Uwe Rosenberg und Hanno Girke über Hengist

Kurze Entdeckung für Zwei

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 02.10.2015
Eroberungsspiel Hengist - Foto von Lookout Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Zur Spielemesse in Essen 2015 veröffentlicht Lookout Spiele von Uwe Rosenberg das Spiel Hengist. Thematisch ist es mal etwas völlig anderes vom Agricola-Erschaffer. Wir haben den Autor und Redakteur Hanno Girke zum Spiel befragt.

Der Titel steht für einen legendären Eroberer, der auf der britischen Insel aktiv gewesen sein soll. Wie kamt ihr auf dieses Thema?
Uwe: "Das Thema ist von Hanno. Es gefällt mir aber sehr gut. Mein Prototyp spielte in Mittelamerika.“
Hanno: „Hengist ist laut Lewis Pulsipher ein Sachsen-Anführer, kommt in Runde 6 mit acht Sachsen-Einheiten aus der Friesischen See und führt eine große Invasion durch. In unserem Spiel ist er schon in England gelandet und führt Plünderungen entlang der Küste durch.“

Hanno, war es schwierig, den Mechanismus hin zum neuen Thema Hengist zu verändern?
Hanno: „Uwe hatte das Spiel schon perfekt auf das Thema vorbereitet - es musste nur die Grafik entsprechend gestaltet werden. Denn, ob jetzt Spanier die Küste Südamerikas entlangfahren und Indio-Tempel plündern oder Sachsen das südöstliche England … Wir haben das Spiel aber von einem Drei-Personen-Spiel zu einem reinen kurzen 2er weiterentwickelt.“

Was wird bei Hengist Aufgabe der Spieler sein? Wird es ein Eroberungsspiel sein?
Uwe: "Gold suchen. Es ist eher ein Entdeckerspiel."

Uwe, mit welchen wesentlichen Mechanismen setzt du das Thema um? Was zeichnet Hengist aus?
Uwe: "Karten ausspielen und laufen. Wie bei Elfenland einst."

Hanno, ist es aus deiner Sicht ein „typisches Rosenberg-Spiel“?
Hanno: „Nein, es ist kein ‚typischer‘ Rosenberg. Man kann nichts aussäen und keine Schafe vermehren. Ein wenig Handkartenmanagement und vor allem das Zeitmanagement stehen eher im Vordergrund: Die wichtigste Entscheidung ist, wann man das Spiel über die Entdeckerkarten beschleunigt.“

Uwe, welche Zielgruppe hat Hengist? Wer wird das Spiel lieben, wer wird es hassen?
Uwe: "Es ist für Supermarktkunden. Ich bin im Moment in Elternzeit. Vielspielerspiele kommen in Kürze wieder. Es sind gleich drei in der Pipeline. Und: Niemand wird Hengist hassen. Wer zu solchen Gefühlen fähig ist, spielt nicht gerne, und wird Hengist wahrscheinlich erst gar nicht entdecken."

Hast du noch einen Tipp für Spieler, die sich das erste Mal an das Spiel setzen? Was sollten Sie beachten, um den Spaß nicht zu verlieren?
Uwe: "Das Spiel ist so einfach. Da bedarf es keiner besonderen Tipps."

Wie unterscheidet sich für dich die Entwicklung eines Zwei-Personen-Spiels von einer, die für mehr Spieler geeignet ist?
Uwe: "Ich kann viel mehr alleine am Schreibtisch ausarbeiten. Das ist unverzichtbar mit drei kleinen Kindern. Ich komme nur noch wenig dazu, mit anderen zu spielen."

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Hengist wird es in einem längeren Artikel in Ausgabe Nr. 4 des Magazins „Neues vom Ausguck“ von Lookout Spiele geben, das in zwei Wochen erscheint. Ebenfalls enthalten ist eine Mini-Erweiterung zu Caverna von Uwe Rosenberg.

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