Gesellschaftsspiel Port Royal - Foto von Pegasus

Port Royal ist ein Kartenspiel von Alexander Pfister, der dieses Spiel unter dem Titel Händler der Karibik im Jahr 2013 für das Österreichische Spielemuseum e. V. entwickelt hat. Und da das Spiel zum Einen ein Verkaufserfolg war und den Spieleautoren-Wettbewerb 2013 in Österreich gewann, hat sich Pegasus Spiele des Spiels angenommen und es grafisch unverändert, aber mit einigen kleinen Regelanpassungen und unter neuem Titel neu herausgebracht.

Es handelt sich hierbei um ein schnell erklärtes und genauso flott gespieltes Kartenspiel für bis zu 5 Piraten, bei dem es – anders als im echten Piratenleben – darum geht, möglichst viele Einflusspunkte zu erbeuten.

So wird das Kartenspiel Port Royal gespielt

Die Karten teilen sich auf in 60 Personenkarten, 50 Schiffskarten, sechs Expeditionsaufrufe und vier Steuererhöhungen. Praktischerweise dienen die Kartenrückseiten als Münzen, sodass wir ohne Zusatzmaterial auskommen. Diese Karten werden nun gut gemischt und schon geht es los mit dem Entdecken, Handeln und Heuern. Wer an der Reihe ist, darf zunächst einfach mal nach und nach Karten aufdecken, um damit die Hafenauslage zu bilden. Das geht in der Regel so lange, bis man sich dazu entscheidet, eine der bis dahin aufgedeckten Karten mit seinem vorhandenen Kapital zu erwerben (zu Beginn magere drei Münzen), oder aber man ein Schiff aufdeckt, das man nun direkt verkaufen möchte. Der Haken an der Sache ist, dass, sobald man ein zweites Schiff der gleichen Art (Segelfarbe) aufdeckt, der Zug sofort vorbei ist und die ganze Hafenauslage auf den Ablagestapel kommt. Dann heißt es für alle „Pech gehabt“.

Schiffe, Gold und Piraten bei Port Royal

Schiffstypen gibt es grundsätzlich fünf (Pinasse, Fleute, Barke, Fregatte und Galeone) und diese jeweils zehnmal in verschiedenen Wertigkeiten. Es ist also vor jedem Aufdecken bei diesem Gesellschaftsspiel zu überlegen, ob man sich der Gier nach Gold hingibt oder lieber auf Nummer sicher geht und eine ausliegende Karte verwendet. Dann geht man zum Handeln & Heuern über. Grundsätzlich darf der aktive Spieler zunächst 1 – 3 Karten aus der Hafenauslage nehmen (wieviel genau richtet sich nach der Anzahl verschiedenfarbiger Schiffe in der Auslage), danach die anderen Spieler maximal eine Karte, wobei sie dann dem aktiven Spieler eine Münze zusätzlich zu zahlen haben. Entweder man handelt, indem man ein ausliegendes Schiff gegen klingende Münze verkauft, oder man heuert eine der ausliegenden Personen für seine Auslage an. Diese Personen dienen dann später mit ihren Sonderfähigkeiten zum Vorteil des aktiven Spielers bzw. bringen ihn durch ihre Einflusspunkte dem Spielziel von insgesamt zwölf zu sammelnden Punkten näher. Die Sonderfähigkeiten sind in der Regel nochmal einzeln erklärt, eine der wichtigsten ist jedoch der Säbel auf den Matrosen- und Piratenkarten. Mit diesem Säbel kann man nämlich Schiffe abwehren, die beim Aufdecken als zu geringwertig eingeschätzt werden. Hat man mindestens so viele Säbel in der eigene Auslage wie das Schiff anzeigt, darf man es abwehren und damit auf den Ablagestapel schicken. Schiffe mit Totenkopfsymbol kann ma jedoch nicht abwehren.

Die wenigen Expeditionsaufrufe sind Sonderkarten, die über die Hafenauslage gelegt werden und so lange im Spiel verbleiben, bis sie erfüllt werden, d. h. bis ein Spieler genug passende Symbole auf seinen Personenkarten gesammelt hat, um sie einzutauschen. Das führt sofort zu mehr Gold und vor allem zu hohen Einflusspunkten. Weniger schön sind die Steuererhöhungen, die zwar den Spieler mit den wenigsten Punkten oder denjenigen mit den meisten Säbeln belohnen, aber auch allen Spielern mit 12 oder mehr Münzen die Hälfte des Vermögens kosten.

Wie gut ist das Gesellschaftsspiel Port Royal?

Das Ganze spielt sich schön flott von der Hand und in meinen bisherigen Dreierrunden waren wir nach maximal einer halben Stunde durch, weswegen das Spiel auch gerne als Einstimmung oder Ausklang eines Spieleabends genommen wird. Es macht einfach Spaß, den Mitspielern die lukrativen Schiffe vor der Nase wegzuschnappen und möglichst viele Expeditionsaufrufe zu sammeln. Ein klarer Vorteil sind hierbei die Admiralskarten, die zwar ziemlich teuer sind, aber bei einer Hafenauslage von mindestens fünf  Karten immer zwei zusätzliche Münzen für den Besitzer bringen. Auch wenn einige Mechanismen bereits bekannt sind, z. B. aus Can’t Stop, sind sie hier thematisch stimmig umgesetzt und sorgen für großen Spielspaß für relativ wenig Geld.

3 Kommentare

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Canrest 20. Februar 2026 - 09:23

Hallo.
Kann mir bitte jemand erklären, was bei Port Royal (Karten) die kleinen Säbel und Zahlen auf den Schiffskarten bedeuten? (nicht die unteren Säbel / Zahlen, sondern die auf der rechten Seite, in der Mitte der Karte.
Danke.

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Markus Nußbaum
Markus Nußbaum 20. Februar 2026 - 16:17

Das ist eine Übersicht über die Stärken, die ein bestimmter Schiffsytp haben kann. Die grüne Barke z. B. hat Stärken von 1 bis 5 Säbel, die gelbe Pinasse zwischen 1 und 4 Säbel etc.. Da ich das Spiel schon etwas länger nicht mehr auf dem Tisch hatte, weiß ich leider nicht mehr, wie man diese Info taktisch nutzen kann.

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Axel Bungart
Axel Bungart 3. März 2026 - 15:54

Mir war das bisher auch keine Hilfe. Aber just gestern fragte mich mal jemand danach, wie viele Schiffe mit wie vielen Säbeln es denn gäbe. Und siehe da – ich hatte eine Antwort parat!

Mir wurde dann auch der Nutzen klar: Wenn z. B. ein gelbes Schiff aufgedeckt wird, kann ich anhand der Säbel in meiner Auslage einschätzen, ob ich ein weiteres gelbes Schiff abwehren könnte. So kann ich das Risiko, weiter aufzudecken, abwägen.
So einfach ist das. 😉

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