Gefährliche Rätsel: Verschollen in der Pyramide

eine Spielerezension von Steffi Münzer - 20.04.2022
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Gefährliche Rätsel - Verschollen in der Pyramide - Detailbild, Foto: Steffi Münzer
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Das Team um den renommierten Ägyptologen Professor Carabosso startete vor einigen Tagen mit der Erkundung einer neu entdeckten Grabanlage und gilt seit dem 05.11. als vermisst. Eine Rettungsmission, die das Team ausfindig machen und bergen sollte, kehrte ebenfalls nicht zurück. Mein Chef schickt mich, Wolf Remark, nach Ägypten, um ganz exklusiv von der zweiten Suchexpedition zu berichten. Zusammen mit einem Team aus Wissenschaftlern werden wir das Labyrinth in der Pyramide betreten. Werden wir den Professor finden? Und was steckt hinter dem nächtlichen Schatten, der uns verfolgt und die Suche immer wieder behindert?

Wie spielt sich diese Expedition?

Das Rätselspiel von Wolfgang Kramer aus dem moses.Verlag ist die Neuauflage von Kramers Spielbuch Das Rätsel der Pyramide: Wer löst die Geheimnisse des unterirdischen Labyrinths? (Hugendubel, München 1997, ISBN 3-88034-921-5). Das Spiel enthält nummerierte Rätselkarten, die für die 52 Räume des Labyrinths stehen. Durch das Lösen der Aufgaben erhalten wir die nächste Rästelnummer und tasten uns so von Raum zu Raum. Neben den Rätseln wird auch die Geschichte der Protagonisten weiter erzählt. Wir finden Hinweise der vermissten Personen, lernen die Team-Mitglieder kennen und erfahren viel über die faszinierende Welt der alten Ägypter. Im Laufe der Handlung verschwinden weitere Personen und die ein oder andere Leiche taucht auf. Der Suchtrupp wird immer kleiner und die Bedrohung des nächtlichen Schatten wächst. Spätestens als der Rückweg durch einen Steinschlag verschlossen wird, hilft nur noch der Weg nach vorne, immer tiefer in das Labyrinth hinein.

Die Rätsel der Ägypter

Der Erbauer dieser Grabanlage wollte seine Räume schützen und hat sie mit knackig schweren Rätseln verschlüsselt. Es gibt eine bunte Mischung aus Matheaufgaben, Logikrätseln, Buchstabensalaten und Wortspielen. Neben einem ausgeruhten Gehirn braucht der Spieler einen Notizblock und evtl. einen Taschenrechner. Bei einem Rätsel brauchte ich zusätzlich eine Internetsuchmaschine oder weißt du aus dem Kopf, wie viele freie Wirbel der Mensch hat? Bei einem anderen kam ich nicht auf den logischen Lösungsansatz und nutze Excel für eine mathematische Auflösung. Das Schwierigkeitslevel ist unterschiedlich, aber auf einem höheren Niveau. Wer nicht weiterkommt, findet als unterste Karte im Stapel einen Plan durch das Labyrinth. Eine ausführliche Lösungserklärung steht als Online-PDF-Datei zur Verfügung.

Pro ...

Im Gegensatz zu anderen Escape-Spielen wird das Material nicht zerschnitten oder anderweitig zerstört. Sortiert man alle Karten wieder nach Nummer, kann sich jemand anderes auf diese Expedition freuen. Neben dem eigentlichen Rätseln entsteht durch die begleitende Geschichte ein immersives Spielgefühl, es ist streckenweise sehr spannend. Auch lernen wir viele Elemente des alten Ägypten kennen. Zum Schluss können wir die Zusammenfassung aller Ereignisse in einem Zeitungsartikel nachlesen, das war ein schöner Abschluss der Handlung.

... und Contra

Wo viel Story ist, muss viel gelesen werden. Spielt man nun mit mehreren Spielern, ist man mehr mit Vorlesen als mit Rätseln beschäftigt. Und apropos Geschichte: Es sind viel zu viele Protagonisten anwesend! Insgesamt 17 Charaktere begegnen uns. Es gibt zwar eine kleine Übersichtskarte, aber irgendwann war es uns zu müßig zu lesen, wer nun wer ist. Die orangefarbene Schrift der Rätsel auf den schwarzen Karten ist teilweise nicht gut lesbar. Ein Rätsel wurde dreimal (mit anderem Kontext) wiederholt, das hätte besser gelöst werden können. Die Lösungsansätze nur online zu finden ist zwar ein Vorteil (man kann nicht kurz mal in die Lösung schauen), wer aber aktuell keinen Internetzugang hat, steht auf dem Schlauch. Die Lösungserklärung ist in seltenen Fällen unzureichend, da stehe ich wohl für immer auf dem Schlauch.

Gefährliche Rätsel - Verschollen in der Pyramide, Foto: Steffi Münzer

Gefährliche Rätsel

Im moses.Verlag finden sich aktuell folgende „Gefährliche Rätsel“:

Fazit – Wer hat Spaß im Labyrinth?

Das Spiel kann alleine oder mit mehreren gespielt werden, beide Varianten fand ich ansprechend. Ich habe versäumt, die Spieldauer zu messen, es waren auf jeden Fall mehrere Stunden an verschiedenen Tagen. Pausieren und später wieder einsteigen funktioniert bestens. Auf der Spielpackung suche ich vergebens nach einer Altersempfehlung, einige Rätsel sind sehr komplex. Ich würde es ab 12-14 Jahren empfehlen. Jüngere Spieler haben mit Begleitung von erfahrenen Rätselknackern sicherlich auch Spaß daran, allerdings passieren in der Handlung diverse Gewalttaten, das muss berücksichtigt werden.

Ich empfehle dieses Spiel allen, die Exit- oder Escape-Spiel mögen und sich im Level „Fortgeschritten“ einordnen. Für einen kleinen Preis erhältst du diverse Stunden guter Unterhaltung, Lernerfahrung und Denksport.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1+
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Gefährliche Rätsel - Verschollen in der Pyramide, Foto: Steffi Münzer

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