Einfach Stark

eine Spielerezension von Riemi - 16.10.2009
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Einfach stark von Haba
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Seit Bruno gibt es den Begriff des Problembären. Das lässt sich wunderbar auf Einfach stark übertragen. Das Spiel hat nämlich einen Problembären als Thema. Sein Dilemma, er muss über seinem Kopf einen stetig wachsenden Turm aus Holzklötzen, die Honigtöpfe symbolisieren, balancierend im Kreis mit sich rum tragen.

Es wird eine Kreisbahn aus zwölf farbig umrandeten Plättchen ausgelegt. In die Mitte kommen die verschieden farbigen und großen Honigtöpfe und an die Spieler werden noch zwei Honigglastropfen ausgehändigt. Bruno bekommt noch ein eckiges Tragebrett auf die Tatzen gesetzt, wird wahllos auf ein Feld gestellt und bekommt dann noch den ersten Honigtopf (in der Farbe des Feldes worauf er gerade steht) auf das Brett geknallt. Das kann er noch Problemlos halten. Fast problemlos wird Bruno, nachdem mithilfe eines Augenwürfels die Zugweite festgestellt wurde, von dem aktuellen Spieler, mit einer Hand weitergesetzt. Das Problem wächst von Spieler zu Spieler und akutes Bauchkribbeln stellt sich ein, wenn der Turm anfängt zu schwanken. Wenn dann unser Bär abgesetzt wird, ohne dass der Turm stürzt, kommt danach nicht selten die „Beckerfaust“ zum Einsatz. „Ja!!“, kann man dann öfters hören. Es gibt auf dem Würfel noch so eine Art Joker zu sehen. Hierbei wird nur der Turm aufgestockt und der Würfel, Respektive das Problem, weitergereicht.

Aber irgendwann fällt selbst der schönste Turm in sich zusammen und dann muss einer von den Tropfen abgeben werden. Die herunter gefallen Töpfe, kommen wieder in die Mitte und Bruno bekommt wieder einen neuen Honigklotz/topf auf sein Tablett. Wer seinen zweiten Tropfen abgibt, beendet das Spiel. Alle Spieler, die dann die meisten Tropfen haben, gewinnen.

An dieser Stelle könnte schon Schluss sein, wenn dem Spiel nicht noch ein Spezialwürfel und ein rundes Brett für Brunos Tatzen beiliegen würden. Auf zum Extremproblem. In dieser Profivariante kommt je nach Würfelwurf, mal die rechte, mal die linke Hand zum Einsatz und das auch noch mit oder gegen den Uhrzeigersinn. Dazu wird Bruno zwischendurch einmal um seine eigene Achse gedreht. Da freut man sich, wenn der Joker gewürfelt wurde. Links und rechts werden den Kindern so noch nebenbei beigebracht. Allerdings sind in der Spielregel die Abbildungen auf dem Würfel, mit den Händen und die Erläuterungen dazu, vertauscht.

Einfach stark ist ein kurzweiliges, spannendes Spiel und es bleibt nie bei einer Partie. Es macht den Kindern einfach Spaß, während des Spiels ihre wachsenden Fähigkeiten auszuprobieren.

„Das schaffe ich nicht“, höre ich aber bei solchen Geschicklichkeitsspielen immer wieder und das macht mich ein wenig nachdenklich. Wieso haben so viele Kinder den Eindruck, sie schaffen etwas von vorn herein nicht, ohne es/sich erprobt zu haben? Es sind die mitspielenden Erwachsenen, die mit ihren Kommentaren, unbewusst das Selbstbewusstsein der Kinder schmälern. Statt einem anfeuernden „Das schaffst du schon!“, hört man das demotivierende, „Ob du das schaffst?“. Wenn danach der Turm zusammenfällt, musste es ja so kommen. „Wusste ich“, kommt dann meistens von den Kindern.

Hier noch eine Info an die Kindervielspieler: Ja, Einfach stark ist eine Neuauflage des (zu recht) zum Kinderspiel des Jahres 2002 nominierten Bärenstark (Goldsieber), und nein, mich hat kein Kind oder Erwachsener darauf angesprochen. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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