Sticht oder nicht

eine Spielerezension von Silke Groth - 29.01.2011
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Sticht oder Nicht von Reich der Spiele

Wespen, Skorpione, Schwertfische und Stachelschweine haben nicht nur ihr stachelbewehrtes Äußeres gemein, sondern sind auch die Protagonisten im Kartenspiel Sticht oder Nicht. Wenig überraschend, dass es sich dabei um ein Stichspiel handelt.

Sticht oder Nicht ist trotz der vielleicht etwas unüblichen Belegschaft sogar ein äußerst klassiches Stichspiel. Es gibt vier Farben (Tiere) in den Werten eins bis zwölf. Diese werden gleichmäßig auf die Spieler verteilt. Eine Runde besteht aus mehreren Stichen, bei dem jeder Spieler genau eine Karte ausspielt. Die zuerst ausgespielte Karte gibt die Farbe vor, die bedient werden muss. Die Karte mit dem höchsten Wert in der angespielten Farbe gewinnt den Stich. Sobald alle Karten gespielt wurden, endet die Runde und jeder gewonnene Stich zählt einen Punkt. Ein komplettes Spiel läuft je nach Spielerzahl über fünf bis acht Runden.

Bis hierhin ist alles sehr konventionell und würde keinen Stichspieler hinterm Ofen hervorlocken. Etwas neues muss also noch her. Es gibt vier verschiedene Arten von Sonderkarten von denen jeweils eine zur Auswahl steht. Jede Runde wählen die zwei links vom Geber sitzenden Spieler eine daraus aus. Diese verändern die Gegebenheiten für die laufende Runde und bringen Trumpffarben ins Spiel oder geben Punkte (sowohl positive als negative) für die meisten oder wenigsten Stiche oder Karten in einer bestimmten Farbe. So kann man Glück haben, mit einer relativ bescheidenen Hand anderen Spieler gezielt Minuspunkte zukommen zu lassen oder zumindest Punkte für die wenigsten Stiche zu bekommen. Oder im umgekehrten Fall mit einer "Monsterhand" noch zusätzlich Punkte abstauben. Glück, die passenden Karten genau dann zur Auswahl zu bekommen, gehört natürlich auch dazu. Ein kleiner taktischer Aspekt sind die sogenannten Plusminuskarten, von denen pro Runde eine Karte eingesetzt werden kann. Diese können den Wert einer eigenen gespielten Karte um zwei Punkte nach oben oder unten verändern und geben so zum Beispiel die Möglichkeit, selbst den höchsten Wert noch zu übertreffen.

Wie oben schon angedeutet bewegt sich Sticht oder Nicht in klassischen Stichspielpfaden. Bleibt also nur noch die Frage: Lohnt sich die Anschaffung trotzdem, wenn man schon ein ähnliches Spiel (oder im Zweifelsfall ein normales Skatblatt) besitzt? Solange eine große Glückskomponente kein Ausschlusskriterium ist, kann die Frage mit einem Ja beantwortet werden. Die Sonderkarten bringen genug Eigenständigkeit ins Spiel, um sich von anderen Stichspielen abzugrenzen, und machen die Runden abwechslungsreich. Wer auf der Suche nach einem einfachen, glücksbetonten und zudem noch niedlich illustrierten Kartenspiel sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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