Spielgefühl: Freaky

Die gespielten Zahlenfreaks

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 22.09.2016
Kartenspiel Freaky - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Mal wieder ein Kartenspiel. Freaky von Leo Colovini (Amigo Spiele). Und wie es bei Kartenspielen so ist, soll es leicht sein, zum Mitspielen auffordern und Spaß machen.

Freaky - das verschrobene Kartenspiel

Leicht ist Freaky. Drei Karten auf die Hand, drei Eigenschaften auf dem Bild. Bis drei Karten an eine Reihe so anlegen, dass zumindest eine der Eigenschaften mit der letzten Karte übereinstimmt. Wenn vier passen, Reihe nehmen. Jede Karte ein Siegpunkt. Das ist Freaky. Leicht.

Zum Mitspielen auffordernd: Ja. Freaky ist ein simples Spiel, wie es schon Dutzende gab. So oder so ähnlich jedenfalls. Die einfachen Regeln erleichtern den Einstieg. Hinzu kommt die Illustration von Oliver Freudenreich. Der hat die Zahlen auf den Karten so gezeichnet, dass die Illustrationen wirklich freaky sind. Eine Mischung aus kleinen Monstern und verschrobenen Ziffern. Wunderbar gelungen. Oliver Freundenreich hat hier ganze Arbeit geleistet.

Spaß machen? Ja. Freaky macht Spaß - aber bedingt. Es ist mir zu leicht, beinahe seicht. Meine Mitspieler aus den Familienrunden haben Spaß dabei. Ich nicht wirklich. Der Grund ist das Spielgefühl.

Spielgefühl: Freaky ein gutes Kartenspiel?

Ich fühle mich, anderes als meine Mitspielerschaft, gespielt. Kein Wunder, drei Karten für ein Halleluja. Das ist es. Hintergrund abgleichen, Zahlenfeld abgleichen, Zahl abgleichen. Irgendwas davon muss passen. Boah. Das soll alles sein? Ja. Eigentlich ja. Aber die Auswahl von drei Karten mit drei Eigenschaften. Also mal echt, das ist nichts, was mir Entscheidungen abringt. Klar, könnte ich Reihen sinnvoll verlängern, die aufzunehmende Kartenzahl zu vergrößern. Aber das passiert ohnehin automatisch. Scheinauswahl, Scheinentscheidungen, Scheinspaß.

Weniger gelungen sind die Hintergründe. Das ist erneut eine missratene Gestaltung bei Amigo Spiele. Wie in den Vorjahren schon bei u. a. Witches und Dao stellt sich mir die Frage, warum das keiner in der Redaktion sieht. Blau und Schwarz, beides mit niedriger Sättigungsstufe, sind trotz der zusätzlichen Schnörkel im Spieltisch schwer zu unterscheiden. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, einfach eine andere Farbe zu nehmen. So unterstützt die Farbwahl nicht gerade das ohnehin eher durchschnittliche Spielgefühl von Freaky!

Kommentare

Nöh, das sehe ich anders. Freaky ist bei der Familie ziemlich gut angekommen. Man kann schon etwas besser taktieren, als du es darstellst. Drei abzulegen, ist beispielsweise nie besonders gut, weil man ja tendenziell den Mitspielern eine Vorlage gibt. Ist eher wie bei Absacker: möglichst wenig ablegen, wenn man die Reihe nicht aufnehmen kann...

Unerwarteterweise fanden "die Leute" Freaky um einiges besser als X Nimmt oder Take That. Hätte ich auch nicht erwartet. (Die Gestaltung und Erkennbarkeit ist tatsächlich nicht sonderlich gut...)