Domino als Spiel und Dominosteine als Spielzeug

Das klassische Legespiel ist mehr als Kinderkram

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 02.12.2017
Domino - Dominosteine - klassisches Spielzeug - Foto von Clipdealer
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Dominosteine zum Spielen findet man in vielen verschiedenen Ausführungen. Die Steine mit den Punkten kennt jeder. Meistens bestehen die klassischen Spielsteine aus Holz oder Kunststoff. Wer es edel mag, kauft Dominosteine aus Glas, Onyx, Marmor oder Speckstein. Die gläsernen Steine kommen aus maschineller Herstellung, während die steinernen oft in sorgfältiger Handarbeit gefertigt werden. Ihren Charme macht das leicht ungleichmäßige Erscheinungsbild aus, und sie sehen nicht nur beim Spielen sehr schön aus, sondern auch als Dekoration auf dem Sideboard oder im Regal. Das allein zeigt schon, wie sehr das Spielprinzip Domino sowie die Dominosteine in der Gesellschaft verankert sind.

Anleitung: Domino - so funktioniert es

Domino ist ein so genanntes Legespiel, welches aus Spielsteinen besteht, die eine rechteckige Form aufweisen. Auf den Steinen sind zwei Felder erkennbar. Auf jedem der Felder stehen verschiedene Augen. Ziel des Spiels ist es, die Steine stets so aneinander zu legen, dass die gleichen Augenpaare aufeinander folgen. Wie genau das Spiel entstanden ist, kann niemand mit Gewissheit sagen. Es wird jedoch vermutet, dass es aus China stammt und möglicherweise durch Marco Polo importiert wurde.

Das Spiel Domino hat normalerweise 28 Dominosteine, von denen jeder eine andere Zahlenkombination hat. Diese beginnen mit 0/0, der höchste der Dominosteine ist der mit zweimal sechs Punkten. Ein Spielstein mit den Punkten 3 und 4 darf beispielsweise nur an einen weiteren der Dominosteine angelegt werden, der ebenfalls eine 3 oder eine 4 hat. Es können auch vor dem Spiel alle Dominosteine verteilt werden. Dies bietet sich an, wenn man mit vielen Leuten spielt. Bleibt einer der Dominosteine übrig, so ist dies der Anfangsstein.

Der Spieler mit der höchsten Doppelzahl an Augen beginnt und legt den ersten Stein. Der nächste Spieler muss die gleiche Augenzahl an den Stein anlegen. Kann ein Spieler nicht anlegen, zieht er zur Strafe zwei weitere Steine aus einem Beutel. Enthält der Beutel keine Steine mehr, muss der Spieler, der nicht anlegen kann, stattdessen eine Runde aussetzen. Gewonnen hat der Spieler, der als erstes alle Dominosteine angelegt hat.

Das Legespiel Domino - Foto von Clipdealer

Es gibt unendlich viele Varianten dieses Klassikers. Die Werte auf den Steinen können bis zur Doppel-Achtzehn hochgehen, doch diese Spiele sind meist nur aus dem außereuropäischen Ausland zu beziehen. Solche Spiele haben nichts mehr mit dem Kinderspiel zu tun, sondern erfordert strategisches Vorgehen und gute Konzentration. Wie beim Skat die Karten sollte man sich beim Domino die Steine merken, die die anderen Spieler bereits gelegt und welche sie noch in der Hand haben könnten.

Neben der klassischen Variante gibt es weitere Spielformen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben. Das ungarische Domino sieht beispielsweise vor, dass ein Spieler so oft hintereinander anlegen kann, bis er keinen passenden Stein mehr findet. Erst danach fährt der andere Spieler fort. Bei der italienischen Variante geht es wiederum darum, jeweils die Summe der beiden Augen anzulegen.

