Karriere

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Zu Anfang des Spieles legt jeder Spieler fest, was er im "Spiel-Leben" zu erreichen gedenkt: Glück, Ruhm und Vermögen stehen zur Auswahl, und auf diese Kategorien verteilt jeder 60 Punkte nach eigenem Belieben. Die Punkte in dieser Kombination (mindestens) zu erreichen, ist das Ziel. Dazu bewegt man sich würfelnd über einen Rundkurs, dessen Felder mehr oder weniger angenehme Ereignisse eines Leben schildern.

Ist es auch hier möglich Punkte zu erreichen, sind die eigentlichen punkteträchtigen Felder in den so genannten Karrieren zu finden; kleine vom Hauptkurs abzweigende Wege, die jeweils einem Berufsweg zugeordnet sind. Da gibt es zum Beispiel ein Universitätsstudium, eine Politiker- oder Theaterkarriere und man kann sogar in den Weltraum fliegen. Da die ganze Sache, würde sie nur über den Würfel gesteuert werden, doch sehr zufällig wäre, sollte man zusehen, sich ausreichend mit Gelegenheits- (ermöglichen den gezielten Start einer Karriere) und Erfahrungskarten (ersetzen den Würfelwurf durch eine feste Zahl) zu versorgen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und auch von dem trotz aller Karten immer noch oft zu benutzenden Würfel abhängig. So kann sich ein Spieler, der gewinnt, zwar in gewisser Weise eines geschickten Spieles rühmen. Ein Verlierer aber sein Pech ebenso gut auf den Würfel schieben.

Auch wenn das Prinzip, seine Ziel selbst festzulegen, in bisher keinen anderen Spiel vorkam, ist aus dem Blickwinkel heutiger Standards Karriere sicher kein Highlight. Zu viel Würfelei und eine reichlich einfallslose Grafik mag man ihm sicherlich zu Recht vorwerfen, und auch die witzigen (aber zum Glück nicht peinlich bemühten) Ereignisse kennt man nach spätestens dem zweiten Spiel. Aber so hin und wieder macht es durchaus Spaß und selbst wenn die Interaktion relativ gering ist, ist es ein Familienspiel im besten Sinne des Wortes.

Bis zu sechs (wenn nötig auch sieben oder acht, zusätzliche Spielfiguren lassen sich doch sicher finden, nur die Wartezeit wird vielleicht ein wenig länger) Personen für eine gute Stunde kurzweilig zu unterhalten, nicht ganz geistlos, aber auch ohne jemanden durch taktischen Anspruch zu überfordern – was will man mehr?

Eine spätere Neuauflage bot ein wesentlich bunteres und weniger übersichtliches Spielbrett. Außerdem wurden zwei Karrieren gestrichen. Am Grundprinzip änderte sich aber nichts.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
1955
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