Was ist eigentlich dieser Hash-Tag, den Spieler so gern nutzen?

Dr. G. Ame antwortet auf eure Fragen

ein spielerischer Artikel von Dr. G. Ame - 15.07.2015
Beratung durch Dr. G. Ame von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Dr. G. Ame ist der Dr. Sommer der Spieleszene. Sein Team antwortet auf Fragen der Leser.
Heute die Frage von Sven: „Lieber Dr. G. Ame, bei Twitter und Co. sehe ich immer wieder Spieler mit dieser Raute arbeiten. Das Ding heißt wohl Hash-Tag. Was ist das eigentlich?“

Dr. G Ame antwortet:

„Lieber Sven,

deiner Frage entnehme ich, dass du spieleinteressiert bist. Spiele sind etwas zutiefst Analoges. Natürlich gibt es inzwischen Brücken in den Internetbereich und zu anderem neumodischen Kram. Aber in Wahrheit ist dein Hobby absolut nicht digital. Daher musst du dir als aller erstes keine Gedanken machen, dass du die Funktion des Hash-Tags nicht kennst. Aber ich erkläre sie dir gern.

Als ich noch jung war, haben wir bei psychedelischer Musik gern gutes Kraut in Tüten gerollt und dann verkonsumiert. Das hat uns spielerisch in eine völlig unbekannte Sphäre versetzt. Zu dieser Zeit schien alles möglich: Friede auf der Welt, bewusstseinserweiternde Begegnungen - nicht nur - mit dem anderen Geschlecht und nicht zuletzt auch eine neue Ebene des Spielens. Aber ich schweife ab ... Natürlich spreche ich von dem, was dem Hash-Tag möglicherweise den Namen gegeben hat.

Also, auch wenn du das nicht glauben magst: Der Hash-Tag stammt also aus den etwa 1970er-Jahren. Damit wurden Rauchzeichen erzeugt. Du konntest also praktisch deinen nächsten Zug per Kringel in die Luft blasen. Das Verständnis war so groß, dass allen Mitspielern – oh, ja, und Mitspielerinnen, denn damals gab es noch viel mehr davon - deine Absicht klar war. So weit, so gut. Da alle auf dem gleichen Stand waren, konnten sie ganz leicht diesem Spiel folgen. Wenn es gut lief, gab es eine ganze Wolke, mit der ein Sieg weit sichtbar verkündet wurde. Applaus war sicher. Wir waren eben alle total gut drauf. Was für ein Jammer, dass es damals so wenig kooperative Spiele gab.

Und nun schlagen wir den Bogen zurück zu dir, Sven. Denn auch in diesem digitalen Ding, das Internet heißt, gibt es den Hash-Tag. Seine Funktion ist praktisch so geblieben. Wenn du also auf einen Tag wie „#Spieletipp“ stößt, weißt du ganz genau, dass Reich der Spiele wieder ein neues Spiel zum Tipp gemacht hast. Damit finden Spieler also neue, spannende Gesellschaftsspiele, die sie einmal ausprobieren könnten. Natürlich sind wir heute modern, sodass nicht mehr alle im gleichen Raum sitzen müssen. Der Raum heißt heute Internet. Und ein Luftzug bläst die Zeichen in kuriose Kanäle wie Twitter, Facebook und wie die alle heißen, damit andere Spieler sie finden. Aber: Das ist vom Prinzip her alles nichts anderes als das, was wir damals in meiner Jugend auch gemacht haben. Wir haben das Zeug sortiert, gut eingewickelt, in die Luft geblasen und am Ende war jeder gut drauf. So wie heute.

Du siehst: Trotz allem Fortschritt ist die Spielewelt nach wie vor total altmodisch. Damit man gemeinsam Spaß hat und andere auf ein Thema aufmerksam macht, nutzt man immer noch das gute alte Zeug. Der Unterschied ist nur, dass du heute auf ein solches Angebot klicken musst, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen, während du früher einfach das Ding in die Hand genommen hast.

So, nun muss ich aber noch meine Baukünste ganz spielerisch reaktivieren. Dieses Thema hat mir Lust auf eine weitere Runde mit diesem Spielmaterial gemacht. Du aber klickst beim nächsten Mal einfach auf einen mit der Raute „#“ gekennzeichneten Spielebegriff. Dann wirst du große Augen bekommen und erkennen, wie schnell sich dein Spielerbewusstsein erweitert. Aber denke dran: Nicht alle Hash-Tags sind wirlich gut …

Mit doktorverspielten Grüßen

Dr. G. Ame

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