Suisse Toy 2006

Spielbericht von der 7. Nationalen Spielwarenmesse in Bern

ein spielerischer Artikel von Bernhard Zaugg - 23.10.2006
Suisse Toy 2006 von Suisse Toy
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die Suisse Toy in Bern, das größte Spielzimmer der Schweiz, reitet weiterhin auf der Erfolgswelle. Über 62.000 Besucher oder gut 12 Prozent mehr als im Vorjahr nutzten die Gelegenheit, sich von rund 250 Ausstellern aus erster Hand über die Neuheiten und bewährten Klassiker aus der bunten Welt von Spiel und Hobby informieren zu lassen und diese auch gleich selber auf Herz und Niere zu testen.

Beeindruckend war dabei insbesondere die große Vielfalt der Themen und Angebote. Diese reichte von Gesellschaftsspielen über Modelleisenbahnen, ferngesteuerten Fahr- und Flugobjekten, Stofftieren sowie vielfältigsten Bau- und Konstruktionskästen bis hin zu Puppenhäusern und Bastelangeboten aller Art. Dabei wurde nichts ausgelassen, was das Herz der großen und kleinen Spielbegeisterten erfreut. Zahlreiche Meisterschaften Sonderschauen und Workshops sowie die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit bei Fernsehproduktionen innerhalb der Messe rundeten das Geschehen ab und sorgten dafür, dass restlos alle Besucher auf ihre Rechnung kamen.

Nicht zuletzt galt dies auch für die Gesellschaftsspiele, die an zahlreichen Ständen präsentiert wurden und nach eigenem Belieben (beziehungsweise gemäß der Verfügbarkeit freier Plätze an den Spieltischen) ausprobiert werden konnten. Am Stand von Kosmos wurden beispielsweise schon vor der großen Spielmesse in Essen die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes gezeigt. Auf großes Interesse stieß dabei insbesondere Die Säulen der Erde, das mit seiner tollen Ausstattung und einem faszinierenden Spielablauf zu einem echten Highlight im Verlagsangebot werden könnte. Auch Kampf um Rom in der Tradition der Spiele von Die Siedler von Catan oder Typisch Frau, typisch Mann, gewissermaßen das Spiel zur Fernsehshow, machten einen hervorragenden ersten Eindruck und weckten große Vorfreude auf die bevorstehenden winterlichen (Spiel-) Abende.

Action pur herrschte am Stand von Ravensburger, wo Piraten auf Schatzjagd mit einem überdimensionalen Spielplan und prächtigen, rund 30 Zentimeter großen Piratenbooten für viel Aufsehen sorgten. Der Clou sind dabei die Kanonen, mit denen richtige Schüsse abgefeuert werden können, um das gegnerische Schiff zu zerstören und die darin verborgenen Schätze zu erbeuten. Daneben bewiesen bekannte Klassiker wie Das verrückte Labyrinth, dass selbst ältere Spiele über die Jahre hinweg nichts von ihrem Reiz einbüssen müssen.

Bei Hasbro stach die technische Aufrüstung bestehender Spiele ins Auge. Neu können beispielsweise das populäre Trivial Pursuit oder Cluedo, ein faszinierendes Detektiv- und Deduktionsspiel, mit DVD-Unterstützung gespielt werden, ebenso Fluch der Karibik, das grauslich anzuschauende Spiel zum gleichnamigen Kinohit. Friedlichere Akzente setzte dem gegenüber Schmidt Spiele mit einer Puzzle-Olympiade, bei welcher je nach Kategorie unterschiedlich große beziehungsweise schwere Bilder zusammengesetzt werden mussten. Unglaublich, was für Wartezeiten die Fans dafür in Kauf zu nehmen bereit waren! Gleich nebenan sorgten Pokertische für Casinostimmung und viel Aufregung beim Aufdecken der Karten.

Gar eine Weltpremiere gab es zu feiern in Form von Usgrächnet Bünzen, der Schweizer Variante von Ausgerechnet Buxtehude. Das pfiffige Geografiespiel besticht durch einfache (in allen vier Landessprachen inklusive rätoromanisch formulierte) Regeln und überblickbarer Dauer. Es geht darum, Spielkarten mit mehr oder weniger unbekannten Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und Berggipfeln im richtigen örtlichen Verhältnis zueinander abzulegen. Gute Geografiekenntnisse sind dabei sicher von Vorteil, jedoch keine Erfolgsgarantie. Vielmehr kann versucht werden, die Gegner mit Pokerface und dem nötigen Schlachtenglück in die Schranken zu weisen. Ein sicherer Hit für jede Spielrunde und erst noch verbunden mit einem gewissen Lerneffekt im Hinblick auf die nächste Geografieprüfung oder vergleichbare Herausforderungen!

Ersteres gilt uneingeschränkt auch für Thurn und Taxis, das Spiel des Jahres 2006. Das Interesse am neuen Preisträger und den anderen Titeln der Auswahl- und Empfehlungsliste war jedenfalls riesig, ebenso der Ansturm auf den zentral platzierten Spiel-des-Jahres-Stand. Dort erläuterten Synes Ernst und Tom Felber, die beiden Schweizer Mitglieder der Jury, im Dauereinsatz und mehrsprachig die Besonderheiten der ausgezeichneten Spiele. Gerne genutzt wurde dabei insbesondere die Möglichkeit, sich von neutraler, verlagsunabhängiger Seite über die diversen Preisträger informieren zu lassen.

Die nächste Durchführung der Suisse Toy ist geplant vom 3.-7.10.2007 wieder in Bern. Sie dürfte bereits heute ihren Platz im Kalender der meisten Besucher der diesjährigen Ausgabe der Messe gefunden haben.

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