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Nunatak

Brettspiel Nunatak - Ausschnitt - Foto von Kosmos

Während ich diesen Text schreibe, fällt draußen zaghaft Schnee und die Temperaturen liegen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Das passt sehr gut zum Thema von Nunatak (Kosmos), einem Spiel von Kane Klenko, bei dem wir einen Eistempel entstehen lassen.

Regeln: die wichtigsten Details beim Ablauf

Nunataks sind geologisch eigentlich Bergspitzen, die aus Gletschern oder Eismassen herausragen, aber die Spielanleitung macht daraus die Spitzen von Eistempeln, die von einer vergessenen Zivilisation errichtet wurden. Und wir Spieler sind Stammesangehörige, die zum Bau des Tempels beitragen. Das erreichen wir, indem wir eine der vier ausliegenden Karten nehmen und unseren Eisblock auf die Bodenplatte stellen, die das gleiche Symbol wie die Karte zeigt.

Nunatak - Aufbau des Tempels - Foto von Kosmos

Die Bedeutung der Karten bei Nunatak

Die Karten dienen aber nicht nur dem Platzieren der Blöcke, sondern bilden einen zentralen Mechanismus des Spiels, dem Sammeln von Sets. Die meisten Kartentypen geben am Spielende mehr Punkte, je mehr man davon besitzt, einige dienen als Multiplikatoren und zwei Arten haben zusätzliche Funktionen. Mit Arbeitern darf ich vor meinem Zug zwei freie Bodenplatten vertauschen, wenn mir die Lage des Bauplatzes nicht zusagt, und mit den Ältesten darf ich mir eine von zwei offen ausliegenden Segenskarten nehmen. Diese Segenskarten haben immer einen positiven Effekt, den ich je nach Karte sofort, irgendwann im Spielverlauf, oder am Spielende anwenden darf.

Ansonsten sind alle Gewerke, die es für den Tempelbau braucht, vertreten: Baumeisterinnen planen die Tempelanlage; Handwerker schlagen die Blöcke aus dem Eis; Lastentiere bringen sie zur Baustelle; Eisschnitzer verzieren die Blöcke mit Ornamenten.

Spiel 23 in Essen: Nunatak - Karten - Foto von Axel Bungart
Spiel 23 in Essen: Nunatak – Karten – Foto von Axel Bungart

Nunatak und die Spitze des Eisbergs

So bauen wir Block für Block auf die Bodenplatte, bis über kurz oder lang vier Blöcke die Eckpfeiler eines Quadrats bilden, auf das wieder eine Ebene gesetzt werden muss. Auf diese Weise bauen wir in die Höhe. Besitzt ein Stammesmitglied die Mehrzahl an Eisblöcken unter den Eckpfeilern, erhält er dafür fünf Punkte. Die restlichen Spieler können je nach Konstellation noch ein bis zwei Punkte abgreifen, gehen aber auch schon mal leer aus. Daher sollte man den Bauplatz gut planen, um nicht den Konkurrenten Steilvorlagen für punkteträchtige Aktionen zu bieten.

Irgendwann aber kommt man nicht drum herum, auch mal den Mitspielern Gutes zu tun. Schließlich wird der freie Platz immer geringer. Baut man auf einer höheren Etage, erhält man Punkte für die Anzahl der Stützpfeiler seiner eigenen Farbe. Das macht das Ganze schon zu einer taktischen Angelegenheit in dem ansonsten eher unkomplizierten Spielablauf. Jeder Spieler hat auch noch eine eigene Baumeisterleiste, auf der ein kleiner Eiswürfel höher wandert, sobald man eine Reihe von Blöcken schließt (was gerne mal vergessen wird). Höhere Zahlen auf der Leiste sind wichtig, wenn man sich dazu entschlossen hat die Karten mit den Baumeisterinnen zu sammeln. Denn die Karten sind Multiplikatoren am Spielende. Hat man nur eine davon, nutzt die hohe Zahl auf der Leiste wenig.

Spiel 23 in Essen: Nunatak - Foto von Axel Bungart
Spiel 23 in Essen: Nunatak – Foto von Axel Bungart

Die Wertung bei Nunatak

Die Partie endet bei drei Spielern, sobald der vierte Block auf die oberste Ebene gesetzt wurde. Dann darf derjenige Spieler mit den meisten am Rand verbauten Blöcken die Tempelspitze aufsetzen. Da das alleine aber noch kein krönender Abschluss wäre, erhält er auch noch sieben Punkte für die Ehre.

Im Spiel zu viert wird mit weniger Eisblöcken gespielt und es wird ein Eisblock jeder Farbe neben eine Abschlusskarte gelegt, die nur bei dieser Spielerzahl zum Einsatz kommt. Hier dürfen dann die beiden Spieler die letzten beiden Blöcke einsetzen, die die Bedingung auf der Karte am besten bzw. zweitbesten erfüllen. Und dann geht es ans Werten der verschiedenen Karten. Da kann es dann nochmal zu Überraschungen kommen und Führungsspieler plötzlich ein- und überholt werden.

Optisch schön und spielerisch überzeugend

Nunatak ist vom Anspruch her ein Familienspiel, das aufgrund der 3D-Optik aber aus der Masse heraussticht und mich auch spielerisch überzeugt. Die Mechanismen sind zwar nicht wirklich neu, aber thematisch schön verknüpft.

Das Material ist toll und es macht richtig was her, wenn der Tempel am Ende vollständig gebaut wurde. Die 3 x 3 x 3 Zentimeter großen Blöcke passen aufgrund zweier kleiner Schienen am Boden wunderbar in die Aussparungen in den Platten und die kreuzförmigen Stege oben sorgen für sicheren Halt auf den Eckpfeilern. Brettspiel Nunatak - Schachtel - Foto von Kosmos

Anleitung und Kartentexte lassen keine Fragen offen und die Illustrationen von Kwanchai Moriya sind detailreich und wirklich schön anzusehen. Sogar an die Solospielvariante wurde gedacht, obwohl die mit gleich zwei Dummy-Personen etwas schwerfällig zu spielen ist. Auch wenn ich persönlich im richtigen Leben kein Freund von Eis und Schnee bin, für Nunatak mache ich die Reise in die ungemütliche Antarktis sehr gerne.

Infos zu Nunatak

  • Titel: Nunatak - Tempel aus Eis
  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Kane Klenko
  • Spieleranzahl (von bis): 1-4
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 45
  • Jahrgang: 2023

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