Zum Kuckuck!

eine Spielerezension von Bettina Ihnst - 15.12.2016
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Zum Kuckuck! - Foto von Haba
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Normalerweise legt der Kuckuck seine Eier in fremde Nester. Auch Kiki Kuckuck hat es ganz evolutionstreu bisher so gehandhabt. Jetzt ist sie aber in der verzweifelten Lage, dass weit und breit kein Nest mehr frei ist. Deshalb muss sie zum ersten Mal in ihrem Leben ein eigenes Nest bauen. Damit das funktionieren kann, ist Kiki auf die Hilfe der Spieler angewiesen. Zum Kuckuck! von Joseph Maria Alllué und Viktor Bautista i Roca (Haba) ist ein wackeliges Nestbauspiel für 2-5 Spieler ab 4 Jahren. Mit dem naturwissenschaftlichen Aspekt eines Kinderspiels sollte man es hier vielleicht nicht so ganz genau nehmen.

Wie wird das Kinderspiel Zum Kuckuck! gespielt?

Zunächst werden die Kuckuckseier an die Spieler verteilt und die Holzstäbchen, die fortan als Äste zum Nestbau dienen, in das Unterteil der Spieldose gestellt. Diese Holzstäbchen sind oben und unten farblich markiert. Ziel des Spiels ist es, alle Eier loszuwerden. Um erstmal ein Ei ablegen zu dürfen, muss ein einfarbiges Stäbchen gefunden werden. Sind die Farben verschieden, wird das nächste Holzstäbchen gezogen, das nun am sichtbaren oberen Ende den gleichen Farbanstrich haben soll, wie das zuvor gezogenen an unteren Ende. Welche Farben die in der Dose stehenden Stäbchen am unteren Ende haben, ist nicht zu erkennen. Reine Glückssache also. Spätestens beim dritten und letzten Versuch müssen die Farben oben und unten passen. Dann darf ein Ei ins Nest gelegt werden. Zuvor jedoch, und auch wenn kein Kuckucksei abgelegt werden darf, wird das Nest gebaut, indem die gezogenen Holzstäbchen quer zwischen die anderen Stäbchen geschoben werden. Hierauf werden die Eier drapiert. Holzstäbchen, die dabei herunterfallen, werden sofort wieder im Nest verbaut. Von heruntergefallenen Eiern muss eins in den eigenen Vorrat zurückgenommen werden. Wenn ein Spieler zu Beginn seines Zuges keine Eier mehr in seinem Vorrat hat, nimmt er die Holzfigur Kiki Kuckuck und setzt sie ins Nest. Fällt dabei etwas herunter - zum Kuckuck! - dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Bleibt alles stabil im Nest, hat der Spieler gewonnen.

Wie gut ist das Kinderspiel Zum Kuckuck?

Als ich Zum Kuckuck! das erste Mal auspackte und die Spielregel las, war ich von der Idee, Holzstäbchen abzulegen, quasi "Mikado verkehrt" zu spielen, spontan begeistert. Hurra, hier darf gewackelt werden! Allerdings stellte sich schnell heraus, dass Zum Kuckuck! seine eigenen Tücken hat. Konzentration, Fingerspitzengefühl und Glück sind erforderlich, um die passenden Holzstäbchen aus der Dose zu ziehen und anschließend so zwischen die anderen Stäbe zu schieben, dass dabei alles liegen bleibt. Hinzu kommt, dass die Kuckuckseier besonders geschickt platziert werden müssen, da sie sonst sofort herunterfallen. Beim Spiel mit Vier- bis Sechsjährigen kullert eigentlich ständig irgendetwas herum. Statt eins werden versehentlich auch mal mehr Stäbchen aus der Dose herausgezogen. Die Holzstäbchen dann immer wieder ins Kuckucksnest einzuflicken und die umherrollenden Eier aufzusammeln, hemmt den Spielfluss und auch den Spaß an diesem Spiel sehr. Für Kinder der vorgesehenen Altersgruppe ist Zum Kuckuck! eine ziemliche große Herausforderung und von daher kaum empfehlenswert. Spannend, unterhaltsam und frustrationsfrei erlebte ich das Kinderspiel Zum Kuckuck! dann schließlich erst in einer Spielrunde mit meinen elf- und sechzehnjährigen Neffen. Die hatten großen Spaß daran, geschickt und konzentriert am Nest zu bauen und dessen Zusammenfall möglichst lange zu verhindern. Durch die sehr niedliche Grafik wird Zum Kuckuck! ältere Spieler aber eher nicht ansprechen und verpasst dadurch leider jede Zielgruppe.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
4
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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