Variante: Triomino

Ist das klassische Domino langweilig geworden, bietet das Triomino eine neue Herausforderung. Hier hat man keine rechteckigen Dominosteine, sondern dreieckige. An jeder Seite befindet sich eine Punktzahl, als Ziffer oder Punkte, und man muss zwei oder drei passende Seiten der Dominosteine finden und nicht nur eine, wie bei der üblichen Version.

Dominosteine als Spielzeug - eine beeindruckende Kettenreaktion

Dominosteine begeistern in der Regel nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Das klassische Spiel ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und jeder hat es einmal in seinem Leben gespielt. Mit Dominosteinen lässt sich nicht nur klassisch spielen. Jedes Kind baut gern die sogenannte "Ratterbahn" oder auch "Klickerbahn" genannt. Der Name stammt einfach daher, dass die Dominosteine beim Umfallen eben rattern oder klickern. Längst haben findige Hersteller extra dafür Steine im Angebot. Punkte sind auf den Spezialsteinen nicht. Dafür gibt es im Sortiment Brücken, Treppen und vieles mehr, um eine möglichst besondere Bahn zu erstellen.

Es geht aber auch klassisch: Jeder, der Dominosteine besitzt, wird diese einmal hochkant hintereinander aufgestellt haben, um anschließend eine beeindruckende Kettenreaktion zu beobachten. Ganze Fernsehsendungen werden mit diesem Spiel gefüllt. Wer die Dominosteine zum Zwecke der Kettenreaktion nutzen möchte, kann gezielt nach entsprechenden Steinen Ausschau halten. Diese werden unter anderem online angeboten. Die Sets bestehen oft aus bunten Steinen unterschiedlicher Größen und sogar "Hindernisse" können bei der Kettenreaktion gezielt eingebaut werden. Kein Wunder, dass die meisten Menschen an dieser Möglichkeit der Freizeitgestaltung viel Spaß haben.

Für alle, die sich in Geschicklichkeit üben möchten, empfiehlt es sich, die Steine zu stapeln und ganz unterschiedliche "Bauwerke" hieraus zu erschaffen. Auch hierfür werden spezielle Dominosteine angeboten, sodass eine große Vielfalt geboten wird. Wer kreativ ist, kann aus den kleinen Steinen herrliche Bauwerke konstruieren. Ein bisschen Fantasie sollte jedoch vorhanden sein.

Rekorde rund um Domino - Foto von Clipdealer

Dominosteine-Rekorde

  • 2010 kein Dominosteine-Rekord bei RTL
    20. August 2010: Dominosteine werden dieses Jahr bei RTL nicht fallen. Wie verschiedene Medien berichten, fällt der diesjährige "Domino-Day" aus. Grund sei die Wirtschaftskrise hieß es. Die Organisatoren haben nicht genug Sponseren finden können um, wie sonst im November üblich, hunderttausende Dominosteine fallen zu lassen.

  • Menschen als Dominosteine
    12. August 2010: In China wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Genau 10.267 Menschen ließen sich im Dominosteine-Effekt wie eine Ratterbahn gegeneinander umfallen. Genauer gesagt setzten sich die Menschen hintereinander. Der Erste liess sich nach hinten fallen. Dadurch fiel der Zweite gegen den Dritten, dieser gegen den Vierten usw. bis auch der 10.267. gefallen war.

  • Dominosteine - Gedenken an Mauerfall
    9. November 2009: Zum Gedenken an den Fall der Berliner Mauer wurden 1.000 überdemensionale Dominosteine zu einer 1,5 Kilometer langen Kette aufgereiht. Jeder Dominostein war 2,50 Meter groß. Die Dominosteine ließ man umfallen, um den Fall der Mauer darzustellen.

  • Dominosteine im Wesertunnel
    17. Januar 2004: Anlässlich der Eröffnung des Wesertunnels, der die Landkreise Cuxhaven und Wesermarsch verbindet wurden 250.000 Ziegelsteine auf einer Länge von 27 Kilometern wie Dominosteine aufgereiht und anschliessend umkippen gelassen.

Fotos: Clipdealer