BrainBox - Das Große Quiz

Die Herausforderung für dein Gedächtnis

eine Spielerezension von Mathias Rekasch - 03.10.2016
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BrainBox - Das große Quiz - Foto von Carletto
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Oft entwickeln Spieleautoren, Redakteure und Verlage zu erfolgreichen Brettspielen noch Ableger als Kartenspiele, Würfelspiele oder Mitbringspiele. Dass dies aber auch andersherum möglich ist und man aus einem kompakten Wissens- und Merkspiel eine Brettspielvariante machen kann, sieht man am Beispiel von BrainBox - Das große Quiz, herausgegeben von The Green Board Game. Ob größer an dieser Stelle auch besser ist, ist dann die nächste Frage, welche sich stellt.

Wie spielt man BrainBox - Das große Quiz?

Anders als in den kompakten Würfeln, finde ich in dieser rechteckigen Packung, die mit entferntem Deckel und der darin befindlichen Schachtel für die Quizkarten ausgeklappt platzsparend als Spielbrett fungiert, nicht 71 Karten zu einem bestimmten Themengebiet, sondern jeweils 20 Karten in acht verschiedenen, farblich zu unterscheidenden Kategorien.

Spielziel für meine MitstreiterInnen und mich ist es demnach, mindestens eine Karte von jeder Kategorie durch die Beantwortung einer der acht Fragen auf den Kartenrückseiten zu erlangen, nachdem ich mir zuvor die Vorderseite der Karte für zehn Sekunden angesehen habe und alles Wesentliche versucht habe zu lesen. Sobald ich Karten in jeder Kategorie habe, muss ich noch als Erster zurück am Startfeld sein, um den Sieg einzufahren.

Zur Auflockerung gibt es allerdings nicht nur Felder in den acht verschiedenen Farben, die ich erreichen muss, um eine Frage in der entsprechenden Kategorie gestellt zu bekommen, sondern auch einige Spezialfelder. Auf diese gelange ich, indem ich einen W8-Würfel nutze und die entsprechende Anzahl an Feldern frei vertikal oder horizontal mit meiner Spielfigur ziehe, wobei ich bei einer acht auf ein entsprechendes Achterfeld in der Farbe meiner Wahl ziehen darf.

Komme ich auf ein Fragezeichen-Feld, so darf ich mir eine Kategorie aussuchen, muss allerdings zwei Fragen der entsprechenden Karte richtig beantworten. Auf einem Flip-Flop-Feld darf ich eine beliebige Karte eines Mitspielers wählen und mit ihm um diese spielen. Wir beide müssen abwechselnd jeweils eine Frage beantworten. Wer einen Fehler macht, hat verloren. Um auf ein weißes Feld ziehen zu dürfen, muss ich mindestens zwei oder drei Karten besitzen. Danach darf ich genauso viele Karten von Kategorien nehmen, die mir noch fehlen. Beantworte ich von diesen jeweils eine Frage richtig, gehören auch diese Karten mir. Mache ich einen Fehler habe ich auch meine eingesetzten Karten verloren. Ich darf dabei aber nur 10 Sekunden gleichzeitig auf alle Karten schauen, die ich gewinnen möchte.

Wie gut ist BrainBox - Das große Quiz?

Grundsätzlich ist das Spielprinzip nach wie vor simpel und auch für Kinder machbar, so sie denn etwas mehr Zeit (20, manchmal sogar 30 Sekunden) bekommen - wie zum Beispiel auch bei Rund um die Welt - BrainBox. Teilweise steht auf den Karten ganz schön viel Text, der sich keinesfalls in zehn Sekunden lesen lässt, zumal auch noch zahlreiche Bilder erfasst werden müssen. Die verschiedenen Fragen können von konkreten Jahreszahlen oder Orten bis hin zu Farben von Gegenständen auf den Karten gehen. Da ist die Zeit zum Einprägen und Lesen oft sehr knapp und manches Mal muss man einfach auch Glück mit der Frage haben, um eine Karte zu gewinnen. Bei einigen Kategorien und Karten hat man das Gefühl, dass man gerade an den unteren Texten ruhig etwas hätte kürzen dürfen. Allerdings macht die Spannung der Art der Frage und die Ungewissheit, ob ich nun die auf der Karte zu findenden Personen zählen oder den konkreten Todestag einer Person wissen muss, auch einen großen Teil des Spielreizes aus, weshalb der vermeintliche Ärger über leichte Fragen für die MitspielerInnen auch schnell in Spaß und die ein oder andere nicht ganz ernst gemeinte Stichelei übergeht. Die Schnelligkeit des Spiels ist außerdem gleichzeitig auch dessen Vorteil, da eine gesamte Runde mit meinen Partien nicht länger als eine Dreiviertelstunde betragen hat.

Interessant zu erwähnen ist, dass das Rateglück bei den Karten oder die Probleme mit vermeintlich leichten Fragen eher für die Erwachsenen MitspielerInnen ein Problem gewesen ist, da Kinder auch ab und an davon profitieren können und generell oft mehr den Spaß im Vordergrund sehen. Gibt man den Kindern dazu noch etwas mehr Zeit, so haben sie zumindest in meinen Runden immer sehr viel Spaß mit dem Spiel gehabt und waren gerne bereit, das Spiel ein weiteres Mal auf den Tisch zu bringen. Kaum genutzt wurden in meinen Partien jedoch die Sonderfelder. Gleich zwei Fragen zu beantworten, anderen eine Karte zu klauen oder gar meine eigenen Karten zu setzen und zu verlieren ist oft zu risikoreich und höchstens etwas, um nochmals alles zu versuchen und einen Mitspieler, der kurz vorm Sieg steht, noch zu überholen. Die fehlende Zeit zum Erfassen der Karten lässt die Spieler dieses Risiko aber eher selten eingehen - so zumindest meine Wahrnehmung.

Am Ende bleibt aber auf jeden Fall in positives Fazit stehen und ich kann das Spiel vor allem Familien mit Kindern auf den Weg zur weiterführenden Schule, aber auch mit pfiffigen Grundschulkindern ab der dritten Klasse empfehlen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
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