Keine Suisse Toy 2018

Pech gehabt oder selber schuld?

ein Spiele-Artikel von Bernhard Zaugg - 13.04.2018
Suisse Toy Logo - Rechte Bernexpo AG
Lesezeit: ca. 2 Minuten

So müsste und kann es offenbar tatsächlich gemacht werden: Während es in Duisburg scheinbar mühelos gelungen  ist, eine neue und erfolgreiche Spielmesse mit grossem Publikumsandrang und guter Stimmung aus dem sprichwörtlichen Boden zu stampfen, kränkelt und kriselt die Suisse Toy  in Bern schon längere Zeit. Zwar hatte es zuletzt nach einer Wende zum Guten ausgesehen, doch ist das offensichtlich ein Strohfeuer gewesen und erwiesen sich die konzeptionellen Mängel als allzu groß und schwerwiegend.

Keine Suisse Toy 2018

Jedenfalls steht gemäß einer kürzlich verbreiteten Meldung offenbar fest, dass die für Mitte Oktober 2018 geplante neuste Ausgabe der Suisse Toy nicht stattfinden wird. Begründet wird diese Absage mit dem Fernbleiben großer, multinationaler Aussteller sowie des Spielwaren Verbandes Schweiz SVS. Als Nächstes soll die Suisse Toy Classic demnach einer umfassenden Neukonzeption unterzogen werden, während die bisher parallel laufende und in die Messe integrierte Suisse Toy Digital durchstarten und "zum wichtigsten Festival der Gaming- und Geek-Szene" (der Schweiz, Europas oder gar weltweit?) avancieren soll.

Suisse Toy: langer Weg zum vorläufigen Aus

Das alles ist einerseits unerfreulich und wirklich schade, andererseits aber dennoch nicht völlig überraschend, hatte sich der Niedergang der Suisse Toy doch irgendwie schon länger abgezeichnet. Richtig glücklich waren jedenfalls viele Aussteller und Besucher, die dem Lockruf der Messe nur noch begrenzt folgen wollten, schon länger nicht mehr gewesen.

Möglicherweise rächt sich jetzt, dass das selbsternannte "grösste Spielzimmer der Schweiz" seinen Fokus preisgegeben hat und zum Sammelsurium für alle möglichen Familienthemen und -anliegen geworden ist. Spielwaren ganz generell und insbesondere der kleine, aber feine Bereich der Gesellschaftsspiele wurden im Laufe der Zeit mehr oder weniger subtil an den Rand gedrängt und der Konkurrenz durch andere, nicht passende Einflüsse  ausgesetzt. Spiele ausprobieren konnte man zwar grundsätzlich immer, doch wurde der Platz dafür stets rarer und das Angebot kleiner. Das trübte die Stimmung vieler und führte nun offensichtlich zum Ausstieg wichtiger Anbieterinnen und Anbieter und letztlich zum (hoffentlich nur vorläufigen) Ende der Messe.

Dabei würden sich die Aussteller und das Publikum nichts lieber wünschen als einen Ort, an dem aus einer Fülle von allen möglichen Angeboten ausgewählt und die Spiele auch gleich ausprobiert werden können. Das aktuelle Beispiel in Duisburg zeigt deutlich, dass das möglich ist und auf Anklang stößt. Man müsste die Chance halt nur erkennen und packen können bzw. wollen.

2019 ist offenbar die nächste Austragung der Suisse Toy geplant. Hoffen wir, dass es tatsächlich dazu kommen wird …!