20.000 Meilen unter dem Meer

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 18.04.2010
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20.000 Meilen unter dem Meer von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Spieler befinden sich an Bord der berühmten „Nautilus“. Jules Verne hat in seinem Buch „20. 000 Meilen unter dem Meer“ die technische Entwicklung dieses Unterseebootes beschrieben. Unterseeboote gab es zwar schon vor Erscheinen seines Buches, nur waren sie technisch noch nicht weit entwickelt. Die 20.000 Meilen beziehen sich dabei auf die heute ungebräuchliche französische Meile, die etwa vier Kilometern entspricht. 80.000 km stellen aber ein Mehrfaches des Erddurchmessers dar und sind von daher wahrscheinlich nicht als Tiefen-, sondern als Längenangabe zu verstehen, was dann einer doppelten Erdumrundung entsprechen würde.

Bevor sie jedoch in die Tiefen des Meeres abtauchen können, gilt es für die Spieler erst einmal das Spielmaterial zusammenzusetzen. Unser U-Boot kommt in eine dreidimensionale Halterung, in der es sich in die verschiedenen Himmelsrichtungen drehen, aber auch auf- und abtauchen kann. Nachdem die Nautilus zur Abfahrt bereit steht, werden die Entdeckungschips auf dem Spielplan verteilt, dabei werden die weißen Chips offen und die grünen Chips verdeckt gelegt. Die meisten dieser Chips tragen Symbole, die für die Schlusswertung wichtig sind. Jeder Spieler erhält zu Beginn eine Ablagetafel, eine Spielfigur und zwölf Karten. Zehn Karten dienen zur Steuerung der Nautilus. Mit den beiden Matrosenkarten kann man gesammelte Chips auf seiner Ablagetafel untereinander vertauschen. Die zehn Karten verteilen sich auf drei Strömungskarten, drei Kurskarten, drei Tiefenkarten und einen Joker.

Das Spiel verläuft in drei Etappen. Zu Beginn eines Spielzuges spielt jeder Spieler eine Navigationskarte aus. Nach der ausgelegten Karte wird die Spielerreihenfolge bestimmt. Der Spieler mit der höchsten Zahl führt seine Navigationskarte als Erster aus und steuert das U-Boot entsprechend seiner ausgelegten Karte. Zeigt das U-Boot am Ende der Bewegung auf einen Entdeckungschip, kann der Spieler diesen aufnehmen und auf seiner Ablagetafel ablegen. Die Etappe endet, sobald ein Spieler den dritten Chip der aktuellen Etappe bei sich abgelegt hat. Die Runde wird noch zu Ende gespielt, bevor es dann zur Etappenwertung kommt. Hier gibt es am meisten Punkte für Chips, die waagrecht in der richtige Reihenfolge liegen.

Nach jeder Etappe werden alle Chips, die sich noch auf dem Spielplan befinden entfernt. Anschließend werden die Chips der nächsten Etappe auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt. Nach der dritten Etappe kommt es dann zur Schlusswertung. Hierfür werden die Symbole auf den Chips in den drei senkrechten Reihen gewertet. Um das Spiel noch etwas planbarer zu machen, wird in der Spielregel als Variante vorgeschlagen, alle Entdeckerchips offen auf dem Spielplan auszulegen.

Durch seine Dreidimensionalität ist das Spiel ein echter „Hingucker“. Die Bewegung des U-Bootes ist leider immer wieder etwas hakelig und die Verteilung der Plättchen auf dem Spielplan definitiv nichts für Grobmotoriker. Das Sammeln der Chips in der richtigen Reihenfolge ist recht schwierig, aber zum Glück gibt es ja die Hilfe der Matrosen, die es erlauben, zwei Chips auf der Ablagetafel miteinander zu vertauschen. Ansonsten ist das Spiel ein recht einfaches Sammelkärtchenspiel, das sich bei mit am Tisch sitzenden „Optimierern“ auch schon mal in die Länge ziehen kann.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
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