Kinderspiel des Jahres 2020: Speedy Roll

Jury hat den diesjährigen Sieger gekürt

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 14.06.2020
Kinderspiel des Jahres 2020: Speedy Roll
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Speedy Roll ist das Kinderspiel des Jahres 2020. Das hat die Jury Spiel des Jahres heute, am 15. Juni 2020, bekannt gegeben. Den Preis haben die Experten nicht wegen der Corona-Pandemie nicht vor Publikum überreicht. Der Siegerkür konnten stattdessen Interessierte ausschließlich per Videostream aus einer Halle in Schwerte folgen. Die Vergabe fand zum 20. Mal statt.

Speedy Roll von Urtis Silinskas ist bei Piatnik erschienen. Für Autor und Verlag ist es der erste Sieg bei der prestigeträchtigen Auszeichnung. Der Titel setzte sich in der Gunst der Jury gegenüber den ebenfalls nominierten Foto Fish von Michael Kallau (Logis) und Wir sind die Roboter von Reinhard Staupe (NSV) durch.

Tolle Idee führt zur Auszeichnung

Das Spiel überrascht mit einer ungewöhnlichen Idee. Denn bei Speedy Roll müssen die Kinder mit einem Fusselball Spielplättchen einsammeln, um ihren Igel voranzubringen. Das ist ungewohnt und erlaubt in Varianten ein Spiel mit- und gegeneinander. Die Jury würdigt die Idee mit den Worten:

„In Kinderspielen wurden schon viele Dinge gerollt. Murmeln, Kugeln, Stämme, aber bis jetzt war noch kein Tennisball dabei. Die Idee, diesen als Igel zu behaupten, an dessen filzigen Stacheln mit Klett beschichtete Äpfel, Pilze und Blätter hängen bleiben, ist allein schon besonders. Aber das alles mit einem Wettrennen zu verknüpfen, bei dem der Igel tatsächlich über den Tisch kugelt und die ‚aufgespießten‘ Dinge die Zugweite bestimmen, macht den besonderen Reiz von Speedy Roll aus.“

Jury zum Spielejahrgang: viele innovative Ideen

Christoph Schlewinski, Koordinator der Jury Kinderspiel des Jahres, würdigte den aktuellen Jahrgang. Die Kinderspiele aus 2019/2020 seien etwas Ungewöhnliches. Er unterstrich:

„Selten hatten wir für diesen Altersbereich eine so große und spannende Auswahl wie in diesem Jahr.“

Die Arbeit der Autoren und Redakteure stehe in einem Spannungsfeld. Denn Kinder wollen gefordert werden und aufregende Erlebnisse. Zugleich müssten die Verantwortlichen jedoch eine gute Mischung aus Regeln und Spannung schaffen. Schlewinski nannte es ein Privileg, mit Kindern spielen zu dürfen. Diese machten keine halbe Sachen. Davon könnten auch Erwachsene lernen und das innere Kind wieder wachrufen. Er wünsche sich eine Welt, in der wir alle mehr auf das innere Kind hören und nicht auf schreiende Demagogen.

Nicht immer hat der Drahtseilakt für Autoren und Redakteure in den vergangenen Jahren gut geklappt. Doch mit dem aktuellen Jahrgang ist die Jury aus vier Mitgliedern und drei Beiräten offensichtlich mehr als zufrieden. Sie verweist auf die vielen frischen Ideen von kindgerechten Legacy-Mechanismen bis zu ungewohnten Themen. Dass die Jury trotz der Corona-Pandemie immerhin 110 Titel in die Testrunden aufnahm, ist der akribischen Arbeite bereits im Herbst und Winter zu verdanken. Nur wenige Veröffentlichungen mussten die Experten bedingt durch die Krise aussortieren - als nicht mehr zu testen. Von den Schwierigkeiten berichteten die Mitglieder im Rahmen der Preisverleihung. So sei es erforderlich gewesen, einige Titel zum Ausprobieren in Familien zu geben und über Webcams zu spielen, sofern es möglich war. So bleibt ein starker Jahrgang von Kinderspielen, in dem die Jury Speedy Roll von Urtis Silinskas (Piatnik) ganz vorn sieht.

Quelle: 
Jury Spiel des Jahres/eigene Recherche