Drachenland (2020)

eine Spielerezension von Eva Timme - 24.11.2020
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Drachenland - Ausschnitt - Foto von Game Factory
Lesezeit: ca. 4 Minuten

"Ich ducke mich und versuche mich in die Schlangengrube zu schleichen - der Goldschatz dort sieht wahrlich verlockend aus. Und im Schleichen bin besonders gut.  Wenn ich dort mit zwei Abenteurern aufschlage, kann ich noch die große Portion vom Schatz abgreifen und die wertvollen Drachensteine gehören auch mir". Für die Fledermaushöhle wäre es besser, wenn ich gut stürmen kann, da versuche ich es lieber später. Falls bis dahin nicht ein nerviger Kobold aufgetaucht ist und meine Chancen auf eine Mehrheit reduziert. Dann kann ich womöglich die Mehrheit in der Fledermaushöhle nicht erreichen, aber ein Gleichstand ist wahrscheinlich noch möglich. Leider brauche ich nicht weiter nachzudenken - mein Plan wird von meinem Mitspieler vereitelt - er spielt vier gleichfarbige Karten und darf daher mit vier Würfeln stürmen - da ist er sehr sicher erfolgreich.  Einen Moment kann ich mir eine leichte Schadenfreude nicht verkneifen - hat er doch nur eine Acht gewürfelt und ein neun braucht er mindestens, um erfolgreich zu sein …  Die Freude währt nur kurz - er hat noch einen Abenteurer in der Akademie - dieser bringt einen Punkt, wenn er ihn zu sich zurück nimmt, und schon kann er zwei Abenteurer dort einsetzen. Mir bleibt nur noch „der schäbige Rest“ - einige Goldmünzen kann ich immerhin noch abgreifen. Ein magerer Lohn, dafür dass ich mich auch tapfer geschlagen habe bei der Erkundung des Raum.

Wie läuft das Spiel ab?

Willkommen bei Drachenland von Darren Kisgen in der 2020er-Auflage von Game Factory. Im meinem Zug habe ich genau zwei Möglichkeiten: Ich kann mich „ausruhen“, d. h., zwei Karten nachziehen. Dabei ist das Handkartenlimit neun Karten - ich darf allerdings zwei Karten ziehen und anschließend Karten abwerfen, also auch Karten die ich vorher auf der Hand hatte. So habe ich bessere Möglichkeiten, mir gute Kartenkombinationen zusammenzustellen. Denn diese Kombinationen brauche ich, wenn ich „Entdecken“ will (die zweite Möglichkeit). „Entdecken“ bedeutet, ich versuche meine Abenteurer auf einer der drei ausliegenden Landschaftskarten einzusetzen. Ich habe hoffentlich starke Kartenkombinationen gesammelt und kann eine von drei Kombinationen mit beliebig vielen Karten ausspielen - maximal neun - denn das ist ja mein Handkartenlimit. Einen Ort kann ich entdecken, indem ich mich anschleiche, ihn ausspioniere oder ihn direkt stürmen. 

Drachenland - Material - Foto von Game Factory

Zum Anschleichen brauche ich eine Straße, zum Ausspionieren spiele ich Karten mit gleichen Zahlen aus. Im beiden Fällen spielt die Farbe keinen Rolle. Will ich dagegen einen Ort stürmen, so brauche ich Karten mit gleicher Farbe und die Zahlen spielen keine Rolle. Je mehr Karten ich ausspiele, umso mehr Würfel darf ich benutzen. Ob meine Aktion erfolgreich ist, hängt dann von meinem Würfelglück ab. 

Jeder Ort hat einen unterschiedlichen Wert bei den einzelnen Möglichkeiten. Ein Ort ist besonders schwer mit Anschleichen zu entdecken (da braucht es zum Beispiel mindestens eine zwölf als Würfelergebnis), beim nächsten Ort ist das Ausspionieren schwieriger. Außerdem ist bei vielen Orten eine der drei Möglichkeiten besonders schwierig. Dafür kann ich allerdings bei einem Erfolg gleich zwei Abenteurer einsetzen. Ansonsten setze ich einen Abenteurer auf die Ortskarte. 

Bin ich nicht erfolgreich - vielleicht habe ich einfach zu viel riskiert und wollte mit nur zwei Würfel einen Ort stürmen, der bei Stürmen den Wert Elf verlangt … Dann schicke ich den erfolglosen Abenteurer in die Akademie der Abenteurer. Dort lernt er etwas, und wenn ich seine Hilfe bei einer zukünftigen Entdeckung benötige, so kann ich ihn von dort zurück nehmen. Ich ein Ort vollständig erkundet, so wird er gewertet. Ich habe diesmal die Mehrheit der Abenteurer, deshalb bekomme ich den größten Anteil am Gold und auch noch die wertvollen Drachensteine. 

Fazit: Lohnt sich die neue Ausgabe von Drachenland?

Drachenland - Ausgabe 2020 - Foto von Game Factory

„Drachenland“ ist ein einfaches Kartensammel-Würfel-Abenteuer und kommt im Moment bei uns häufiger auf dem Tisch, wenn es für ein großes Spiel nicht reicht … Zu müde, zu wenig Zeit am Abend - ach komm, zwei drei Abenteuer schaffen wir noch. Da sind auch die Kinder gerne dabei, auch mein Neffe im Grundschulalter spielt Drachenland schon gerne und gut mit. Kleine taktische Entscheidungen trifft er noch nicht immer gut, aber das Glück ist dafür oft auf seiner Seite.  An welchem der drei offenen Orte kann ich noch eine Mehrheit bekommen? Gehe ich das Risiko ein, noch eine Runde Karten zu ziehen, um meinen Erfolg wahrscheinlicher zu machen? Die wenige Taktik ist stark vom Würfelglück geprägt. Gerade deshalb ist es locker am Abend gespielt und eignet sich auch schon für etwas jüngere Kinder.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10-
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Fotos
Drachenland - Material - Foto von Game Factory
Drachenland - Ausgabe 2020 - Foto von Game Factory
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