Exit Puzzle: The Circle - London

eine Spielerezension von Michael Weber - 03.10.2022
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Exit Puzzle: The Circle - London - Ausschnitt  - Foto von Michael Weber
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Sachen gibt es. Da liegt Exit-Puzzle: The Circle – London auf dem Tisch. Und dann das. Das Ding von Johannes Schiller mit einem Motiv von Alexander Jung ist bei Ravensburger erschienen. Erwartet habe ich ein launiges Puzzle mit ein paar knackigen Rätselaufgaben. Bekommen habe ich über 15 Stunden Teilezusammenstecken und eine Anleitung, die mich zunächst völlig im Unklaren ließ. Wir konnte es nur so weit kommen?

Achtung: Das Bild mit dem fertigen Motiv enthält potenzielle Spoiler!

Worum geht es bei Exit-Puzzle: The Circle - London?

Es gibt von Ravensburger bereits einige Exit-Puzzles. The Circle ist etwas anders, da hier Rundungen und - ja, wirklich - Kreise hinzukomen. Diese Ausgabe hat 919 Teile. Ist das Motiv zusammengesetze, wird eine Drehscheibe gezückt. Darauf allerlei Symbole, die sich auch auf dem Motiv zeigen. Nun heißt es in der Anleitung so schön: Finde die Aufgaben, löse sie und suche den Code mit der Drehscheibe. Ist das gelungen, ergibt sich aus den Lösungen eine Gesamtlösung. Diese wiederum kann mit denen der anderen beiden Ausgaben kombiniert werden: Exit-Puzzle: The Circle – Paris und Exit-Puzzle: The Circle – Rom. Beide Motive übrigens noch einen Tick schwerer, wie ich finde.

Exit Puzzle: The Circle - London - Symbole auf dem Motiv  - Foto von Michael Weber

Die Story habe ich noch vergessen, ist aber eh weniger wichtig. Kurz: „Ich“ laufe durch einen tollen Wald und treffe einen Kobold. Der sucht einen Stein. Den will er zurück. Also helfe ich ihm, indem ich das Versteck finde. Problem: Diese Geschichte lässt sich nur online abrufen. Dabei hätte sie so gut in die Anleitung gepasst.

Qualität und Spaßfaktor: Wie ist das Puzzle bei dieser Ausgabe so?

Zunächst geht es also ans Puzzeln. Ich habe lange kein großes Puzzle mehr auf dem Tisch gehabt. Vielleicht war das der Fehler: Wird schon gut gehen, ein Abend und dann ist es fertig. Denkste!

Das Motiv ist eigentlich gar nicht so schwer. Aber 919 Teile sind für Ungeübte eine Menge Holz (Pappe!). Das Problem dabei: Die Farbgebung ist so fies, dass es immer wieder zu Fehlannahmen kommt, wo ein Teil wohl hingehört. Hinzu kommt ein zweiter Aspekt. Die Teile sind unterschiedlich geformt. Mal sind sie kleiner, mal größer und irgendwie scheint beides recht willkürlich.

Der Name ist Programm: der Kreis im Kreis im Motiv …

Eine Ausnahme gibt es: Im Inneren des Motivs befindet sich ein Kreis im Motiv. Dieser Kreis besteht aus Bögen, die sich vom Rest des Motivs abgrenzen. Hier soll später dann auch die Drehscheibe eingesetzt werden. Bögen bedeutet aber auch: Die Teile sind eben geschwungen oder haben sogar eine leichte Bogenform an einer Seite. Ja, das macht es nicht einfacher …

Macht das Puzzle Spaß?

So oder so: Irgendwann und nur mit Hilfe war das Motiv dann fertig. Ewig hat es gedauert. Zwischendrin immer wieder Phasen mit Fluchen und Zwangspausen. Da wird man ja fast irre. An der Stelle ein Memo an mich selbst: Beim nächsten Mal keine 919 Teile an einem Abend probieren.

Noch eine Anmerkung: Das Material ist top. Ravensburger gilt zurecht bei Puzzles als Marktführer. Nichts zu beanstanden. Das Zusammensetzen der Teile hat ewig gedauert, aber bei allem Fluchen und Meckern Spaß gemacht.

Exit Puzzle: The Circle - London - das fertige Motiv - Foto von Michael Weber

Die Rätsel: Ungewissheit und fehlende Anleitungen

Auf dem Motiv sind jede Menge Ziffern, Buchstaben, Symbole und Farbpunkte verstreut. Genau um die geht es, wenn das Motiv erst einmal fertig ist. Denn nun gilt es, das Versprechen einzulösen. Wo zum Klabautermann ist der Edelstein versteckt?

(Was) ist das (für) eine Anleitung?

