Maze Racers

Plane, Baue, Flitze!

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 06.09.2016
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Maze Racers - Foto von Foxmind Games
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Leider dauerte es mehrere Tage, bis wir Maze Racers von Andy Geremia (Foxmind Games) nach dem ersten erwartungsfreudigen Auspacken spielen konnten. Das Spielmaterial selbst lädt bereits beim Ansehen zum Spielen ein; der Geruch allerdings weniger. Während das Labyrinthzubehör zum Auslüften auf den Balkon verbannt wurde, haben wir die Spielanleitung gelesen – und waren gespannt, ob das Spiel unsere (noch immer hohen) Erwartungen erfüllt.

Maze Racers: Planen, bauen, flitzen

Im Grunde beschreibt der Untertitel bereits alles, worum es in Maze Racers geht. Das klassische Kugellabyrinth, das wohl die meisten aus ihrer Kindheit kennen, wird hier in innovativer Form neu umgesetzt. „Plane“ und „baue“ beschreiben die architektonischen Elemente, die an haptisch orientierte Bauspiele wie Jenga, Turmbau zu Babel, Make’n‘Break, Visionary usw. erinnern. Bei Maze Racers konstruieren wir aus verschiedenen (magnetischen) Plastikteilen ein Labyrinth – das Kugellabyrinth, durch das unser Gegner (oder das gegnerische Team) die Kugel später möglichst schnell zum Ziel führen muss. Worauf sich „flitze!“ bezieht, dürfte somit klar sein.

Spielspaß und chemische Düfte bei Maze Racers

Die (hier sehr simplen) Regeln sind das eine – das Spielgefühl das andere. Maze Racers ist ein Spiel, das hohe Erwartungen weckt, diese nicht unbedingt alle (aber größtenteils) erfüllt und sich doch ganz anders spielt, als man zunächst denkt. Jeder findet seine eigene Labyrinthstrategie: Der eine konstruiert einen komplexen Irrgarten voller Sackgassen, der nächste beschränkt sich – ganz im Sinne des klassischen Labyrinths – auf einen einzigen Weg, voller Hindernisse, die zeitraubend ummurmelt werden müssen. Optische Täuschungen gehören ebenso zum Repertoire des Labyrinthbauens: Enge, verschlungene Wege, durch die die Kugel gerade so nicht hindurchpasst, führen schnell im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre. Der Abstandshalter, der sicherstellen soll, dass es zumindest einen murmelbaren Weg durch das Labyrinth gibt, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Er ist breiter als die Kugel selbst und eignet sich daher nur bedingt zum Konstruieren solcher Optikfallen.

Die Mischung dieses architektonisch-strategischen Bauelements mit der rasanten Action des Hindurchmurmelns macht den Reiz von Maze Racers aus. Dabei spielt es sich zu zweit ebenso gut wie in größeren Gruppen (Teambildung). Der Wiederspielreiz ist für Erwachsene nicht allzu hoch, mit genügend Abstand zwischen den Partien ist es aber durchaus ein lohnenswerter Stimmungsmacher. Kinder werden Maze Racers sicher lieben – nicht nur wegen der bunten Bauteile. Die Frage, ob man Kindern etwas in die Hand geben möchte, das (zu Beginn) unerträglich nach Chemie stinkt, muss wohl jeder selbst beantworten. Bis auf kleinere Mängel (Stichwort Abstandshalter) und den für uns großen Mangel der Geruchsbelästigung ist Maze Racers ein schönes Spiel, das erfrischend anders ist. Bleibt zu hoffen, dass neuere Versionen des Spiels das Problem nicht aufweisen, denn der Spielspaß ist eben auch materialabhängig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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