Das Schwarze Auge: Aus Licht und Traum

ein Spiele-Artikel von Cornelia Simon - 31.08.2006
Das Schwarze Auge: Aus Licht und Traum
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Elfen im Rollenspiel. Das hat häufig den Hang zu etwas Exklusiven. So exklusiv, dass es jeder Spieler haben (spielen) will. Bei Das schwarze Auge ist das bisher den Zwölfen sei Dank aus verschiedenen Gründen nicht ganz so extrem gewesen. Dennoch umgibt die Spitzohren auch hier ein gewisses Mysterium. Jeder hat von ihnen gehört, aber kaum einer kennt einen Elfen persönlich. Elfen sind anders - oder wie es eine Kapitelüberschrift der Hardcover-Publikation sagt: Elfen sind keine Menschen mit spitzen Ohren. Und eben das zeigt der gut 150-seitige Regionalband.

Natürlich wird die Geschichte, die Kultur und Lebensweise der Elfen dargestellt. Und schon kommt die Frage: welcher Elfen denn bitte? Es gibt nämlich ganz verschiedene, worauf ein normal begabter Aventurier kaum kommt. So leben im Norden die Firnelfen, dann wären da noch die Auelfen, die kein seltener Gast unter Menschen sind, und natürlich die "ursprünglichen" Waldelfen, die ihren Forst nicht gerne verlassen. Dazu werden Steppenelfen vorgestellt, Halbelfen und Elfen fern der Heimat. Und schon ist klar, dass es Elfen und Elfen und das auch noch fast überall in Aventurien gibt. Kein Wunder, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Spitzohren nicht klein sind. Das alles erklärt der Band und stellt zugleich die bekanntesten Personen von ihnen und ihre Heimatgebiete vor. Dazu gibt es natürlich seitenweise Mysteria Et Arcana, die jede Menge Hinweise für den Meister beinhalten.

Das vielleicht wichtigste Kapitel heißt "Elfen im Rollenspiel". Hier geht es ans Eingemachte aventurischer Spielbarkeit. Denn der Spagat zwischen dem Geheimnisumwitterten und dem Abenteuerkollegen ist es, der den Reiz und zugleich die Schwierigkeit ausmacht, einen Elfen als Helden zu führen beziehungsweise in ein Abenteuer zu integrieren.

Wie bei den bisherigen Regionalbänden auch lohnt Aus Licht und Traum auf alle Fälle. Die etwas andere Kultur der Elfen wird gut und umfassend dargestellt. Zugleich wird deutlich, dass Elfen eben keine Menschen mit spitzen Ohren sind. Aber das hatten wir ja schon. Bleibt noch das abschließende Urteil: Kaufen, wenn Elfen regelkonform und im Sinne Aventuriens ins Spiel integriert werden sollen!