Helios

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 14.05.2015
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Stategiespiel Helios - Foto Hans im Glück
Lesezeit: ca. 4 Minute

Der Verlag Hans im Glück entsendet in Helios die Spieler als Hohepriester des Sonnengottes nicht ins altertümliche Griechenland, wie es der Titel des Spiels eigentlich vermuten lassen würde, sondern in ein Fantasy-Land. Dort sollen die Spieler in einem Wettstreit beweisen, wer am besten und effektivsten sein Land entwickeln und die dazugehörige Stadt ausbauen kann.

So wird Helios gespielt

Jeder Spieler erhält zu Beginn des Spiels ein Landschaftstableau mit einer frei wählbaren Startlandschaft und zusätzlich ein Stadtausbautableau. Nun gilt es, als erstes auf dem Landschaftstableau Landschaften zu erschaffen die wiederum Rohstoffe produzieren, wenn sie direkt von der Sonne beschienen werden. Diese wandert kreisförmig um die Landschaften herum. Das zentrale Element der Sonne ist im Spiel neu und zudem sehr innovativ, steht der Spieler hier doch vor seiner ersten großen Entscheidung. Lieber einen kleinen und kompakten Landschaftsbereich schaffen, den die Sonne schnell umrunden kann und wodurch viele Siegpunkte generiert werden, oder doch lieber viele Landschaften anlegen, die von der Sonne beschienen werden und dadurch massig Rohstoffe produzieren? Die Rohstoffe werden anschließend zum Bau von Tempeln auf dem Landschaftstableau oder dem von Gebäuden in der Stadt dringend benötigt. Von der Sonne bestrahlte Tempel generieren zudem Siegpunkte, in der Stadt errichtete Gebäude können die Zugweite der Sonne, die Produktion von Mana und die Lagerung von Rohstoffen beeinflussen.

Abhängig von der Spielerzahl läuft das Spiel über drei bis vier Durchgänge. Jeder Durchgang ist in drei Phasen gegliedert: die Aktionsphase, die Personenphase sowie die Vorbereitungshase für den folgenden Durchgang. Das Herzstück des Spiels sind in jedem Fall die Aktionsphasen deren Anzahl ebenfalls von der Spielerzahl abhängig ist. In jeder seiner Aktionsphasen kann sich der jeweilige Spieler eines von am Anfang 18 nach Symbolen geordneten frei ausliegenden Aktionsplättchen nehmen und die darauf verzeichnete Aktion ausführen: Eine Landschaft erschaffen, einen Tempel oder ein Gebäude errichten oder die Sonne auf seinem Landschaftstableau vorwärts bewegen. Die Aktionsplättchen gibt es in drei und einer Joker-Farbe. Kann der Spieler ein dreifarbiges Set vorweisen, erhält er sofort eine Bonusaktion. Haben alle Spieler ihre Aktionen ausgeführt, beginnt die Personenphase. In dieser können nun offen ausliegende Personen erworben und bereits erworbene aktiviert werden, um deren spezielle Eigenschaften nutzen zu können.

Nach Beendigung der festgelegten Anzahl von Durchgängen gibt es für alle erreichten Spielfortschritte Siegpunkt und natürlich hat der Spieler gewonnen, der es geschafft hat, die meisten Siegpunkte zu sammeln.

Wie gut ist das Strategiespiel Helios?

Die Spielregeln von Helios sind schnell erklärt und auch das Spiel selbst läuft mit rund 60 Minuten Spieldauer relativ schnell ab. Allerdings sind die verschiedenen Spielelemente und -mechaniken so eng miteinander verzahnt, dass in den meisten Fällen eine erste Partie notwendig ist, um den Spielablauf zu verinnerlichen. Kommt das Spiel am Anfang der Partie durch seine Gleichförmigkeit auch recht schwer in Gang, kann es doch nach kurzer Zeit seinen vollen Reiz entfalten. Helios ist ein typisches Brettspiel für Fans der Optimierung. Ständig muss der Mangel verwaltet werden und jeder Spieler möchte idealerweise mehr Aktionen machen, als vorgesehen sind. Zudem steckt man ständig in der Zwickmühle, welche der möglichen Aktionen der augenblicklichen Situation am besten angepasst sein könnten. Durch die verschiedenen möglichen Siegstrategien hat Helios auch einen überaus hohen Wiederspielreiz.

Leider gibt es aber auch einige Punkte, die in meinen Augen weniger glücklich gelöst worden sind. So gibt es im Spiel nur eine geringe Interaktion. Jeder Spieler werkelt auf seinen Tableaus vor sich hin, schnappt den anderen eventuell mal ein Aktionsplättchen oder eine Person vor der Nase weg; ein wirkliches gemeinschaftliches Spielgefühl entsteht dadurch aber nicht. Auch der nicht immer einheitliche Grafikstil und die recht dünne und vor allem nicht geradlinige Hintergrundstory wirken an manchen Stellen kontraproduktiv.

Wer jedoch mit diesen kleinen Mängeln umgehen kann, eventuell sogar seinen Spielreiz aus Spielen mit hohem Optimierungsbedarf zieht, wird sich bei diesem kurzweiligen und spannenden Strategiespiel gut aufgehoben fühlen. Auch Freunde von Strategiespielen mit der oben genannten kurzen Spieldauer sollten sich Helios in jedem Fall einmal genauer ansehen, es wird sich sicher lohnen!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10-
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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