Chaos auf der Etage, aber doch nicht allzu sehr
Die Aufmachung und die Hintergrundstory des Spiels Hospital Rush (eggertspiele/Pegasus Spiele) sind vielversprechend, dessen Ablauf leider nicht. Dies ist zumindest das Fazit einer ersten Annäherung, die reichlich dröge verlaufen ist.
Das Spielgefühl liegt zwischen Intensivstation und Notaufnahme
Es gilt, in einem ziemlich durchgeknallten Spital die Nachfolge des zurückgetretenen Chefarztes zu besetzen. Dabei werden so ziemlich alle Ellenbogen ausgefahren. Jede Runde kann zwischen legalen und nicht ganz lupenreinen Aktionen gewählt werden. Bis hierhin ist das ganze ein klassisches Worker Placement. Illegale Aktionen haben den Vorteil der größeren Durchschlagskraft, indem einem Gegner beispielsweise ein Medikament geklaut oder aber Geldguthaben direkt in Siegpunkte umgewandelt werden können. Sie sind aber riskant, da jeder der nachfolgenden Mitspieler petzen kann, worauf entweder Geld oder ein wertvoller Siegpunkt verloren geht.
Komatöse Wahl der Möglichkeiten
Das tönt alles nach einem wilden Gerangel unter den Kandidaten für den Chefarztposten und auch die grafische Gestaltung von Hospital Rush lässt vieles erwarten. Leider passiert dann effektiv nicht sehr viel davon. Bei uns hat sich jedenfalls innert Kürze die große Ernüchterung eingestellt. Wer früh an der Reihe ist, schnappt sich eine der wenigen lukrativen Aktionsmöglichkeiten, die nachfolgenden nehmen, was noch übrig ist. Und der letzte kann sich anschließend eine illegale Aktion aussuchen, was sich für die vorangehenden kaum gelohnt hat, da die Gefahr verpetzt zu werden, einfach zu groß und der Nutzen kaum je genügend lohnenswert ist. Schade, da haben wir uns wesentlich mehr Vielfalt der Möglichkeiten und Abwechslung im Spielablauf erhofft.