Port Royal

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 08.06.2014
  Spiel kaufen kommentieren
Gesellschaftsspiel Port Royal - Foto von Pegasus
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Port Royal ist ein Kartenspiel von Alexander Pfister, der dieses Spiel unter dem Titel Händler der Karibik im Jahr 2013 für das Österreichische Spielemuseum e. V. entwickelt hat. Und da das Spiel zum Einen ein Verkaufserfolg war und den Spieleautoren-Wettbewerb 2013 in Österreich gewann, hat sich Pegasus Spiele des Spiels angenommen und es grafisch unverändert, aber mit einigen kleinen Regelanpassungen und unter neuem Titel neu herausgebracht.

Es handelt sich hierbei um ein schnell erklärtes und genauso flott gespieltes Kartenspiel für bis zu 5 Piraten, bei dem es - anders als im echten Piratenleben - darum geht, möglichst viele Einflusspunkte zu erbeuten.

So wird das Kartenspiel Port Royal gespielt

Die Karten gliedern sich auf in 60 Personenkarten, 50 Schiffskarten, sechs Expeditionsaufrufe und vier Steuererhöhungen. Praktischerweise dienen die Kartenrückseiten als Münzen, sodass wir ohne Zusatzmaterial auskommen. Diese Karten werden nun gut gemischt und schon geht es los mit dem Entdecken, Handeln und Heuern. Wer an der Reihe ist, darf zunächst einfach mal Karten aufdecken, um damit die Hafenauslage zu bilden. Das geht in der Regel so lange gut, bis man entweder eine Karte gefunden hat, die man mit seinem vorhandenen Kapital erwerben kann (zu Beginn magere drei Münzen), oder aber ein Schiff aufdeckt, das man nun direkt verkaufen möchte. Der Haken an der Sache ist, dass, sobald ein Schiff der gleichen Art aufgedeckt wird wie ein bereits ausliegendes, der Zug sofort vorbei ist und die ganze Hafenauslage auf den Ablagestapel kommt. Dann heißt es für alle „Pech gehabt“.

Schiffe, Gold und Piraten bei Port Royal

Schiffstypen gibt es grundsätzlich fünf (Pinasse, Fleute, Barke, Fregatte und Galeone) und diese jeweils zehnmal in verschiedenen Wertigkeiten. Es ist also vor jedem Aufdecken bei diesem Gesellschaftsspiel zu überlegen, ob man sich der Gier nach Gold hingibt oder lieber auf Nummer sicher geht und eine ausliegende Karte verwendet. Dann geht man zum Handeln & Heuern über. Grundsätzlich darf der aktive Spieler zunächst zwischen 1 – 3 Karten aus der Hafenauslage nehmen (wieviel genau richtet sich nach der Anzahl verschiedenfarbiger Schiffe in der Auslage), danach die anderen Spieler maximal eine Karte, wobei sie dann dem aktiven Spieler eine Münze zusätzlich zu zahlen haben. Entweder man handelt, indem man ein ausliegendes Schiff gegen klingende Münze verkauft, oder man heuert eine der ausliegenden Personen für seine Auslage an. Diese Personen dienen dann später mit ihren Sonderfähigkeiten zum Vorteil des aktiven Spielers bzw. bringen ihn durch ihre Einflusspunkte dem Spielziel von insgesamt zwölf zu sammelnden Punkten näher. Die Sonderfähigkeiten sind in der Regel nochmal einzeln erklärt, eine der wichtigsten ist jedoch der Säbel auf den Matrosen- und Piratenkarten. Mit diesem Säbel kann man nämlich Schiffe abwehren, die beim Aufdecken als zu geringwertig eingeschätzt werden. Hat man insgesamt gleich viele oder mehr Säbel in der Auslage als das Schiff anzeigt, darf man es abwehren und damit auf den Ablagestapel schicken. Ausnahme hiervon sind Schiffe mit Totenkopfsymbol.

Die wenigen Expeditionsaufrufe sind Sonderkarten, die über die Hafenauslage gelegt werden und dauerhaft im Spiel verbleiben bis sie erfüllt werden, d.h. bis ein Spieler genug passende Symbole auf seinen Personenkarten gesammelt hat, um sie einzutauschen. Das führt sofort zu mehr Gold und vor allem zu hohen Einflusspunkten. Weniger schön sind die Steuererhöhungen, die zwar den Spieler mit den wenigsten Punkten oder denjenigen mit den meisten Säbeln belohnen, aber auch allen Spielern mit 12 oder mehr Münzen die Hälfte des Vermögens kosten.

Wie gut ist das Gesellschaftsspiel Port Royal?

Das Ganze spielt sich schön flott von der Hand und in meinen bisherigen Dreierrunden waren wir nach maximal einer halben Stunde durch, weswegen das Spiel auch gerne als Einstimmung oder Ausklang eines Spieleabends genommen wird. Es macht einfach Spaß, den Mitspielern die lukrativen Schiffe vor der Nase wegzuschnappen und möglichst viele Expeditionsaufrufe zu sammeln. Ein klarer Vorteil sind hierbei die Admiralskarten, die zwar ziemlich teuer sind, aber bei einer Hafenauslage von mindestens fünf  Karten immer zwei zusätzliche Münzen für den Besitzer bringen. Auch wenn einige Mechanismen bereits bekannt sind, z.B. aus Can’t Stop, sind sie hier thematisch stimmig umgesetzt und sorgen für großen Spielspaß für relativ wenig Geld.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
ab 8
Spieldauer (Minuten): 
20-50
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Mehr zum Spiel