Wer nun meint, irgendwo im Motiv, täuscht sich. Also fast. Denn er ist nicht zu sehen, aber die Koordinaten sind zu finden. Das wiederum geht nur, wenn zuvor sechs Rätsel gelöst werden. Und nun kommt die Schwierigkeit: Die muss man erst einmal suchen. Denn selten ließ mich eine Anleitung so irritiert zurück, wie diese. Exit-Puzzle: The Circle – London hat nämlich gar keine richtige Regel. Ganz im Gegenteil: Es heißt lapidar: Sucht die Rätsel. Okay. Wie jetzt? Wo. Was denn genau?

Nichts für Ungeübte und Leseschwache

Statt einer Erläuterung, was eigentlich genau gesucht ist, oder ein Beispiel zu geben, wird die Drehscheibe erläutert. Auch an der Stelle: Häh?!? Ich habe ohne Hinweise, was eigentlich zu machen ist, erst nicht verstanden, wie das Ding funktionieren soll. Nun halte ich mich für geübt und gemessen am Bildungsabschluss auch nicht für dumm. Aber das habe ich mir mühsam erarbeiten müssen. Dabei hätte man einfach nur mal ein einziges Beispiel andeuten können, wie das mit dem Rätsel, der Lösung und dem Rad wirklich praktisch zu machen ist. Vielleicht ein „Fake-Rätsel“ mit Beispiellösung?

Die Rätsel: Wer soll darauf kommen?

Nun kommt der nächste Schritt: Rätsel suchen. Okay. Ein Teil der Hotspots scheint vorgegeben, da auf dem Motiv kleine, aber feine Unterschiede zum Bild auf der Packung zu erkennen sind. Diese muss man aber gut suchen. Schlimmer noch: Teil der Rätsel sind so winzig, dass man sie kaum erkennen kann.

Am Ende ist ein Code zu finden

Exit Puzzle: The Circle - London - Drehscheibe - Foto von Michael Weber

Hat man erst einmal kapiert, dass man aus sechs Auffälligkeiten mögliche Dinge ableiten soll, die dann per Drehscheibe zu prüfen sind, geht der Rest dann doch relativ einfach. Ist eine Lösung gefunden, muss die Scheibe noch passend eingestellt werden. Das ist trotz der Erläuterung in der Anleitung auch eine Kunst für sich. Heraus kommt am Ende auf jeden Fall ein Code aus vier Komponenten: Buchstabe, Zahl, Symbol und Farbpunkt. Dieser führt dann letztlich zu einer Koordinate auf dem Puzzle. So lassen sich die kleinen und das kombinierte Endrätsel lösen.

Exit-Puzzle: The Circle – London: Macht das Rätseln Spaß?

Bleibt am Ende die Frage. Ist das Lösen der Rätsel spannend? Ehrlich gesagt fand ich es eher frustrierend, weil ich keinen rechten Zugang zu den Aufgaben gefunden habe. Auch das Prüfen durch die Scheibe hat mir den letzten Nerv geraubt. Ich habe mich an einige Stellen der Lösungshilfe im Internet bedient. Dennoch waren da spannende Ideen bei. Der Clou ist eben, dass zuerst gepuzzelt, dann gesucht und dann noch nachgedacht werden muss. Am Ende muss dann noch die Drehscheibe passend eingestellt werden. Puh.

Fazit zu Exit-Puzzle: The Circle - London: Ist es nun gut oder nicht?

Ich bin nicht sicher, ob ich das nun gut finde oder nicht. Die Herangehensweise war eine enorme Hürde. Die Rätsel selbst waren trickreich gemacht, aber eben schwer zu entdecken und zu verstehen. Eine deutlich zugänglichere Anleitung ist wünschenswert.

Exit Puzzle: The Circle - London - Schachtel - Foto von Ravensburger

Letztlich gibt es jedoch einen großen Unterschied zwischen einem Escape-Room-Abenteuer und einem Exit-Puzzle: Ein Puzzle ist in erster Linie ein Puzzle. Und das hat großen Spaß gemacht. Dass darüber hinaus noch ein paar Rätsel versteckt sind, ist ein Bonus für Puzzlefans. Anders herum werden Escape-Room-Fans durch den großen Zeitaufwand für das Puzzle eher die Segel streichen. Ich hatte trotz der Kritikpunkte Spaß. Aber ich weiß, dass der Rätselteil deutlich besser verpackt sein könnte.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1
Jahrgang: 
2022
Spielkategorisierung
Fotos
Exit Puzzle: The Circle - London - Drehscheibe - Foto von Michael Weber
Exit Puzzle: The Circle - London - das fertige Motiv - Foto von Michael Weber
Exit Puzzle: The Circle - London - Symbole auf dem Motiv  - Foto von Michael Weber
Exit Puzzle: The Circle - London - Schachtel - Foto von Ravensburger

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