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Cluedo: Conspiracy

Cluedo: Conspiracy - Ausschnitt aus Titelillustration - Foto von Hasbro

Cluedo war eins der Spiele, das mich in meiner Anfangszeit als Spieler durch viele Abende begleitet hat. Ob Direktor Grün oder Professor Bloom, immer wieder gingen wir auf die Suche nach dem Mörder. Dieses Spielprinzip war mir Anfang der 90er-Jahre gänzlich unbekannt und ich weiß auch gar nicht, wie viele Deduktionsspiele der Markt damals hergab. Aber bei mir gipfelte es darin, dass ich mir auch die Cluedo-Version für zehn Personen gekauft habe. Diese war dann doch etwas dröge und so verschwand sie im Schrank und kam dort bisher auch nicht mehr raus. Wann hat man für so ein Spiel schon mal zehn Personen zusammen? Nun gibt es Cluedo: Conspiracy und wieder muss ich zehn Personen zusammenbekommen.

Um es gleich am Anfang klarzustellen: Wir waren nie mehr als sieben Leute, denn einige meiner Mitspieler verweigern sich bei dem Namen Cluedo. Warum auch immer. Auch das gleich am Anfang: Der Rest hatte Spaß!

Cluedo: Conspiracy - das Spielbrett - Foto von Jörn Frenzel
Cluedo: Conspiracy – das Spielbrett – Foto von Jörn Frenzel

Spielprinzip von Cluedo: Conspiracy

In dieser Version wird anders gespielt und zwar ganz im Sinne von Die Werwölfe. Je nach Spieleranzahl finden wir eine bestimmte Anzahl Freunde, die in diesem Fall den Mord an Mr. Coral zu verhindern versuchen. Gleichzeitig versuchen eben die Verschwörer, als Komplize und Drahtzieher, diesen Mr. Coral umzubringen.

Es erinnert an das Original …

Cluedo: Conspiracy - Die Waffen erinnern an das Original - Foto von Hasbro
Cluedo: Conspiracy – Die Waffen erinnern an das Original – Foto von Hasbro

Ein wunderschön gestaltetes Spielbrett, leider etwas klein, kommt in die Spielmitte mit Bereichen, die aus jedem Urlaubsparadies stammen könnten. Die Mitspieler bekommen ihre Rollenkarten und niemand weiß, wer wohin gehört. Diese Karte werden in einen Umschlag gelegt, der an das Original anknüpft. Am Anfang werden in jeden Urlaubsbereich eine Falle, eine Ort- und Waffenkarte bereitgelegt. Wobei auf diesen Beweiskarten auch andere Hinweise aufgedruckt sind. Zum Beispiel „keine Hilfe“ oder „Sofort-Entschärfungskarten“ für Waffen.

… und ist doch anders

Cluedo: Conspiracy - Personenkarten - Foto von Jörn Frenzel
Cluedo: Conspiracy – Personenkarten – Foto von Jörn Frenzel

Mr. Coral bekommt einen Herzmarker auf seine Lebensleiste und dieser sollte im Sinne der Freunde nicht in den Sterbebereich kommen. Also Obacht vor Fallen! Ein Sturmmarker mit drei Feldern liegt ebenfalls daneben.

Zwei Karten werden extra gelegt und dann geht der Werwolf-Mechanismus los. Alle schließen die Augen und machen Geräusche. In diesem Moment öffnen Drahtzieher und Komplizen die Augen und schauen sich an, wo und mit welcher Waffe Mr. Coral getötet werden soll. Danach werden die Augen geöffnet und die Jagd beginnt.

Gut gegen Böse bei Cluedo: Conspiracy

Cluedo: Conspiracy - ungewohnte Karten für die Teams - Foto von Hasbro
Cluedo: Conspiracy – ungewohnte Karten für die Teams – Foto von Hasbro

Wenn die Freunde es dabei schaffen, alle Fallen zu entschärfen, gewinnen sie gemeinsam. Ansonsten kommt es entweder zum perfekten Mord an dem vorher gewählten Ort mit der dazugehörigen Waffe oder die Fallen bringen Mr. Coral um. Da gibt es noch Chancen für die Freunde, den Drahtzieher und Komplizen korrekt zu erraten, auch dann tragen Sie den Sieg davon.

Ermittlungen mit Bodygard

Jeder Runde wird ein Ermittler erstellt, der sich einen persönlichen Bodygard sucht und dann ein Spielerteam zusammenstellt. Das wird auch jeder Runde neu erstellt, ohne dabei die gleiche Person zu wiederholen. Sollte der Drahtzieher dabei der Bodygard werden, gilt höchste Vorsicht. Denn in dieser Rolle im gesuchten Raum beendet er mit dem Mord das Spiel.

