Verleger Frank Heeren über das Spiel Die Glasstraße

Produktionsräder und mitgespielte Karten

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 19.10.2013
Die Glasstrasse von Feuerland Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Frank, nach dem letztjährigen Erfolg mit Terra Mystica stellt Feuerland Spiele dieses Jahr in Essen das Spiel Die Glasstraße von Uwe Rosenberg vor. Was versteckt sich hinter dem Titel thematisch?
"Die Glasstraße beschäftigt sich mit der Glas- und Ziegelherstellung im Bayerischen Wald vor ca. 250 Jahren. Insbesondere die Glasherstellung hat dazu geführt, dass sich neben der eigentlichen Produktonsstätte noch weitere Infrastruktur in großem Maße mit angesiedelt hat. Im Bayerischen und im Oberpfälzer Wald hat man dieser Handwerkstradition mit einer Touristenstraße ein Denkmal gesetzt: Die Glasstraße."

Mit welchen wichtigen Mechanismen setzt Uwe Rosenberg das Thema um? Was ist prägend für den Spielspaß?
"Das entscheidene Merkmal ist der Kartenmechanismus. Man hofft darauf, seine Karten alleine spielen zu dürfen und gleichzeit bei den Karten der Mitspieler mitspielen zu dürfen. Das führt immer wieder zu großen Emotionen.
Daneben sind die Vielfalt und die schöne grafische Umsetzung der Gebäude kennzeichnend für dieses Spiel. Zu guter Letzt sind es noch die Produtkionsräder, mit denen man seine Rohstoffe verwaltet. Sie sind praktisch und tricky zugleich."

Inwieweit unterscheidet sich Die Glasstraße dabei von anderen Rosenberg-Spielen? Gibt es eine klar erkennbare Handschrift oder eher viele Überraschungen?
"Was in jedem von Uwes Spielen steckt, ist die akribische Arbeit, die er sich im Vorfeld zu dem jeweiligen Thema macht. Kreisläufe der mittelalterlichen (Land)wirtschaft sind sein Steckenpferd. Das ist auch hier wieder das Thema. Der Kartenmeachnismus dagegen bringt ein gewisses Zufallselement herein, das eher untypisch ist."

Kannst du bitte den Spielern einen Tipp geben, worauf sie speziell in der ersten Partei Die Glasstraße unbedingt achten sollten?
"Man sollte möglichst früh anfangen Gebäude zu bauen, speziell die Umwandlungsgebäude. In der ersten Partie wird gerne der Fehler gemacht, zulange nur Rohstoffe zu sammeln und nicht zu bauen."

Wird sich Die Glasstraße wieder eher an Vielspieler richten oder ist es auch für typische Familien spielbar?
"Die Glasstraße ist vom Spektrum her deutlich breiter als Terra Mystica. Neben den Vielspielern wird es auch Familien ansprechen, die über die ganz einfachen Spiele hinaus sind."

Welche Rolle spielt die Grafik für das Spiel im Speziellen und für dich als Verleger im Allgemeinen?
"Die Grafik ist sehr wichtig und sie muß sowohl funktional als auch anprechend sein. Beides unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Aber ich glaube, dass der Aufwand und die Liebe zum Detail, die hier hineingesteckt wird, auch vom Spieler honoriert wird."

Nachdem Terra Mystica ziemlich gut angekommen ist, hat sich automatisch eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut, die durch den Namen Uwe Rosenberg noch untermauert wird. Spielt das für dich als Verleger eine Rolle, erzeugt das einen gewissen Druck und wie gehst du damit um?
"Durch Uwe hatten wir vor allem mit unserem ersten Spiel den großen Vorteil mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, als man für gewöhnlich als Neuling in der Branche erfährt. Der große Erfolg von Terra Mystica ist eigentlich mehr hilfreich als 'unter Druck setzend', denn er öffnet wieder weitere Türen. Ich bin eine recht 'gelassene' Person und muss nicht von Erfolg zu Erfolg eilen."

Die Glasstraße wird in jeweils anderen Sprachversionen drei weiteren Verlagen erscheinen. Wie wichtig ist diese Kooperation für dich als Kleinverleger und wie kam es zu den Kontakten zu White Goblin, Z-Man Games und Filosofia?
"Für mich hat es vor allem den Vorteil der günstigeren Produktion. Ohne diese Partner hätte die UVP bei 50 EUR gelegen, jetzt können wir es für 40 EUR anbieten. Wir haben schon bei Terra Mystica zusammengearbeitet und die Qualität unserer Arbeit ist offenbar überzeugend ;-)"

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