Lotti Karotti

eine Spielerezension von Michael Weber - 22.05.2017
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Kinderspiel Lotti Karotti - Foto von Ravensburger
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Oha, eine Rezension zu einem Kinderspiel. Von mir. Kann das gut gehen? Um es kurz zu erklären: Es gibt Tage, an denen sind aus unerfindlichen Gründen plötzlich mehrere kleinere Kinder zur Stelle, die bespaßt werden sollen. Familienfeiern sind zum Beispiel so eine Gelegenheit. Was macht der umsichtige Spielerezensent, wenn er gerade selbst keinen Bock auf Kaffeeklatsch hat? Er greift aus dem Regal der dazu gehörenden Familie ein Spiel, das vermutlich gut ist, er aber nicht kennt. So wie Lotti Karotti (Ravensburger). Nach einem Nachmittag voller Lotti Karotti vermag der Autor, überrascht von der bisher fehlenden Rezension, dann auch zu liefern. Einen Spieletest, wie es neudeutsch ja (nicht) heißt. Wenn auch einer, der gefährlich nah am Spielgefühl und sicher ohne Hinweise auf pädagogische Erkenntnisse sein mag.

Wie wird Lotti Karotti gespielt?

Im Prinzip ist das Kinderspiel ganz simpel: Hasenfiguren sollen auf die Spitze eines Hügels wandern. Wer das schafft, wird dort nicht nur mit der großen Karotte belohnt, sondern gewinnt natürlich. Das wäre natürlich nahezu unspektakulär, wenn da nicht das mechanische Etwas im Spiel wäre. Denn bei der Bewegung durch Spielkarten hüpfen die Hasen mal hier, mal da ein Feld weiter, dürfen andere Hasen überspringen und passen auf, tunlichst nicht in ein Loch zu fallen.

Jetzt wird es spannend. Denn ab und zu muss ein Spieler die große Karotte auf dem Hügel drehen. Schwubs - schon bewegt sich die Erde des Hügels wie von Geisterhand und die Löcher verändern die Position. Das ist für die Kinder geradezu spektakulär, denn keiner ahnt, wo sich das nächste überraschende Erdloch zeigt. Wohl dem, der nicht dort mit seiner Figur hineinfällt. Denn dann ist der Hase aus dem Spiel. Da jeder nur vier davon hat, ist Lotti Karotti ein Ausscheidungsrennen. Ein Mechanismus, der von den Kleinen überraschend gut angenommen wird und auch die großen Mitspieler eine entspannte Zeit zu unterhalten vermag.

Lohnt sich das Kinderspiel Lotti Karotti?

Lotti Karotti ist ein Megaseller. Aktuell hat Ravensburger von dem Lizenzspiel über fünf Millionen Exemplare verkauft. Vielleicht erklärt sich das in Wechselwirkung mit dem günstigen Preis. Denn das Kinderspiel ist aktuell ab ca. 13,99 Euro zu haben. Der Preis einerseits und der Mechanismus mit den plötzlichen Löchern sind attraktiv. Kinder haben mit Lotti Karotti extrem viel Spaß und könnten es den ganzen Tag spielen. Der besondere Drehmechanismus ist das Highlight im Spiel. Der Überraschungseffekt ist einfach zu schön. Den Kleinen gefällt es.

Anders ist es bei Erwachsenen. Die sind zwar nicht Zielgruppe, sollen/müssen/wollen/dürfen aber dennoch ab und zu notgedrungen oder voller Faszination mitspielen. Hier kommt das extreme Glücksmoment mit der sich drehenden Mechanik negativ zum Tragen. Planlos Häschen hin- und herziehen, das ist eben nicht jedermanns Sache. Ich behaupte mal: Solange die Kinder Spaß dran haben, können Eltern und andere Erwachsenen aber gern mal ein Auge zudrücken. Und so schlecht ist das Kinderspiel jetzt nicht. Im Gegenteil. Immer wieder haben Erwachsene ebenfalls ihren Spaß. Wenn auch nicht so lang anhaltend wie die Kleinen. An diese richtet sich Lotti Karotti mit der dicken Möhre aber. In dem Sinne: Alles gut. Für Kinder ein super Spiel, das mit zunehmenden Alter aber etwas an Reiz verliert. Und das hat sich auch nach gut 15 Jahren nicht geändert.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
4
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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