Goldsieber beweisen. Aber diese Firma ist in gewissem Maß eine Ausnahme, da sie vom Simba-Konzern unterstützt wird und nicht unbedingt auf hohe Verkaufszahlen schauen muß.

  Doch dadurch, daß die meisten Spieleverlage äußerst knapp wirtschaftlich kalkulieren müssen, gehen "Ausreisser" selten. - Und so greifen wir Autoren (oder spätestens die Redakteure) auf harmlose, 'weiche' Themen zurück, die nicht zu politisch sind und keinen Durchschnittskäufer stören.

  Ich hätt's auch gerne anders... und versuche immer wieder, innovativ    u n d    massentauglich zu sein. - Aber das ist fast die Quadratur des Kreises.

 

Herzlichen Gruß, Ralf

Vor der  Leistung des Spieleerfinders muss man gerade als Rezensent und Kritiker bescheiden bleiben, da man ja selber keine Spiele erfindet, aber trotzdem mitredet.

Im übrigen kann man ja selber, die Spiele, die man mag, weiterentwickeln, mit anderen, die das Spiel auch genug mögen, um diese Zeit und Kraft hineinzutun. Mit Hausregeln und Zusatzregeln, und sogar mit selbstgemachten Erweiterungen. Auf "boardgamegeek" gibt es viele Beispiele, wo Liebhaber  Varianten mit verschönertem Material angefertigt haben. Auch mal ohne neue Spielregeln. Vielleicht dennoch ein Wiederbringer.

Daher denke ich: Spiel war gut, ist jetzt aber langweilig geworden, muss nicht sein. Tun wir doch selber was dagegen.