Superlemming

eine Spielerezension von Florian Kirchhof - 06.01.2020
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Superlemming - Nicht lustig Kartenspiel - Ausschnitt - Foto von Corax Games
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ist das ein Vogel? Ist das ein Flugzeug? Nein, es ist Superlemming! Super- wer? Na; Superlemming, seines Zeichens Namensgeber des Spiels Superlemming von Jan Kirschner (Corax Games). Zusammen mit seinen Konkurrenten Elastolemming, Spiderlemming, Metal Lemming, Lemmerine, Wonder Lemming, Aqua Lemming, Lemmulk, Batming und Lemming in a Black Panther, versuchen wir, uns in gewohnter Manier über die Klippe springen zu lassen. Wer Joscha Sauer kennt, weiß welches Artwork ihn zu erwarten hat, wer seine Nichtlustig-Cartoons mag, wird designtechnisch voll auf seine Kosten kommen. Aber zurück zum Spiel. Superlemminge, spätestens nach Aufzählung der Akteure ahnt man es wohl schon, vermischt die leichte Dusseligkeit der Lemminge mit den bekannten Helden aus den Marvel- und DC-Universen.

Worum geht’s genau?

Das Spiel kommt im kleinen überschaubaren Karton daher. Zum Inhalt gehören fünf Superlemming-Karten mit Vorder- und Rückseite, 60 Lemmingkarten (12 je Spieler), vier Klippenkarten ebenfalls mit Vorder- und Rückseite, 15 Orden-Spielsteine und fünf Übersichtskarten. Dazu eine mehr als kurze Anleitung und fertig ist die Laube. Man erahnt es bereits, dass hier wird sicherlich kein Hexenwerk.

Hat sich jeder Spieler für einen Lemming entschieden, nimmt er die entsprechenden 12 Karten, mischt sie und zieht direkt fünf davon verdeckt auf die Hand. Nun werden in beliebiger Reihenfolge die vier Klippenkarten untereinander in die Tischmitte gelegt. Der Startspieler zieht nun von jedem Mitspieler zwei Karten vom Stapel, mischt sie zusammen und legt die Lemminge von oben nach unten an die Klippen, bis die Karten aufgebraucht sind. Damit ist der Spielaufbau erledigt.

Zwei Varianten bei Superlemming

Von hier an gibt es zwei Varianten: die einfache oder die normale. Ich empfinde die einfache als wirklich sehr einfach und eher für Spieler, die nur sehr selten spielen, darum spielen wir mit der normalen Variante. Ziel des Spiels ist es, seine Handkarten und seinen Nachziehstapel aufzubrauchen. Hat ein Spieler keine Karten mehr, endet das Spiel. Es gibt zwei Wege, um Karten loszuwerden, entweder man schafft es, dass sein eigener Lemming über die Klippe springt oder man löst den richtigen Effekt aus. Effekte sind auf den Klippen- und Lemmingkarten zu finden. Mal lassen sie einen eine weitere Karte spielen, mal Orden stehlen oder eben eine Lemmingkarte von der Hand direkt zum Siegstapel legen. Hier liegt der Unterschied zwischen einfach und normal: Im einfachen Spiel werden nur die Effekte der Klippe genutzt, im normalen Spiel werden die Effekte der eigenen Lemmingkarten mit genutzt. Ein Lemming muss immer genau dann über die Klippe springen, wenn ein vierter Lemming in die Reihe gelegt wird, dabei ist zu beachten, dass jede Klippe ein eigenes Symbol hat und man nur den entsprechenden Lemming dort anlegen kann. Sollte der springende Lemming einem anderen Spieler gehören, wurde er gerettet. Der Spieler muss sich fleißig für die großzügige Heldentat bedanken und der Lemming landet wieder auf dem Nachziehstapel, gleichzeitig gibt es Belohnungsorden für den Retter, bei einem vergessenen „Dankeschön“ gleich noch einen obendrauf. Orden und Siegkarten zählen als Siegpunkte, die am Ende des Spiels zusammengezählt werden. So spielt man also Runde für Runde, guckt, wie man seine eigenen Lemminge über die Klippe oder per Effekt von der Hand bekommt und versucht die Lemminge der anderen fleißig zu Retten.

Sind die Superlemminge wirklich super?

Das Spielprinzip ist lustig. Durch die Beschränkung, nicht an jeder Klippe anlegen zu dürfen und die Effekte der Karten und Klippen entsteht eine gewisse Spieltiefe. Außerdem führen mehrere Wege zum Erfolg, nur weil man als Erster seine Karten los geworden ist, muss man noch nicht der Spieler mit den meisten Siegpunkten sein. Das bringt insgesamt Spannung und Spaß in das Spiel.

Mit dem Spiele-Klassiker Lemmings hat das Spiel bis auf die Klippe nicht mehr soviel am Hut, dafür natürlich umso mehr mit den Cartoons von Joscha Sauer. Wie bereits beschrieben finde ich die einfache Variante wirklich nicht sonderlich spannend, aber auch die Anleitung bittet darum, maximal das Einführungsspiel unter dieser Variante zu spielen und dann zum „normalen“ Spiel zu wechseln. Also keine wirkliche Kritik an dieser Stelle, es geht wohl einfach darum, ein Learning-by-doing zu provozieren.

Superlemming - Schachtel - Foto von Corax Games

Die Lemmingkarten finde ich persönlich genial. Ich mag aber auch die Cartoons und finde den Stil lustig und modern. Besonders spannend ist es, dass durch das Runterspringenlassen der gegnerischen Lemminge das Ende des Spiels immer weiter hinausgezögert werden kann. So ist keine Spielrunde gleich und man weiß nie, was passieren wird. Die Klippenkarten sind beidseitig bedruckt, so entstehen auch unterschiedliche Effekte, je nach Kartenseite. Ebenfalls hilfreich für einen Wiederspielwert.

Und trotzdem hat es nicht ganz gefunkt zwischen mir und den Superlemmingen. Ja, es macht Spaß und es hat gewisse Tiefe, aber das Spiel schafft es nicht, mich ewig zu fesseln. Für eine entspannte Runde zwischendurch ist es gut geeignet. Ebenso für Gelegenheitsspieler, also sicherlich keine schlechte Wahl, wenn man diese mal zum Spielen animieren will. Für Joscha-Sauer-Fans sicherlich ein Must-have, für mich aber unterm Strich eher ein Spiel für mal eine Runde oder eben für Freunde, die eher Gelegenheitsspieler sind.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Superlemming - Schachtel - Foto von Corax Games
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