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Spielgefühl: Spiele in der Streichholzschachtel

Spiele in der Streichholzschachtel: 6 Minis von moses.Verlag - Foto von Michael Weber

Ersteindrücke zu Brautkraut, Dominew, Pack-Esel, Tschüss, Weg damit und Würfel-Mikado

Klein, aber oho. Das ist das Motto bei sechs Mini-Games von moses.Verlag. In der Reihe „Spiele in der Streichholzschachtel“ sind Brautkraut, Dominew, Pack-Esel, Tschüss, Weg damit und Würfel-Mikado erschienen. Alle sind wirklich klein, kurz erklärbar und bieten dennoch einen gewissen Spielspaß. Die Ideen sind nicht wirklich neu, teilweise handelt es sich wie bei Brautkraut um eine Mikro-Ausgabe eines „großen“ Spiels. Alle sechs Titel stammen von Anja Wrede und Christoph Cantzler.

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Vorweg: Die Handhabung ist nichts für dicke Finger

Einen Punkt will ich vorweg nennen. Durch die extrem kleine Größe der Verpackung ist es logisch, dass auch das Material nicht besonders groß ist. Einige würden es „fitzelig“ nennen. Die Klötzchen, Würfel und übrigen Bestandteile sind wirklich arg „mini“. Das ist dem Konzept geschuldet, wird aber für einige Menschen Probleme bereiten. Leider sind die Schachteln außerdem auf beiden Seiten mit einem recht großen Klebepunkt versiegelt.

Der Hinweis auf „klein“ gilt auch für die Anleitungen. Diese kommen mit wenig Text aus. Aber dieser Text ist auf Faltblättchen gedruckt, die ebenfalls in eine Streichholzschachtel passen. Das Resultat: Die Schrift ist ebenfalls klein, was selbst mit Lesebrille grenzwertig sein kann. Aber wie ist das Spielgefühl dieser sechs Titel, die prima in die „Hosentasche“ passen?

Ersteindruck: Brautkraut

Spiele in der Streichholzschachtel: Brautkraut - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Brautkraut – Foto von Michael Weber

Der Zungenbrecherspaß Brautkraut ist für 2 – 4 Personen ab 6 Jahren geeignet. Je zwei der vier Begriffe „Braut“, „Kleid“, „Blau“ und „Kraut“ sind als Icon auf den Karten abgebildet. Dazwischen ein Pfeil. Dieser gibt die Lesefolge vor. Nun legen alle Reihum eine Karte und müssen den vorherigen und den eigenen Begriff korrekt und haspelfrei nennen. Zum Beispiel: „Brautkraut bleibt Blaukleid“. Fehler bedeuten, alle Karten aufnehmen zu müssen.

Das ist selbst bei klarem Wissen, was zu lesen ist, ein echter Zungenbrecher. Wer solche Aufgaben mag, findet hier eine prima Übung für fehlerfreies Sprechen. Andere werden verzweifeln und Fehler machen, obwohl sie es besser wissen. Herrliches Lachen möglich.

Ersteindruck: Dominew

Spiele in der Streichholzschachtel: Dominew - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Dominew – Foto von Michael Weber

Dominew ist für 2 – 4 Personen ab 6 Jahren geeignet. Es ist im Prinzip ein klassisches Domino mit winzigen Karten. Wer an der Reihe ist, legt aus, zieht nach oder passt. Problem: das Limit von sieben Karten sowie das Verbot, zweimal nacheinander zu passen. Wer am Ende die wenigsten Handkarten hat, gewinnt. Die Legeregeln und frühzeitiges Ausscheiden aus dem Legen bringen etwas Zwang in den Ablauf.

Dominew bietet keine neue Idee, ist aber aber handlich umgesetzt und überzeugt durch den Zwang zum schnellen Ende. Mir hat es sehr gut gefallen, auch wenn der Spaß wie bei allen Spielen in der Streichholzschachtel sehr kurz ist.

Ersteindruck: Pack-Esel

Spiele in der Streichholzschachtel: Pack-Esel - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Pack-Esel – Foto von Michael Weber

Pack-Esel ist eine kleine Geschicklichkeitsaufgabe für 2 – 4 Personen ab 6 Jahren. Eine ruhige Hand ist erforderlich. Aufgabe: Ein kleines Packstück (Holzklötzchen) auf die Schachtel legen und weitergeben. Die nächste Person packt ein Klötzchen dazu und gibt den Stapel wieder weiter usw. Natürlich fällt irgendwann etwas und dann gibt es Minuspunkte.

