Costa Rica

Reveal The Rainforest

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 17.03.2017
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Gesellschaftsspiel Costa Rica - Foto von Lookout Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die Republik Costa Rica ist bekannt, durch ihren Entschluss, die Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abzuschaffen. Wenn das überall auf der Welt geschehen würde, dann hätten wir auf jeden Fall mehr Zeit zum Spielen. Wörtlich übersetzt heißt Costa Rica reiche Küste. An der Küste können wir uns aber leider nicht aufhalten, sondern wir ziehen auf der Suche nach exotischen Tieren durch den Regenwald.

Wie funktioniert das Gesellschaftsspiel Costa Rica?

Das Gesellschaftsspiel Costa Rica von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert (Lookout Spiele) besteht aus 72 Landschaftsplättchen, von denen 61 zu einem großen Sechseck ausgelegt werden. Es gibt drei verschiedene Arten von Landschaften, Gebirge/Hochland, Küste/Sumpf und Wald. In jeder Landschaft gibt es zwei Tierarten zu entdecken, von denen die eine häufig und die andere eher selten vorkommt. Moskitos, die es zu meiden gilt, kommen in allen drei Landschaften vor. Im Gebirge, wo es viele Tiere gibt, gibt es auch die meisten Moskitos, im Wald, in dem es sehr wenige Tiere gibt, gibt es auch wenige Moskitos.

Zu Spielbeginn wird der Regenwald ausgelegt. Anschließend werden an den sechs Ecken Expeditionsgruppen gebildet. Jeder Spieler hat sechs Entdecker, die er auf die sechs Gruppen verteilt. Ein Spieler ist der Expeditionsleiter und bestimmt, welche der sechs Gruppen sich bewegen darf. Die einzige Einschränkung: Der Leiter kann nur eine Gruppe auswählen, in der er selbst mit einem Entdecker vertreten ist. Der Expeditionsleiter wählt ein an die gewählte Gruppe angrenzendes Plättchen und deckt es auf. Das Plättchen zeigt ein oder zwei Tiere und in manchen Fällen einen Moskito. Nun entscheidet sich der Expeditionsleiter, ob er das Plättchen nehmen möchte oder nicht. Falls er es nicht will, haben die anderen Expeditonsmitglieder reihum die Möglichkeit sich für oder gegen das Plättchen zu entscheiden. Nimmt keiner das Plättchen, geht die Erkundung weiter und der Leiter deckt ein nächstes angrenzendes Plättchen auf. Nimmt ein Spieler die bis dahin aufgedeckten Plättchen, legt er diese vor sich ab und entfernt seinen Forscher aus dieser Gruppe. Die Gruppe zieht auf den Platz des letzten entfernten Plättchens und beendet hier erst einmal ihren Erkundungsgang. Taucht während der Erforschung des Regenwaldes ein Moskito auf, passiert erst einmal noch nichts. Sobald jedoch ein zweiter Moskito aufgedeckt wird, endet die Runde sofort. Die beiden Plättchen mit Moskito werden aus dem Spiel genommen, die übrigen Plättchen gehen an den Expeditionsleiter, der anschließend seinen Forscher aus dieser Gruppe entfernt. Wer das Pech hat, gleich zu Beginn seiner Erforschung zwei Plättchen mit Moskitos aufzudecken, geht leider leer aus und muss trotzdem seinen Forscher aus dieser Gruppe entfernen. Ist eine Forschergruppe vom Spielplan abgeschnitten und kann keine Plättchen mehr aufdecken, so wird die gesamte Gruppe vom Spielplan entfernt. Das Spiel endet, wenn es entweder nichts mehr zu entdecken gibt oder wenn sich kein Forscher mehr im Regenwald aufhält. Die gesammelten Tiere werden gewertet, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Lohnt sich das Spiel Costa Rica?

Dieses Entdeckerspiel ist definitiv nichts für Grobmotoriker, da die Plättchen doch sehr leicht verrutschen und dann das Chaos im Regenwald ausbricht.  Costa Rica selbst ist schnell erklärt, schnell gespielt, macht auch Spaß und zündet doch irgendwie nicht so richtig. Vielleicht liegt es daran, dass man in der Regel nicht mehr als sechsmal in einem Spiel die Möglichkeit hat, an Kärtchen zu kommen. Gehört man einer „verlorenen“ Expedition an (vom Spielplan abgeschnitten), sind es entsprechend weniger Gelegenheiten Tiere zu sammeln. Bei voller Besetzung kann das schnell geschehen, außerdem wird es mit fünf Spielern sehr eng im Regenwald.

Wer die schon aufgedeckten Gefahrensymbole mitzählt, ist im Vorteil und kann das Risiko, weitere Plätzchen aufzudecken besser abschätzen. Das Spiel zu zweit hat uns (auch mit der vorgeschlagenen Variante) nicht überzeugt. Nach jeder erfolgreichen Expedition bleibt immer ein Spieler für eine neue Expedition übrig, der sich dann alleine relativ gefahrlos weit in den Regenwald vorwagen kann. Vorteile haben im Regenwald Forscher, die ihre Mitspieler gut einschätzen können (wer ist wie risikofreudig).

Schade, dass die Schachtel, in der sich der Regenwald verbirgt, so ganz ohne Inlay ist (Platz dafür wäre genügend vorhanden) und die Plättchen von daher einfach nur lose in der Schachtel herumliegen. Ein bißchen Dschungelflair statt lieblosem Grau im Inneren der Schachtel, hätte das Spielerherz ebenfalls erfreut.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30-45
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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