Wind River

eine Spielerezension von Michael Weber - 28.01.2009
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Wind River - Foto Reich der Spiele
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Indianer sind nicht immer auf dem Kriegspfad. Manchmal folgen sie nur den Büffeln, um zu überleben. So ist es auch bei Wind River, einem taktischen Spiel um Tipibau und Büffeljagd.

Dazu werden auf dem Spielbrett Büffel platziert, danach setzen die Spieler zweimal je ein Tipi auf das Brett und jeder erhält noch ein paar Nahrungsvorräte. Die Ausgangsposition ist geschaffen. Wer am Zug ist, setzt zunächst die Büffel auf ihren Weg zu den Open Plains ein Stück vorwärts. Pro eigenem Tipi darf man ein Büffel um ein Feld vorwärtssetzen. Anschließend sind die eigenen Indianer zu versorgen. Solange mindestens so viele Büffel auf dem Feld stehen wie Tipis, ist alles in Ordnung. Doch die Ruhe ist häufig genug schnell vorbei und Mitspieler ziehen ebenfalls auf lukrative Felder, sodass es zu Nahrungsengpässen kommt. Dann müssen die eigenen Vorräte aufgebraucht werden. Als drittes muss jeder Spieler eine der folgenden Möglichkeiten wählen: Einen weiteren Büffel bewegen, ein neues Tipi einsetzen (kostet drei Nahrungsvorräte und darf nur auf ein Feld gesetzt werden, auf dem bereits nur  eigene Tipis vorhanden sind), ein Tipi bewegen (ein Feld weit, wobei ein Nahrungsvorrat von allen beteiligten Spielern zu zahlen ist, wenn dort  bereits Tipis anderer Spieler vorhanden sind) oder Vorräte anlegen (auf einem mit einem eigenen Tipi besetzten Feld werfen vorhandene Büffel Nahrungsvorräte ab).

Diese eingängigen Regeln ermöglichen ein schnelles Spielen und ein überraschend taktisches Vorgehen. Büffel von den Tipis der Mitspieler wegzuziehen ist ebenso interessant wie die Option, auf Gebiete mit fremden Tipis zu ziehen, da hier sowohl Nahrungsvorräte aufgebraucht als auch die Nahrungsvorratsproduktion wie die Tipivermehrung verhindert werden. Letztlich gilt es, den Büffelpfaden klug zu folgen, um die eigenen Tipis gut versorgen zu können und am Ende viele Tipis in die Open Plains setzen zu können. Denn es gewinnt, wer dort die meisten Zelte aufweist, wenn kein Spieler mehr Tipis auf dem Brett hat, weil sie das Ziel erreicht haben oder nicht mehr versorgt werden konnten.

Das Spiel ist richtig gut. Anfangs kann man sich kaum vorstellen, welche Dynamik sich im Laufe der Partie entwickelt und wie sehr die Taktik und das Gegeneinander das Spiel bestimmt. Es eignet sich für fast alle Spielergruppen, außer für Menschen, die nicht gerne Ziel der Mitspieleraktionen werden. Wind River bietet einiges an Interaktion und Ärgerpotenzial.

Die optische Umsetzung ist zudem ganz hervorragend gelungen. Lediglich das Zusammenbasteln der Tipis, die aus sehr dünner und flexibler Pappe bestehen, ist eine unschöne Filigranarbeit. Dafür halten sie doch einiges aus, wenn sie erste einmal zusammengefaltet sind.

Ein leichter Kritikpunkt ist für mich die Regel zum Spielende. Denn wer alle seine auf dem Brett befindlichen Tipis früh in die Open Plains setzt, darf zwar noch Büffel bewegen, aber er muss abwarten, wie viele Tipis die Mitspieler noch nachlegen können. In der Regel ist es kaum zu verhindern, dass diese ein Tipi mehr ins Ziel bringen und damit in der Wertung vorne liegen. Das Warten auf die letzten Büffel lohnt sich somit fast immer. Von daher wäre es schön gewesen, das Spiel vorzeitig beenden zu lassen, wenn zum Beispiel der erste Spieler alle seine gerade auf dem Brett stehenden Tipis in die Open Plains gesetzt hat. Der Wettlauf um den Sieg wäre hier noch rasanter gewesen, wobei sicher eine Feinabstimmung der Spielregel notwendig wäre. Dennoch ist für mich Wind River ein optisch und spielerisch hervorragendes Spiel, das ich nicht mehr hergeben möchte.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
Fotos
Wind River - Spielsituation
Wind River auf der Messe
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