Komm mit durch Deutschland

eine Spielerezension von Eva Timme - 27.06.2010
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Komm mit nach Deutschland von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Komm mit durch Deutschland! Geografie für Anfänger oder Frust für Fortgeschrittene. Früher gab es das Spiel Deutschlandreise. Dabei haben die Spieler versucht, zuerst unbekannte Orte in möglichst geschickter Reihenfolge anzufahren. Nach einigen Spielen wussten sie auf wundersame Weise, wo dieser Ort auf der Deutschlandkarte zu finden war. In dem Spiel Komm mit durch Deutschland! müssen die Kinder das vorher wissen.

Es werden Ortskarten ausgelegt, eine mehr als Mitspieler, und anhand von Fotos und des Ortsnamen sollen die Spieler einschätzen, in welcher Entfernung ein Ort von einem variablen Ziel liegt, (einer Spielfigur namens Fridolin). Jeder Spieler wählt der Reihe nach eine Karte und wer am Schluss die Stadt gewählt hat, die am nächsten bei Fridolin liegt, bekommt die meisten Punkte.

Das fällt mir relativ leicht, weil ich die meisten Orte ungefähr auf der Deutschlandkarte anzuordnen weiß. Kenne ich den Ort allerdings nicht, kann ich nur raten. Bei Siebenjährigen verkommt dieses, vom Material her sehr ansprechende Spiel, zu einem reinen Ratespiel und der Frust in den Testrunden war groß.

Sobald auch nur eine geringe Altersdifferenz und damit ein nur leicht unterschiedlicher Wissenstand vorhanden war, verstärkte sich der Frust mehr. Nun gab es die Kinder, die einige Städte kannten und die Kinder, die geraten haben. Es fällt nicht schwer sich aus zurechnen, dass da kein Gefühl von Gerechtigkeit entstehen kann. Da hilft auch die Zusatzfrage, die der Spieler lösen darf, der als letztes eine Stadtkarte wählt, nur bedingt. Wenn die Städtekarten schon meistens nach dem Glücksprinzip vergeben werden, dann trägt es nicht zur Laune der Mitspieler bei, wenn der Spieler, der durch Glück eine sehr gute, nah gelegene Stadt gezogen hat, dann auch noch eine Bonusfrage und damit Zusatzpunkte erhält. Deshalb hatten die Kinder der Testrunden anschließend keine Lust mehr auf eine weitere, gedankliche Reise durch Deutschland.

Allerdings will ich nicht verschweigen, dass wir doch noch sehr viel Spaß mit dem Spiel hatten, in dem wir uns folgende Variante ausgedacht haben: Wir haben vorher ausgemacht, dass wir fünf Runden spielen, haben uns entsprechend viele Karten heraus gesucht und alle Stadtkarten vorher angeschaut, sowie diese Orte auf dem Spielplan markiert. Wir haben die kindgerechten und ansprechenden Infos der Rückseiten gelesen und dann alle Karten wieder gemischt. Nun hatten die Kinder eine berechtigte Chance, sich bei der Wahl der Städte zu erinnern, wo in Deutschland diese Stadt liegt. Nach dem Markieren seiner gewählten Stadt hatte jedes Kind noch die Möglichkeit, eine Besonderheit der Stadt zu nennen und durfte dann, wenn ihm die Information wieder einfiel, noch zwei Felder auf Fridolin zugehen. Das Kind, welches in dieser Runde als letztes eine Karte ziehen durfte, hatte die Chance sich an zwei Details der Karte zu erinnern und dann vier Felder weiter zu ziehen. Erst dann wurde geschaut, welche Spielfigur am nächsten bei Fridolin steht. Wer nach fünf Runden am weitesten vorne war, hatte gewonnen. So hat das Spiel uns allen viel Spaß gemacht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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