Serenissima

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Serenissima von Eurogames
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eines der interessantesten und reichhaltigsten ausgestatteten Spiele ist Serenissima von Eurogames. Das Spiel um die Vorherrschaft im Mittelmeer-Raum im 15. Jahrhundert glänzt zudem durch eine umfangreiche und alle Fragen beantwortende Spielanleitung.

Ziel des Brettspiels ist es, als Handelsmacht Venedig, Genua, Valencia oder Istanbul möglichst viele verschiedene Waren in die Kontore seiner Häfen zu bringen. Dazu muss man mit seinen Schiffen zu den Städten fahren, die die gewünschten Waren produzieren, diese dort kaufen und in die Heimatdepots bringen. Anfangs hat man nur einen der vier Ausgangsstützpunkte, im Laufe des Spiels kann man aber weitere Orte "übernehmen", indem man dort Seeleute absetzt.

Da die Orte immer nur eine der sieben verschiedenen Waren fabrizieren, und die Waren Gold, Edelsteine und Gewürze bei Serenissima selten und damit begehrt sind, versucht wenigstens einige dieser Orte zu übernehmen und durch anzuheuernde Seeleute zu verteidigen. Das wollen natürlich alle und schon kommt es zu Konflikten, die aufgrund von Würfelzahlen und der Anzahl der am Gefecht beteiligten Seeleute. Diese sind besonders in der späteren Phase von Serenissima häufiger und umfangreicher.

Das Aktionsprinzip bei Serenissima ist sehr durchdacht. Die Schiffe fahren immer so viele Felder weit, wie sie Seeleute an Bord haben. Gleichzeitig ist aber nur Platz für maximal 5 Seeleute oder Waren. Wer also viele Waren transportiert, kommt weniger schnell voran und ist eine leichte Beute für Schiffe mit voller Besetzung. Stört ein Spieler das daraus resultierende Gleichgewicht von Handel und Kampf einseitig durch zu viele Kämpfe oder zu wenig Schlagkraft, läuft er Gefahr Serenissima zu verlieren. Denn am Ende zählen nicht die Seeleute, sondern nur die Waren, die in den Kontoren der eigenen Städte lagern. Dabei wird zwischen Hauptstützpunkten, großen und kleinen Städten unterschieden, die verschieden viele Dukaten für den Verkauf der Waren einbringen.

Dieses Geld ist bei Serenissima notwendig, um weitere Schiffe zu bauen, Seeleute anzuheuern oder gar Befestigungsanlagen zu bauen. Während Seeleute "nur" Geld kosten, müssen für Schiffe und Befestigungsanlagen auch die entsprechenden Materialien im Hafen lagern. Bei Serenissima ist also Weitsicht angesagt. Will man ein Schiff bauen, benötigt man im Kontor Tuch und Holz. Durch die Schaffung eines Handelsmonopols kann man zusätzlich Geld scheffeln, denn die Mitspieler müssen die heiß begehrten Rohstoffe dann zu überteuerten Preisen kaufen, wollen Sie nicht auf diese verzichten. Ähnlich lohnt es sich bei Serenissima einen Mitspieler eine bislang fehlende Ware in seine Kontore zu legen, denn das öffnet neue Märkte und bringt zusätzliche Einnahmen.

So spinnt sich langsam aber sicher bei Serenissima ein reges Treiben, dass wirklich eine gute und realitätsnahe Simulation des mittelalterlichen Handels ist. Wir hatten bei dem Brettspiel immer Spaß, auch wenn einige Spieler gegen Ende des Spiels immer wieder auf die Idee kamen, echte Kaperschiffe zu bauen, die dann nur darauf aus waren, wichtige Waren direkt von den Schiffen der Mitspieler zu besorgen. Etwas abschreckend wirkt Serenissima allenfalls auf Gelegenheitsspieler, denn es sollten bei vier Spielern mindestens drei bis vier Stunden Spielzeit eingeplant werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
1996
Spielkategorisierung
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