Speed Snacks

eine Spielerezension von Riemi - 05.09.2015
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Speed Snacks - Foto von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Restaurantführer Gault-Millau ist bekannt für seine launischen Kritiken, im Stile des Restaurantkritikers Ego, aus dem Animationsfilm Ratatouille. Die Köche, die die Gnade der Gault-Millau-Kritiker erhalten, werden mit Kochmützen ausgezeichnet. Kochmützen werden in Österreich Hauben genannt. Um den Gewinn dieser Hauben geht es bei Speed Snacks von Ulrich Blum, das bei Pegasus Spiele erschienen ist. Anscheinend ist das Zwei-Personenspiel für Nachwuchsköche konzipiert worden. So nach dem Motto: Jeder fängt mal klein an. Die Speisekarte besteht aus verschiedenen Fastfoodgerichten: Dönertasche, Burger, Pizza, Hot Dog, Pommes und als Stilbruch Sushi. Während bei Burger und Co. den Spielern (man bekommt nach dem Spiel echt Heißhunger) das Wasser im Mund zusammenläuft, erntet Sushi (leider) in der Regel ein: „Bäh!“

So wird Speed Snacks gespielt

Speed Snacks versucht, den Stress in einer Küche nachzubilden. Bestellungen kommen in die Küche rein und werden von den beiden „Pommesköchen“ hergestellt. Gasttypisch werden die Bestellung zwischendurch aber geändert: „Der Gast von Tisch vier will statt Döner lieber ein Hot Dog haben!!!“, schallt es dann durch die Küche. Okay, eine Änderung wirft einen Koch nicht aus der Bahn. Wenn aber permanent die Bestellung geändert wird, dann ist man als Koch nur noch eins: „In der Scheiße!“. Der Autor Ulrich Blum kennt dieses Gefühl und hat es spielerisch umgesetzt.

In Speed Snacks wird dieses Malheur so gespielt: Ein Kartenstapel mit den Abbildungen der verschiedenen Gerichten liegt am Rand. Die Spieler sitzen sich gegenüber. Sie haben jeweils fünf Plätze vor sich und in der Mitte frei, um Karten abzulegen. Sobald das Geschäft (die Spielrunde) losgeht, zieht jeder wild durcheinander vom Kartenstapel und überlegt: "Verdeckt vor mir oder offen in die Mitte als Bestellung ablegen". Auch übereinander(!). Die Spieler versuchen, mit den verdeckten Karten die offenen Bestellungen zu erfüllen. Eigentlich unmöglich, da sich die Bestellungen permanent ändern. Es passt einfach nie. Zwischendurch tauchen Karten mit unzufriedenen Gästen auf, die nur eines von den verpeilten Köchen haben wollen: ihr Essen! Daraufhin wird ein Bestellstapel in der Mitte gesperrt. Wenn vier unzufriedene Gäste ihr Essen bekommen haben, wird abgerechnet. Die obersten Karten unserer Küchenchefs werden aufgedeckt und mit den Bestellungen in der Mitte verglichen. Bei Übereinstimmungen gibt es Punkte. Wer die meisten Punkte hat, bekommt eine Haube. Nächste Runde. Fünf Hauben muss man bei Speed Snacks sammeln, um zu gewinnen.

Wie gut ist das Kochspiel Speed Snacks

Wer jetzt meint, wer gewinnt oder verliert, wird vom Zufall gesteuert, hat nicht unrecht. Selbst wer vor sich die Karten sortieren möchte, kommt nach wenigen Spielminuten doch durcheinander. Dem Spiel liegen weitere Kartensets, sogenannte Module, bei. Sie bringen gute Abwechslung ins Spiel und können individuell eingesetzt werden. Das vierte Modul ermöglicht sogar so etwas wie ein "gezieltes Spielen". Leider braucht man mehrere Anläufe, um die sperrige Regel für dieses Modul zu verstehen. Während die anderen Regelabschnitte einfach zu erlernen und beschrieben sind, wird man hier verwirrt. Verwirrt wird man auch als versierter Spieler. Speed Snacks ist nicht das, was sich ein Vielspieler wünscht. Speed Snacks ist für Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und Gelegenheitsspieler geeignet, die keine langen Regeln lernen wollen und Speed Snacks als hektisches Duell ohne tieferen Sinn verstehen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15-30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
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