Faules-Ei

Das große Durch-Ei-Nander

eine Spielerezension von Dirk Janßen - 30.11.2019
  Spiel kaufen kommentieren
Faules-Ei - Ausschnitt - Foto von Kuriosum Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ihr geht zum Lachen ins Tiefgeschoss? Ihr legt auf Beerdigungen und Geburtstagen den gleichen Gesichtsausdruck auf? Ihr denkt bei Komödie zuerst an Dante Alighieri? Dann spart Euch Eure triste Zeit und lest nicht weiter, denn hier geht es um puren Spaß! Und um Eier! Viele Eier! So viele Eier, dass selbst Oliver Kahn zufrieden wäre. Ei Jei Jei!

Faules-Ei ist ein High-Speed-Quartett

Der Kern des Dings ist schnell erklärt: Faules-Ei von Marcel Davidsohn (Kuriosum Verlag) ist ein Kartenspiel, bei dem man versucht, vier gleichfarbige Eier auf die Hand zu bekommen. Dabei ist pro Spieler einer Eierfarbe im Spiel und zusätzlich das Faule Ei, welches hier eine Art Schwarzen Peter gibt. Die Karten werden gemischt, jeder Spieler erhält vier Karten, lediglich der Kartengeber bekommt fünf Karten auf die Hand. Dann beginnt auch schon das eigentliche Spiel: Jeder Spieler gibt nun verdeckt eine Karte an seinen rechten Mitspieler weiter. Die Karte wird aufgenommen und erneut wird eine Karte weitergegeben. Dies geschieht nun solange, bis ein Spieler vier gleichfarbige Eier auf der Hand hat. Dieser Spieler haut dann auf das Spiegelei in der Tischmitte. Alle anderen Spieler müssen ihm nun schnell folgen, denn der letzte Spieler erhält eine Strafkarte. Strafkarten gibt es sieben Stück, die zusammen das Wort "F A U L E S E I" ergeben. Derjenige, der als erster sieben Strafkarten hat, verliert das Spiel und ist bis zur Ablöse das Faule-Ei.

Eine Besonderheit stellt noch die Karte „Faules Ei“ dar. Hat man diese auf der Hand, muss man sie gut sichtbar für alle Spieler nach Außen drehen. Außerdem darf man sie nicht direkt wieder weitergeben, sondern muss mindestens eine Runde damit warten. Außerdem darf man sie nicht auf der Hand haben, wenn man auf das Spiegelei schlägt. Auch wenn man neben dem „Faulen Ei“ vier gleichfarbige Karten auf der Hand hat.

Tipp zum Spiel(en): Ohne Speed kein Funke

Damit der Funke bei dem Spiel überspringt, sind zwei, drei Dinge wichtig:

1) Man muss schnell spielen. Faules-Ei ist kein Strategiespiel, sondern ein Reaktionsspiel. Karte aufnehmen, Karte weitergeben, Karte aufnehmen, Karte weitergeben, Karte aufnehmen … Man soll schwitzen, man soll hecheln, man soll sich stressen! Die Kiste muss sich wie ein Work-out anfühlen. Wie Mud Masters ohne Matsch.

2) Man darf seine Mitspieler täuschen und provozieren. Ein Schlag neben das Spiegelei, ein Antäuschen einer möglichen Berührung des Spiegeleis, ein verfrühter Jubelschrei oder auch ein dezentes Handauflegen, wenn man plötzlich vier gleichfarbige Eier auf der Hand hat. All das ist das Salz in diesem Eiersalat.

3) Macht Euch locker! Klar, eigentlich will man seine Spiel-Credibility ständig weiter ausbauen, indem man nur die absoluten Brain- und Zeitklopper auf den Tisch bringt, um dann bei Facebook, Twitter und Klo mit Bildern vom Spielemarathon inklusive verschwitzten Finisher-Shirt zu punkten. Wenn sich dazwischen Bilder von 7+Jahre-Spiele mit Barbapapa-Grafik finden, ist das genauso schädlich, als wenn man schreibt, dass man ein bestimmtes Spiel schon mehr als drei Mal gespielt hat und der Pile of Shame Flachland ist.

Wenn man diese drei Regeln berücksichtigt und nicht zur zu Beginn ausgeschlossenen Gruppe gehört, wird man mir wahrscheinlich beim Fazit zustimmen.

Faules-Ei - Schachtel - Foto von Kuriosum Verlag

Des Eiermenschen Lohn: Ei, jetzt kommt das Fazit!

Ich habe Faules-Ei in Ratingen gespielt. Ich habe Faules-Ei an zwei Tagen in Essen gespielt. Und ich habe Faules-Ei im privaten Rahmen gespielt. Und ...: Ich werde Faules-Ei weiterhin spielen. Die Nummer funktioniert sowohl verifiziert mit vier als auch mit sieben Spielern. Sowohl an runden als auch an eckigen Tischen! Sowohl morgens als auch abends. Und es hat bisher immer mächtig Spaß gemacht. Und Spaß heißt in dem Fall, dass wirklich mächtig gelacht wurde. Gelacht in Siegesfreude! Gelacht aus Schadenfreude! Einfach mitgelacht! Es sind eben manchmal die einfachen Dinge, die wirklich Stimmung an den Tisch bringen. Mehr muss man an dieser Stelle nicht sagen. Der Rest ist Geschmackssache.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3-10
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20-45
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Fotos
Faules-Ei - Schachtel - Foto von Kuriosum Verlag
Mehr zum Spiel