Flippermania

eine Spielerezension von Dirk Janßen - 24.02.2022
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Flippermania - Ausschnitt - Foto von Pegasus
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Flippermania, das sind vier unterschiedliche thematische Flippertische für bis zu vier Spieler, zwei schwarze Würfel, acht halbe Flipperkugeln, eine doppelseitige Erläuterung zum Flippern im Allgemeinen und eine über 30-seitige Spielanleitung. Fertig ist das Flippergefühl aus der Spieleschachtel. Die einzelnen Flipper hören dabei auf Namen wie Carniball, Cyberhack, Drachentöter und Disco Fever und fordern sowohl Anfänger als auch professionelle Roll-&-Write-Spieler. Ja, Roll & Write. Denn Flippermania von Geoff Engelstein (Wizkids/Frosted Games/Pegasus Spiele) ist tatächlich ein Roll & Write. Und dabei soll so etwas wie Flipperfeeling aufkommen?

30 Seiten Spielanleitung im Schnelldurchgang

Bei Flippermania erhält jeder Spieler einen Spielplan und eine passende Anzeige. Auf der Anzeige streicht man bei jedem Tisch die erzielten Punkte ab. Bei fortgeschrittenen Tischen bietet sie zusätzliche Mini-Games, die man auf dem normalen Tisch aktiviert, oder sonstige Extras. Außerdem bekommt jeder Spieler zwei Halbkugeln, die auf dem Spielplan die Flipperkugel darstellen.

Gespielt wird mit einer dieser Halbkugeln. Diese bewegt sich auf dem Spielplan wie eine normale Flipperkugel. Wird sie nicht von Elementen gestoppt, fällt sie von oben nach unten auf die Flipperfinger und wird von dort bestenfalls wieder nach oben katapultiert. Bei gewissen Elementen kann sie sich auch horizontal bewegen. Die Tische bieten dabei klassische Flipperelemente wie Bumper, Zielscheiben, Rampen und Drehziele.

Würfeln statt Flippern

Die Kugel wird durch die Würfelergebnisse gesteuert. Hierbei würfelt ein Spieler mit zwei Würfeln und jeder Spieler wählt eines der Ergebnisse. Das Würfelergebnis streicht er nun bei einem freien Element auf dem Spielplan in einer Ebene unter seiner aktuellen Ebene ab. Es sei denn, das aktuelle Element erlaubt auch horizontale Bewegungen des Balls, sodass auch ein passendes Element in der gleichen Ebene gewählt werden kann. Vom Flipperfinger kann der Spieler natürlich auch ein Ziel in einer oberen Ebene wählen, muss dabei aber beachten, welche Ziele er mit seinem Flipperfinger erreichen kann.

Je nach getroffenem Ziel gibt es Punkte. Außerdem werden durch gewisse getroffene Ziele oder die Kombination von getroffenen Zielen Boni aktiviert, die Einfluss auf das Spielgeschehen oder auf die erzielten Punkte haben. Hierüber werden auch Mini-Spiele aktiviert.

Wie bei einem klassischen Flipper kann man auch eine zweite Kugel aktivieren oder gegen den Flippertisch stoßen. Bestenfalls rettet man die Kugel so kurzfristig vor dem Aus, läuft aber auch Gefahr, dass die Kugel endgültig verloren geht.

Während eines Spiels stehen dem Spieler drei Kugeln zur Verfügung. Danach endet das Spiel für ihn. Dabei kann es passieren, dass andere Spieler noch weiterspielen und man somit zum Zuschauen verdammt ist. Wie bei einem normalen Flipper.

Flipperfeelling und Flipperstress mit Würfeln und Stift

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Flipper-Roll-&-Write Spaß machen kann. Aber nach zahlreichen Partien über alle Spieltische kann ich sagen, dass Flippermania nicht nur alleine sondern auch mit anderen zusammen Laune macht. Und überraschend viel Flippergefühl auf den Tisch bringt. Wenn die Kugel aus den Bumpern fliegt oder vom Flipperfinger aus nicht das heiß ersehnte Ziel findet, ist dies genauso frustrierend wie an einem echten Flipper. Und Punkt um Punkt bangt man dabei um den Verbleib der Kugel und den möglichen Highscore.

Flippermania - Brettspiel - Foto von Pegasus

Rollen bei einem Multiball zwei Kugeln über den Tisch oder wird die Aufmerksamkeit noch von einem Mini-Game beansprucht, wird sogar bei geringer Bewegung schon mal die Achsel feucht. Der „Spielstress“ steigt mit der Komplixität der Spieltische, weshalb zumindest der Tisch "Disco Fever" tatsächlich das Kennerspiellabel verdient hat. Hier flutscht die Kugeln dann auch nicht so geschmeidig durch die Elemente wie bei den anderen drei Tischen.

Dies ist vielleicht auch das einzige Manko an Flippermania: Würfeln, Kugel(n) schieben, Regeln berücksichtigen und auch noch die Punkte auf der Anzeige abstreichen - das alles kann ganz schön anstrengend sein. Das ist wie am normalen Tisch, wenn man gleichzeitig in einer Hand ein Bier und in der anderen die Kippe jongliert. Beim Einsteigertisch „Carniball“ fällt dies noch nicht ins Gewicht, aber spätestens beim „Drachentöter“ muss man sich schon am Riemen reißen. Daher hat mir persönlich der zweite Tisch „Cyberhack“ mit seinem Minispiel und seinen Entscheidungen auf dem Haupttisch am besten gefallen. Das soll andere aber nicht abschrecken. Denn wie gesagt: Flippermania hat und macht mir Spaß. Auch ohne Bier und Kippe!

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Flippermania - Brettspiel - Foto von Pegasus

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