Gang Of Four

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 31.10.2005
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Gang Of Four von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das laut Schachtelaufdruck "meistgespielte Kartenspiel in Asien" besteht aus 64 Karten: je zwei Mal die Werte Eins bis Zehn in drei Farben, sowie vier Sonderkarten. Zu Beginn einer Runde werden an jeden Spieler 16 verteilt, bevor er versucht, diese möglichst schnell wieder los zu werden; denn alle Karten, die die Spieler am Ende noch auf der Hand halten, zählen Minuspunkte. Ein Spieler eröffnet einen Stich, indem er eine Kombination aus einer bis fünf Karten ablegt. Reihum können die Mitspieler nun mehrfach passen oder erhöhen, wobei die Anzahl der gelegten Karten beibehalten werden muss. Ist die Erhöhung bei Einzelkarten, Pärchen oder Drillingen noch eindeutig, so gibt es für die zulässigen Fünfer-Kombinationen einen Schlüssel, welchen man erst nach einigen Partien intus hat - so besitzt beispielsweise ein Full House einen größeren Wert als eine Straße.

All diese Kombinationen werden jedoch übertroffen von einem Quartett, vier Karten mit gleichem Wert, dem sprichwörtlichen "Gang of Four". Nach dem Ausspielen eines solchen endet ein Stich normalerweise, und der Gewinner eröffnet einen neuen. Sobald der Erste seine letzte Karte ausgespielt hat, endet die Runde sofort, die Minuspunkte der übrigen Spieler werden notiert und die Karten neu verteilt. Hat der erste Spieler 100 oder mehr Miese, hat derjenige mit den wenigsten Punkten die Partie gewonnen.

Was gemerkt? Das Grundprinzip von Gang of Four ist ein alter Hut - Spiele wie Zoff im Zoo,Der große Dalmuti oder Tichu haben auf sich dieser Basis eine große Fangemeinde erworben. Neue Spiele in diesem Bereich müssen also etwas Besonderes bieten, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Leider aber schwächelt Gang of Four in punkto Innovation: Die Sonderkarten kennt man in ähnlicher Form von anderen Spielen, ebenso die möglichen spielbaren Kombinationen, und auch dass der Verlierer einer Runde dem Gewinner zu Beginn der nächsten seine stärkste Karte überlassen muss. Dafür gibt es einige unnötige Mätzchen, wie das Klopfen zur Beschleunigung des Ablaufs oder das Wechseln der Spielrichtung nach jeder Runde. Das Design der Karten kann zudem getrost als langweilig bezeichnet werden. Punkten kann Gang of Four dadurch, dass es, im Gegensatz zu anderen Vertretern des Subgenres, bereits mit drei Personen spielbar ist.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Gang of Four funktioniert durchaus und bietet solides Spielehandwerk. Allerdings gibt es weitaus bessere Alternativen. Und die voluminöse Schachtel soll wohl nur den hohen Preis rechtfertigen - dafür bekäme man bei Adlung oder Amigo bereits drei Kartenspiele.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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