Diese Idee erinnert an viele Geschicklichkeitsspiele, war aber selten so winzig umgesetzt. Leute mit eiskaltem Gemüt und niedrigen Blutdruck haben hier gute Karten. Ein witziger und leider häufig schneller Spaß.

Ersteindruck: Tschüss!

Spiele in der Streichholzschachtel: Tschüss - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Tschüss – Foto von Michael Weber

Tschüss ist ein Titel für 2 Personen ab 6 Jahren. Hier kommen zwei Würfel zum Einsatz. Die Augenzahlen geben vor, wie weit die beiden eigenen Klötzchen auf einer Leiste rücken können. Dabei ist es erlaubt, einen einzelnen Wert, beide Werte, die Summen oder die Differenz zu nutzen. Die Leiste besteht aus den Kanten von Schachtel und Lade. Ziel ist es, die Klötzchen auf eingezeichnete Punktezahlen zu bringen und andere Steine möglichst herauszuwerfen.

Tschüss hat einen gewissen Glücksanteil, der sich aber durch geschicktes Nutzen der Augenzahlen reduzieren lässt. Es steckt deutlich mehr in diesem kleinen Grundmechanismus, als es den Anschein hat. Ich nenne es: Zielwürfeln.

Ersteindruck: Weg damit

Spiele in der Streichholzschachtel: Weg damit - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Weg damit – Foto von Michael Weber

Weg damit ist ein Schätzspiel für 2 – 4 Personen ab 6 Jahren. Die Schachtellade hat fünf Fächer. In jedem dürfen maximal so viele Klötze liegen, wie die Nummer vorgibt. Nun gilt es, eigene Klötze loszuwerden. Dazu wird gewürfelt, vorhergesagt, ob das Fach noch Platz bietet, und ein Klotz dazugelegt oder – bei falscher Annahme – aufgenommen.

Wer zuerst keine Klötze mehr hat, gewinnt die Partie. Das klingt einfach und Superhirne werden sich alles merken können. Aber nach und nach kommt das Chaos dazu und der Überblick geht verloren. Die Idee ist durchaus kurzweilig und eine Partie schnell vorbei.

Ersteindruck: Würfel-Mikado

Spiele in der Streichholzschachtel: Würfel-Mikado - Foto von Michael Weber
Spiele in der Streichholzschachtel: Würfel-Mikado – Foto von Michael Weber

Würfel-Mikado ist ein Geschicklichkeitsspiel für 2 – 4 Personen ab 6 Jahren. Die Schachtellade hat an der Seite Nummern. Würfelwürfe geben vor, über welche Nummern ein Mikado-Stäbchen zu legen ist. Bewegung erlaubt, Fallen bedeutet Minuspunkte.

Schon das zweite Stäbchen wird zur Wackelei, je unruhiger die Hand, desto eher fällt eins herunter. Eine schöne Idee, bei dem am Ende das Abräumen ebenso wichtig ist wie das Hinlegen. Wer Mikado schon nicht mochte, wird an diesem Titel vielleicht verzweifeln.

Wer ist Zielgruppe für die Mini-Spiele in der Streichholzschachtel?

Bisher waren es klasssiche Reisespiele, die günstig und transportabel waren. Der moses.Verlag geht mit den Minis einen neuen Weg. Nun passen die kleinen Schachteln in wirklich jede Tasche. Ebenso sind sie prima Give-aways, sie passen in Schultüten, sind ideal für Nikolausstiefel oder Adventskalender. Die kurzen und klaren Regeln erlauben das Losspielen. Kurz: So winzig die kleinen Dinger sind, so groß ist der Einsatzbereich.

Der Spielspaß ist nicht immer gigantisch. Es sind Titel für den schnellen Zeitvertreib oder ein kleines Spiel in der Pause. Genau in dieser Lücke haben die Spiele in der Streichholzschachtel aber eine Berechtigung. Ich finde die Idee hervorragend, auch wenn mir persönlich das Material zu winzig ist. Aber einen guten Eindruck hat die Reihe bei mir hinterlassen. Ich bin gespannt, wer dieser Idee folgt.

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