King of the Valley

eine Spielerezension von Axel Bungart - 20.11.2021
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Familienspiel King Of The Valley - Ausschnitt vom Cover - Foto von The Game Master
Lesezeit: ca. 4 Minuten

„Wer dieses Spiel hat, will kein anderes mehr“, versprachen Hans van Tol und die Herren vom Verlag The Game Master aus den Niederlanden auf der SPIEL ’21 bereits auf der Neuheitenschau. Man könne alle seine Spiele verkaufen, denn das eine reicht, war ihre Überzeugung. Selbst wenn ein positiver Wahrheitsgehalt der Behauptung meiner Sammlerseele widersprach, wollte ich doch dem Marketinggedanken folgen, womit der Zweck bestimmt auch schon erfüllt war.

In King oft he Valley (Hans van Tol) versuchen zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren in 40-60 Minuten, Personen in ihr Königreich zu schleusen und damit Einfluss und Geld zu machen, was beides am Ende Ansehens- und damit Siegpunkte gibt. Wer die meisten Ansehenspunkte hat, gewinnt.

So wird King of the Valley gespielt

In einer Tal genannten Auslage liegen 25 Plättchen aus. Weitere zwölf Plättchen liegen auf einer dreidimensionalen Nachschubrutsche, dem Hügel. In seinem Zug darf sich der Spieler einen Charakter vom Hügel nehmen. Vorteil: Er bekommt ihn, noch bevor er ins Tal gewandert ist, wo ihn womöglich ein anderer vor der Nase wegschnappt. Nachteil: Er kostet dort Geld, was gleichzeitig Siegpunkte sind. Daher ist dieser Kauf auch nur optional.

Familienspiel King Of The Valley - Plättchenauslage - Foto von Axel Bungart

Der reguläre Zug besteht anschließend darin, mit seinem König im Tal umherzuziehen und dort einen Charakter - kostenfrei - aus der Auslage zu nehmen. Der König darf dabei orthogonal und diagonal ziehen, soweit er kann. Dann nimmt er sich entweder das Plättchen, auf dem er gelandet ist oder mehrere gleiche Plättchen, über die er in seinem Zug gezogen ist. Hat man dann ein Set aus fünf (von sechs) verschiedenen Charakteren gesammelt, legt man diese beiseite und erhält einen Bonus in Form von Punkten und Geld.

Während die zu sammelnden Charaktere nichts weiter bringen als Punkte, gibt es Spezialisten wie den Steuereintreiber, die man nicht sammelt, sondern dafür bereits gesammelte Plättchen aus seiner Auslage nimmt und dafür Geld erhält. Das Gute daran: Auch die abgegebenen Plättchen sind nicht verloren, sondern zählen für die Endabrechnung. Das spielt man so lange, bis der Hügel nicht mehr vollständig gefüllt werden kann; danach endet das Spiel und es gibt noch Sonderpunkte für möglichst viele Ritter eines Ordens und Paare von Bauern mit Frau.

Familienspiel King Of The Valley - Details des Materials - Foto von Axel Bungart

Nichts Neues im Staate Niederlande

King oft he Valley bietet nicht wirklich etwas Neues. Wie in vielen anderen Spielen sammelt man Sets an seinem Tableau und auch Sondereffekte sind kaum vorhanden. Allein das Bilden von Sets bringt den Königreich-Bonus, der auch schon deswegen nicht uninteressant ist, weil nur begrenzt Sets gebildet werden können. Da es nur je drei Königinnen und Narren (Joker) gibt, ist die Anzahl der kompletten Sets auf sechs begrenzt. Im Spiel zu viert ist daher auch Tempo angesagt, um vielleicht überhaupt ein Set mehr zu bilden als die Gegner. Einträglich sind aber auch die Steuereintreiber, mit denen man drei bis fünf gesammelte gleiche Plättchen gegen Geld eintauschen kann. Eine Alternative zum Königreich-Bonus.

Familienspiel King Of The Valley - Plättchen - Foto von Axel Bungart

Bauer sucht Frau

Am Spielende gibt es noch zwei Boni: Zum einen erhält man Punkte für jeden Bauern, für den man eine Bäuerin eingesammelt hat. Zum anderen gibt es Ritter verschiedener Orden, die Bonuspunkte bringen, sofern sie zum selben Orden gehören.

Von Bergen und Tälern

King of the Valley spielt sich somit sehr locker runter. In 35-45 Minuten, unabhängig von der Spieleranzahl, ist man durch. Das funktioniert in jeder Besetzung gleich gut, wobei es zu zweit deutlich taktischer ist. Der Anspruch liegt dabei darin, aufmerksam den Hügel zu beobachten und ggf. mal einen Charakter günstig und frühzeitig zu kaufen, bevor er ins Allgemeingut übergeht. Die Anleitung ist gut übersetzt (bis auf die kurze zusammenfassende Übersicht, die seltsamerweise gar nicht übersetzt ist) und lässt keine Frage offen. Die Plättchen sind recht hübsch gestaltet, nur die Schrift ist gerade bei den Spezialisten sehr klein, zumal sie in gebrochener Schriftart dargestellt ist.

Familienspiel King Of The Valley - Rutsche - Foto von Axel Bungart

Die Rutsche für die Nachschubplättchen, die den Hügel darstellt, funktioniert gut. Noch besser würde sie funktionieren, wenn die Plättchen etwas Seitenhalt hätten. Das ungewollte Durchrutschen der Plättchen lässt sich durch ein herkömmliches Gummiband verhindern, das man um das Ende der Rutsche spannt.

Familienspiel King Of The Valley - Schachtel - Foto von The Game Master

King of the Valley spricht nicht unbedingt Spieler mit gehobenen Ansprüchen an. Es hat den Anspruch eines leicht gehobenen Familienspiels, weiß damit gut zu unterhalten und stattet die Spieler stets mit dem wohligen Gefühl aus, dass immer was geht. Dafür spricht auch, dass man zu keinem Zeitpunkt Verlustängste haben muss, da keines der gesammelten Plättchen verlorengeht, auch nicht durch die Nutzung von Boni.

Daher spielen wir King oft he Valley mittlerweile zwischendurch gerne mal, wenn man gehirnschmalzsparsam spielen möchte. Und ich bin froh, dass ich meine Spielesammlung nicht auflösen muss.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
40-60
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
Fotos
Familienspiel King Of The Valley - Plättchenauslage - Foto von Axel Bungart
Familienspiel King Of The Valley - Rutsche - Foto von Axel Bungart
Familienspiel King Of The Valley - Plättchen - Foto von Axel Bungart
Familienspiel King Of The Valley - Details des Materials - Foto von Axel Bungart
Familienspiel King Of The Valley - Schachtel - Foto von The Game Master

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