Lyngk

eine Spielerezension von Daniel Wünsche - 11.08.2017
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Brettspiel Lyngk - Foto von Huch

Lyngk ist der siebte Titel einer Serie von Spielen für zwei Personen, die nach dem sechsten Spiel enden sollte - dem Gipf-Project. Doch Autor Kris Burm hat sich im Zuge der Neuauflage mit dem Verlag Huch! nochmal ans Reißbrett gesetzt und eben Lyngk zum Vorschein gebracht. Ist es jetzt das letzte Spiel der Reihe, oder kann es noch mehr geben? Wir werden sehen.

Das Erste, was bei Lyngk auffällt: Es ist bunt. Im Vergleich zu den anderen Teilen, die meist nicht über drei Farben hinauskamen, sogar sehr bunt. Wieder wurden die hervorragenden Bakelit-Teile verwendet, die ein tolles Gefühl in den Händen geben. Auch der Klang, wenn sie aufeinander stoßen, ist schön. Das klingt jetzt etwas aufgesetzt und erzwungen in einer Rezension, aber als Liebhaber von abstrakten Spielen nimmt man eben alles, was man irgendwo greifen kann. Es ist egal, ob es ein schöner Backgammon-Koffer, ein schönes Schachspiel oder die Luxusausgabe von TAK ist. Die Haptik spielt für mich eine große Rolle, und alle Spiele, die ich bisher aus der Gipf-Reihe gespielt habe, erfüllen diesen Aspekt für mich.

Wie wird Lyngk gespielt?

Die farbigen Scheiben werden zufällig auf dem Spielbrett verteilt, wobei ein Spielstein jeder Farbe neben das Spielbrett gelegt wird. Ziel bei Lyngk ist es, Fünferstapel zu erzeugen, in dem jede Farbe genau nur einmal vorkommen darf. Dazu hilfreich sind noch drei Jokersteine, die auf dem Spielplan verteilt sind und für jede Farbe stehen können. Ein Spieler darf einen Stein oder einen Stapel auf einen anderen Stein oder Stapel in gerader Linie bewegen, solange beide die gleiche Höhe haben. In seinem Zug darf ein Spieler eine Farbe für sich beanspruchen, indem er einen Spielstein nimmt, der am Spielfeldrand liegt. Ab diesem Moment sind Steine und Stapel dieser Farbe für den Gegner tabu und dürfen nicht mehr bewegt werden. So kann sich jeder zwei Farben sichern und eine Farbe bleibt bis Spielende neutral. Ab dem Moment ändert sich auch eine Regel für diese Farbe, denn dieser darf nun auch auf einen höheren Turm gesetzt werden. Entstehen so im Laufe des Spieles ein oder mehrere Fünferstapel der eigenen Farben, nimmt der entsprechende Spieler diese vom Spielbrett.
Gespielt wird so lange, bis kein Zug mehr möglich ist. Alle Spieler müssen Züge ausführen, sofern möglich, und ggf. warten, bis der andere Spieler wieder Züge möglich macht. Eine wichtige Regel ist die sogenannte Lyngk-Regel, die es erlaubt, von Spielsteinen der eigenen Farbe in alle anderen Richtungen abzuprallen. Gewonnen hat am Ende der Spieler mit den meisten Fünferstapeln oder danach den meisten Viererstapeln und so weiter.

Lohnt sich das abstrakte Spiel Lyngk?

Ich brauche nicht zu verheimlichen, dass ich ein Fan der Gipf-Reihe bin. Und ich war ziemlich skeptisch, ob ein weiteres Spiel der Serie gerecht werden kann oder ob es nur eine miese Fortsetzung ist. Und hier liefert Kris Brum nochmal ein Glanzstück ab. Lyngk ist sehr schnell erklärt, und vielleicht laufen die ersten Spiele etwas holprig, aber wenn man mal die Lyngk-Regel verinnerlicht hat und sich einen Weg im anfänglichen Wirrwarr zurecht gelegt hat, ist das Spiel super und sehr in Bewegung. Sehr denklastig. Man versucht permanent, dem Gegner eine Falle zu stellen und am Ende sich den Stapel doch noch zu schnappen. Gleichzeitig versucht man, dem Gegner nicht zu viele Optionen zu lassen. Dazu muss nicht nur die Position, sondern auch die Farbkombination passen. Für mich gehört es definitiv zu den besseren Spielen der Reihe. Und zu den zugänglichsten. Es mag an der farbenfrohen Optik liegen und dem Aufbau, der ein wenig an den Klassiker Halma erinnert und somit die Scheu etws lindert, ein solches Spiel zu spielen.

Je nachdem, wie ernsthaft die Spieler das Spiel spielen, kann eine Runde auch mal etwas länger dauern, denn es gibt eine Menge zu beachten. Andere Spielrunden, in denen eher aus dem Bauch heraus gespielt wird, sind hingegen sehr schnell zu Ende. Ich kann das Spiel nur wirklich allen Freunden von abstrakten Spielen empfehlen, egal ob als Einsteiger oder alteingesessener Fan von Gipf und den anderen Spielen der Reihe.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13
Spieldauer (Minuten): 
30-60
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Lyngk für zwei Spieler - Foto von Huch
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