7 Wonders

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 16.01.2011
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7 Wonders von Repos Production

Die sieben Weltwunder waren eine Sammlung der imposantesten, eindrucksvollsten und existenten Gebäude der griechischen Antike aus Sicht ihres damaligen Kulturkreises. Die Zahl Sieben galt den alten Griechen zudem als „vollkommene Zahl“, deshalb fanden auch nur die bewussten sieben Gebäude Eingang in diese elitäre Liste.

Im Spiel 7 Wonders leiten die zwei bis sieben Mitspieler die Regierungsgeschäfte ihrer Stadt, in welcher ein Weltwunder errichtet werden soll. Dazu werden natürlich Rohstoffe und Produktionsstätten benötigt, militärische Gebäude können vor aggressiven Nachbarn schützen, aber auch Handel und Forschung sollten nicht vernachlässigt werden. Für die Errichtung möglichst vieler Siegpunkt trächtiger Gebäude und der drei Baustufen ihres Weltwunders haben die Spieler jeweils drei Spielrunden lang Zeit. Zum Abschluss werden die Siegpunkte ausgezählt, und der Spieler mit den meisten davon gewinnt.

Wenn man nach obiger Einleitung ein opulentes Brettspiel mit vielen Figuren und umfangreichen Regeln erwartet, kommt man beim öffnen der Schachtel von 7 Wonders aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn der zentrale Motor des Spiels sind lediglich die beiliegenden 148 Spielkarten. Je nach Anzahl der Mitspieler kommen entsprechend viele Karten ins Spiel und werden je nach zugehörigem Zeitalter in drei verschiedene Stapel sortiert. Zu Beginn erhält jeder Spieler genau sieben Karten. Von diesen kann er sich eine Karte aussuchen und reicht den Rest an seinen Nachbarn weiter. Von seinem anderen Nachbarn bekommt er dafür ebenfalls Karten, nunmehr nur noch 6. Dadurch ergeben sich pro Zeitalter maximal sieben Spielrunden. Die ausgesuchten Karten werden sofort als Rohstoffproduzenten oder Gebäude ausgelegt oder als einfache Münzquelle abgelegt. Rohstoffe sind bei 7 Wonders virtuell, man muss lediglich nachweisen können, sie zu besitzen, wenn man Gebäude bauen will. Die Gebäude setzen in den meisten Fällen den entsprechenden Rohstoffbesitz voraus. Weiterhin ist es durchaus möglich, dass manche Gebäude kostenlos errichtet werden können, falls man das entsprechende Vorgängergebäude schon errichtet hat und die entsprechende Gebäudekarte dieses gestattet. Jedem Spieler wird zudem zu Beginn des Spiels ein Weltwunder als Kartenablage zugelost. Diese Weltwunder können in zwei bis vier Baustufen errichtet werden und versprechen dann pro Baustufe dauerhafte und sehr lukrative Boni. Baustufen der Weltwunder werden durch einfaches ablegen von Karten errichtet. So steckt man bei 7 Wonders faktisch permanent in der Klemme. Setzt man auf eine starke Rohstoffproduktion oder kauft man diese durch einen starken Handel günstig beim Nachbarn ein? Setzt man auf die militärische Abschreckung und kassiert dafür in jeder Runde ordentlich Siegpunkte? Oder setzt man den Fokus stärker auf die Forschung? In den meisten Fällen läuft es wahrscheinlich auf eine Mischstrategie hinaus. Da 7 Wonders, auch in voller Besetzung, selten länger als 30 Minuten dauert, ist es kein Problem in einigen, aufeinander folgenden Spielrunden unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Kennt ein Mitspieler bereits die Regeln des Spiels, sind diese schnell erklärt. Muss allerdings erst das Regelheft bemüht werden, kann das verinnerlichen der Regeln doch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

7 Wonders macht vieles richtig. Kurze Spieldauer, schnelle Regeleinarbeitungszeit, eine schöne Grafik, und als Clou ist es in jeder Besetzung sehr gut spielbar. Allein wo viel Licht ist, ist auch Schatten. So ist das Spiel nur mit wenigen Mitspielern wirklich taktisch, mit steigenden Spielerzahlen steigt auch der Glücksfaktor, denn genau dieser bestimmt, welche Karten man bekommt und weitergibt ohne dass man eine Chance hat, sie jemals wiederzusehen. Ein weiteres Manko ist der sehr hohe Preis, bei gleichzeitig guter, aber auch nicht wirklich überzeugender Qualität des Spielmaterials.

Unter dem Strich ist 7 Wonders jedoch ein Spiel, welches in keiner Spielesammlung fehlen sollte, da es sowohl Familien- als auch Vielspieler gleichermaßen zu überzeugen weiß und sowohl mit etlichen Partien einen Spieleabend gestalten, als auch mit einer einzelnen Partie einen Abend gelungen abschließen kann.

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Fotos
7 Wonders von Reich der Spiele
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