4 1/2 Minuten

... also schwing die Hufe!

eine Spielerezension von Jochen Pausch - 15.09.2019
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4 1/2 Minuten - Ausschnitt - Foto von moses.Verlag
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Mau-Mau und Uno sind heutzutage aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Auch wenn man es nicht gerne spielt, diese zwei Spiele hat jeder griffbereit. Auch Klone und Abwandlungen zu beiden Spielen gibt es wie Sand am Meer. Eine kooperative Variante ist mir bisher aber noch nicht vorgelegt worden, ich war daher sehr gespannt auf 4 1/2 Minuten (moses.Verlag).

Was ist 4 1/2 Minuten?

Es handelt es sich um ein Kartenspiel für 2-6 Spieler und wurde von Joachim Reif entworfen. Bei 4 1/2 Minuten sind Schnelligkeit, Überblick und gemeinsames Spielen gefragt. Gewinnt das Spiel gemeinsam innerhalb der vorgegebenen 4 1/2 Minuten. Eine Partie geht über drei Runden und dauert dadurch ca. 20 Minuten, wenn man Karten mischen und austeilen mit berücksichtigt.

Ziel es Spieles ist es, Karten aufeinanderzulegen und dabei auf die Farben und die Zahlen zu achten. Das alleine wäre natürlich zu langweilig und zu bekannt. Was das Spiel nun interessant macht, ist das kooperative Spiel. Die Spieler spielen nicht gegeneinander, sondern sie müssen gemeinsam versuchen, die Spielkarten loszuwerden und man muss dabei nicht nur auf die eigenen Karten achten sondern auch auf die der Mitspieler. Das Spielziel ist es, gemeinsam den kompletten Stapel innerhalb der 4 1/2 Minuten durchzuspielen und dabei so wenig Minuspunkte wie möglich zu kassieren.

Wie spielt sich das Spiel?

Jeder Spieler hat eine bestimmte von der Spieleranzahl abhängige Anzahl Karten, welche jeder vor sich ablegt. Jeder kann somit die Karten aller Mitspieler sehen, was spielentscheidend ist. Für die Ablage gibt es insgesamt zwei Stapel, bei denen auf die Farbe und die Zahl geachtet werden muss. Bei der Ablage muss allerdings bereits auf die Karten der nachfolgenden Spieler geachtet werden, damit diese anschließend ebenfalls legen können. Kann ein Spieler nicht legen, dann helfen vielleicht die Sonderkarten; ist dies nicht der Fall, müssen alle seine Karten abgelegt werden und zählen am Ende des Spiels als Minuspunkte. 

4 1/2 Minuten - Material - Foto von moses.Verlag

Die Sonderkarten entsprechen denen von Uno, sind allerdings leicht abgewandelt. Während bei Uno bei der Farbwahl die Auswahl zwischen allen vier Farben möglich ist, stehen bei 4 1/2 Minuten immer nur zwei Farben zur Verfügung. Wobei nicht nur vier sondern fünf Farben insgesamt zur Verfügung stehen. "Richtungswechsel", "Du bist dran" und "zwei Karten ziehen" entsprechen dafür wieder bekannten Karten. Interessant ist die Karte "Gesperrt". Wird diese Karte gespielt, dann darf der Stapel bei den nächsten drei Spielzügen nicht benutzt werden.

Euer gemeinsames Ziel lautet, alle Karten abzulegen und dies ist nur möglich, wenn man seine Spielzüge und die der anderen Spieler vorausplant. Viel kommunizieren kann man nicht, denn die 4 1/2 Minuten sind dann schnell unnötig aufgebraucht worden. Nach den obligatorischen 4 1/2 Minuten ist eine Runde vorbei und es kommt zur Wertung. Jede abgelegte Karte, weil man nicht anlegen konnte, zählt zwei Minuspunkte. Jede Karte, die man nicht ausspielen konnte (inkl. des Nachziehstapels), zählt einen Minuspunkt. Nach drei Runden hat man ein Endergebnis, welches man mit einer Referenztabelle vergleichen kann.

Optimale Spieleranzahl?

Wir haben das Spiel in unterschiedlichen Zusammensetzungen gespielt und getestet. Hierbei mussten wir festellen, dass sich das Spiel dabei jeweils komplett unterschiedlich spielt und die Mitspieler unterschiedlicher Meinung waren, welche Variante nun am Besten ist. Im Spiel zu zweit ist alles gut planbar, sehr übersichtlich und die Zeit ist kaum ein Gegner. Dies eignet sich super als Absacker oder als Uno-Ersatz, welches zu zweit nicht so gut ist.

Mit drei Spielern ist das Spiel wiederum sehr chaotisch. Zwischenzeitlich muss man neben seinem eigenen Spielzug auch noch auf die der zwei Mitspieler aufpassen und deren Spielzüge vorausahnen. Allerdings kommt man so schnell wieder dran, sodass das Spiel schnell hektisch wird und sich falsche Entscheidungen leicht einschleichen.

Bei 4-6 Spielern wird das Spiel wieder einfacher, es gibt nun längere Wartezeiten, die es ermöglichen, leichter vorauszuplanen, was die richtigen Spielzüge sind. Es wird allerdings chaotischer mit dem Nachziehstapel, wenn nicht jeder Zugriff zu diesem hat, wird das nachziehen zur Spaßbremse. Abhilfe können dabei zwei Stapel bringen, aber sobald einer davon leer ist, geht der Spielfluss erneut verloren. Wenn die Spieler schlecht positioniert sind, kann auch leicht der Überblick über alle Spielerkarten verloren gehen.

Fazit: 4 1/2 Minuten ein gutes Spiel?

Bei dem Kartenspiel handelt es sich um ein rasantes Spiel mit großem Spielspaß. Die meisten Regeln sind von Uno schon bekannt, wodurch ein schneller Einstieg möglich ist. Um sagen zu können, was die ideale Spieleranzahl ist, kommt es darauf an, wie man das Spiel lieber mag. Bei jeder Spieleranzahl spielt sich das Spiel etwas anders, wird dabei hektischer, unübersichtlicher oder schwieriger. Es ist Geschmackssache, was sich dabei besser spielt.

4 1/2 Minuten - Schachtel - Foto von moses.VerlagWenn man dies aber nicht berücksichtigt, dann handelt es sich bei 4 1/2 Minuten um ein wunderschönes Spiel, das bei uns aktuell sehr oft auf den Tisch kommt. Es ist sehr schnell spielbar, kooperativ und hat eine feste Spielzeit. Es kann also nicht wie bei Uno vorkommen, das eine Partie nach wenigen Sekunden oder nach einer gefühlten Ewigkeit erst fertig ist. Zusätzlich bleiben alle Spieler bis zum Schluss im Spiel und niemand muss gelangweilt den anderen zusehen. Jeder ist immer voll drin im Spiel.

Besonders das kooperative Spielen macht den Reiz aus: Man hat ein gemeinsames Ziel, den Stapel zu meistern. Sonderkarten sind auf einmal nicht mehr da, um die Gegner zu ärgern, sondern um das Spiel schwieriger zu machen bzw. um seinen Spieler zu retten.

Grafisch ist das Spiel schlicht gehalten. Nur bei den Sonderkarten ist ein Hirsch in wechselnder Pose abgebildet. Der Schubkarton hat eine super Qualität und der Kartenteiler ist so aufgebaut, dass man die Karten sehr gut herausbekommt. Das wünscht man sich gern auch bei anderen Kartenspielen so.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Fotos
4 1/2 Minuten - Material - Foto von moses.Verlag
4 1/2 Minuten - Schachtel - Foto von moses.Verlag
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