Cluedo: Conspiracy - Karten mit Infos zum Fall - Foto von Hasbro
Cluedo: Conspiracy – Karten mit Infos zum Fall – Foto von Hasbro

Der Ermittler wählt aus den Mitspielern ein Team, das sich anschickt, mit Hilfskarten bestimmte Fallen zu entschärfen. Diese sind mit Symbolen auf den Karten dargestellt und jede Falle lässt sich durch eine bestimmte Anzahl dieser Symbole entschärfen. Steht das Team wird abgestimmt, ob der Ort und das Team mit der gewählten Situation zufrieden sind. Bei Ortsunwilligkeit zieht der Sturmmaker weiter, der am dritten Feld Mr. Coral eine Verletzung zufügt. Damit wird er „tötungsbereit“, denn ohne eine Verletzung kann er nicht ausgeschaltet werden. Stimmt der Ort, werden verdeckt vom Team Karten mit dem geforderten Symbol zur Entschärfung der Falle bereitgelegt.

Das Schicksal von Mr. Coral nimmt seinen Lauf

Natürlich haben die bösen kein Interesse daran und werden andere Symbole in den Stapel legen, wenn Sie im Team sind. Denn wenn die Anzahl der geforderten Symbole nicht erreicht wird, folgt die nächste Verletzung.

Cluedo: Conspiracy - Spielszene - Foto von Jörn Frenzel
Cluedo: Conspiracy – Spielszene – Foto von Jörn Frenzel

Die Karten am gewählten Ort werden vom Bodygard eingesammelt und er gibt zu erkennen, was verdeckt am gewählten Ort lag. Sofern er im Kreise der Freunde war. Neue Handkarten kommen danach auch wieder nur so viele dazu, wie Mitspieler im Team waren. Wobei jeder, der keine drei Karten hat, immer eine nachziehen darf.

Sollten einige Fallen Mr. Carol ins Jenseits befördern, haben die Freunde noch die Chance, in fünf Minuten zu klären, wer der Drahtzieher und der Komplize war. Auch das kann zum Sieg reichen.

Viel Interaktion bei Cluedo: Conspiracy

Cluedo: Conspiracy - Aufbau - Foto von Jörn Frenzel
Cluedo: Conspiracy – Aufbau – Foto von Jörn Frenzel

Bei Cludeo: Conspiracy wird anders als im klassischen Cluedo Interaktion ganz großgeschrieben. Die Freunde beraten ständig zusammen: Wer ist wer auf der Paradiesinsel? Lange Diskussionen sind keine Seltenheit. Das macht Cluedo: Conspiracy ganz anders. Hier wird geblufft und bewusst auf die falsche Fährte gelockt. Das macht direkt Spaß, wobei die Anleitung leider einiges abverlangt. So richtig gut ist sie nicht geschrieben und wir haben einige Passagen nachgelesen.

Schwaches Material

Auch das Material lässt zu wünschen übrig. Wunderschöne Grafiken mit viel zu dünnen Karten und Markern herzustellen, ist geradezu verwerflich. Da sehen die Waffenmarker aus, als kämen sie aus einer Testversion. Alle ist funktionell, aber haltbar sieht eben anders aus. Es ehrt Hasbro, dass der Verlag alles minimalistisch gehalten hat: Karton, Spielbrett, Kartengröße. Aber irgendwie ist das schade. Da das Hauptaugenmerk wohl auf Interaktion der Spieler gelegt wurde, kann man das verzeihen.

Cluedo: Conspiracy ist näher am Werwolf-System als bei Cluedo

Cluedo: Conspiracy - Schachtel des Deduktionsspiels - Foto von Hasbro
Cluedo: Conspiracy – Schachtel des Deduktionsspiels – Foto von Hasbro

Hier liegen wir näher am Mafia-Mechanismus, wie er bei Die Werwölfe von Düsterwald oder Werwölfe vorkommt, als an Cluedo. Aber der Mix macht es. Wer sich durch die Anleitung gekämpft hat, wird mit einem interessanten Spiel belohnt, vorrausgesetzt, er mag beide Spielprinzipien.

Wer mit Werwölfe und Cluedo nichts anfangen kann, wird auch hier entnervt aufgeben und den Spielfluss eher stören. Leider hatte ich den Fall auch einmal. Aber in der richtigen Gruppe war richtig viel Pfeffer drin! Es kam zu viel Interaktion. Nur mit den zehn Personen, das will nicht mehr so recht klappen. Aber auch die sieben Leute waren eine gute Mitspielerzahl. Und wann hat man heute noch so große Gruppen zusammen? Noch ein Tipp: Schaut beim Spielen, ob die anderen die Wahrheit sagen …

Infos zu Cluedo: Conspiracy

  • Titel: Cluedo: Conspiracy
  • Verlag: Hasbro
  • Spieleranzahl (von bis): 4-10
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 14
  • Dauer in Minuten: 45
  • Jahrgang: 2023

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1 Kommentar

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Matthias K. 7. Februar 2024 at 08:10

Die Beschreibung erinnert mich stark an „Der Widerstand“: Auch dort gibt es Teambildung, Abstimmung und dann die Auswertung des Team-Attentatsergebnisses. Für mich eine bessere Werwolf-Variante, weil nicht nur gelogen, sondern auch spielrelevant gehandelt wird.

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