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Cat in the Box

Cat In The Box - Ausschnitt - Foto von Pegasus Spiele

Cat in the Box (Pegasus Spiele) von Muneyuki Yokouchi (Grafik: Osamu Inuoue) ist 2022 beim japanischen Verlag Hobby Japan erschienen und war einer der Überraschungshits auf der Spiel ’22 in Essen. So verwundert es nicht, dass sich bald mit Pegasus ein namhafter Verlag für die deutsche Lokalisierung gefunden hat. Seit 2023 liegt nun also auch eine deutschsprachige Edition des Spiels vor.

Cat in the Box ist ein Stichspiel mit einem besonderen Kniff. Das allein kann heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, könnte man doch allein daraus mittlerweile ein eigenes Genre machen. Auch mit dem Thema, das auf das bekannte Gedankenexperiment des Physikers Erwin Schrödinger anspielt, hat Cat in the Box kein Alleinstellungsmerkmal, gibt es doch Schrödingers Katzen. Aber – so viel darf man an dieser Stelle schon verraten – dieses Kartenspiel hat es sprichwörtlich in sich.

Spielregeln von Cat in the Box

Das Spiel kommt mit einer 12-seitigen, einigermaßen klein bedruckten Anleitung. Da wird der ein oder andere schon die Lesebrille zur Hand nehmen müssen. Aber insgesamt lässt die Spielregel keine Fragen offen, ist reich bebildert und mit Beispielen versehen.

Wie wird Cat in the Box gespielt?

Bei Cat in the Box erhalten alle am Tisch Karten mit Zahlenwerten von 1 bis 5/6/8 oder 9 (je nach Spieleranzahl). Eine Karte aus der Hand wird abgeworfen und aus dem Spiel genommen. Anschließend sagen alle Spielerinnen und Spieler an, wie viele Stiche sie machen werden. Auf einer kleinen Tafel markieren sie den entsprechenden Wert. Die Tafel zeigt darüber hinaus an, welche Farben man aktuell noch auf der Hand hat. Je nachdem, an welcher Kante der Tafel man eine Karte anlegt, bestimmt diese die Kartenfarbe und genau hier wird es interessant.

Der Stich im Spiel

Denn die Karten in diesem Spiel sind alle schwarz. Erst beim Ausspielen wird festgelegt, welche Farbe die Karte hat (Rot, Grün, Blau, Gelb). Dabei gilt es, das ein oder andere zu beachten. Die Person, die beginnt, entscheidet die führende Farbe des Durchgangs. Alle anderen können nun entscheiden, ob sie Karten der gleichen Farbe spielen. Dann gilt: Höher sticht niedriger. Wer die gespielte Farbe auf der Hand hat, muss bedienen.

Wenn jemand jedoch die ausgespielte Farbe nicht mehr auf der Hand hat, kann man eine andere Farbe ausspielen. Das wird auf der eigenen Tafel markiert, sodass man in kommenden Runden nicht plötzlich die fehlende Farbe wieder spielen kann. Spielt man also eine andere Farbe, so ist rot immer Trumpf und schlägt die bisher ausgespielte Kartenfarbe. Andere Farben schlagen die bisherigen Karten nicht. Trotzdem kann es Sinn machen, auf eine andere Farbe zu wechseln.

Wie behält man nun den Überblick? Alle ausgespielten Kartenwerte werden auf einem farbigen Raster markiert. Wurde also eine gelbe 8 schon gespielt, kann diese Karte auch kein anderer mehr ausspielen.

Das Spiel endet, sobald entweder alle nur noch eine Karte auf der Hand haben oder ein Paradoxon ausgelöst wurde. Das passiert immer dann, wenn man mit den verfügbaren Karten keinen legalen Zug mehr machen kann; beispielsweise weil alle verfügbaren Zahlenwerte schon belegt sind, oder man zu viele Kartenfarben schon ausgeschlossen hat und nur noch dort bedient werden kann.

Am Ende wird gewertet und das geht so

Für jeden Stich erhält man einen Punkt. Die Person, die ein Paradoxon ausgelöst hat, erhält pro Stich einen Minuspunkt. Hat man kein Paradoxon ausgelöst und die Zahl der eigenen Stiche richtig vorausgesagt, erhält man für den größten Bereich aneinandergrenzender Marker der eigenen Farbe im Zahlenraster einen Punkt pro Marker.

Gespielt wird so viele Runden, wie Personen am Tisch sitzen. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt Cat in the Box.

Ein Hingucker in einer kleinen Box

Pegasus bringt Cat in the Box in der so genannten Deluxe-Version heraus, verzichtet aber auf diese Bezeichnung, weil es im Verlagsprogramm die Standardversion ist. Da kriegt man für ein Stichspiel tolle Materialien geboten. Die Box sieht sehr ansprechend aus und ist kompakt. Sie hat einen funktionalen Sortiereinsatz.

Neben den Spielkarten sind thematisch gestaltete Spielmarker in fünf unterschiedlichen Farben enthalten sowie vier kleine Katzenmarker aus Holz. Die Spielertafeln sind dreilagig und beidseitig nutzbar (je nach Spielerzahl). Das Zahlenraster ist zweilagig mit Karteneinschüben für zwei verschiedene Spielvarianten. Einziger Wermutstropfen ist, dass die recht dunkel bedruckten Karten in  blau und schwarz leicht Abnutzungsspuren bekommen. Hier würde sich bei häufigem Einsatz „sleeven“ in jedem Fall anbieten.

Einmal losgespielt, bleibt es selten bei einer Partie

Cat In The Box - Schachtel - Foto von Pegasus Spiele
Cat In The Box – Schachtel – Foto von Pegasus Spiele

Das Spiel ist schnell aufgebaut. Durch das Zahlenraster werden die Spielregeln einfach nachvollziehbar. Angesichts der kurzen Spielzeit und des hohen Grads an Interaktion bietet sich Cat in the Box für mehrere Runden hintereinander geradezu an. Wie bei anderen Stichspielen gilt aber auch hier: Am besten spielt es sich zu viert oder fünft. Auch zu dritt funktioniert es noch ganz gut. Zu zweit würde man wohl eher zu etwas anderem greifen.

Fazit: erfrischend anders

Bei der Vielzahl von Stichspielen, die es mittlerweile gibt, ist Cat in the Box eine erfrischende Ausnahmeerscheinung. Tolle Materialen, ein unverbrauchtes Spielprinzip, viel Interaktion, kurze Spieldauer und ein hoher Wiederspielreiz machen Cat in the Box zu einer runden Sache. Klare Kaufempfehlung!

Infos zu Cat in the Box

  • Titel: Cat in the Box
  • Untertitel: Das Stichspiel mit "Quanten"-Mechanik
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor: Muneyuki Yokouchi
  • Spieleranzahl (von bis): 2-5
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 20-50
  • Jahrgang: 2023

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