Zwerg Riese

Gold, Gold, Gold

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 03.12.2011
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Zwerg Riese von Haba
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Tief im Wald, wenn man sich ganz leise verhält, hört man Ihre Stimmen die laut und fröhlich Singen. Und wenn man Glück hat, versteht man es sogar. Denn Sie Singen: „Gold, Gold, Gold – ist alles was wir sammeln! Gold, Gold, Gold – ist alles was wir brauchen!“  Und manchmal, wenn man ganz fest daran glaubt, so bekommt man sie sogar zu Gesicht. „Wen denn!" fragt Ihr Euch?

Natürlich die kleinen schlauen Zwerge mit Ihren bunten Zipfelmützen, die fröhlich auf und ab hüpfen und immer wieder dieses Lied Singen. Dabei reisen Sie von Stadt zu Stadt und versuchen, möglichst viel Gold einzusammeln. Aber da das reisen auf so kurzen Beinen lang und beschwerlich wäre, haben sich die schlauen Zwerge etwas ausgedacht. Denn Sie reisen auf den Schultern des gutmütigen Riesen Rick. Seine Riesenschritte sorgen dafür, dass Sie tausendmal schneller in die nächste Stadt kommen können und so auch viel mehr Gold einsammeln werden als zu Fuß.

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines fleißigen Zwerges. Der mit Hilfe von Rick dem Riesen, von Stadt zu Stadt reist und dabei versucht, so viel Gold wie möglich einzusammeln. Aber der gutmütige Rick möchte für jeden Riesenschritt, den er über Felder, Wiesen, Berge und Flüsse macht, eine passende Landschaftskarte von demjenigen Spieler haben. Erreicht man dabei eine Stadt, so darf man zur Belohnung die Goldmünze an sich nehmen.

Jetzt nur noch schnell den Spielplan in die Tischmitte gelegt. Jeder schnappt sich einen Zwerg plus farblich passenden Zwergenplan und alle einigen sich auf eine Stadt in der man seine Reise beginnen möchte. Die Goldmünzen werden gemischt und in jede Stadt wird eine Münze verdeckt gelegt, außer in die Stadt in der die Zwerge starten. Alle Karten werden gemischt und verdeckt  neben dem Spielplan bereit gelegt. Wer am Zug ist, kann zwischen zwei Möglichkeiten auswählen. Erstens „Karten ziehen“ und zweitens mit dem „Riese Rick auf Reise gehen“! Entscheidet man sich für ersteres, so zieht man vom Kartenstapel eine Karte.

Ist es eine Landschaftskarte, so legt man sie offen vor sich ab. Nun kann man sich entscheiden, eine weiter Karte zu ziehen oder aber aufzuhören. Wer sich entscheidet, Karten zu ziehen, kann in dieser Runde nicht mehr mit dem Riesen auf Reisen gehen. Sollte man beim Aufdecken der Karten eine braune Räuberkarte ziehen, so hat man Pech gehabt und man muss bis dahin alle gezogenen Karten an seinen rechten Nachbarn abgeben. Dieser sucht sich eine Karte heraus und gibt ebenfalls die Karten an seinen rechten Nachbarn weiter. Diese geht so lange, bis alle gezogenen Karten verteilt sind. Man selbst darf keine Karte nehmen. Sollte man aber vorher aufhören, darf man alle bis dahin gezogenen Landschaftskarten behalten. Die Räuberkarte wird anschließend unter den Kartenstapel zurück gelegt und Dein Spielzug ist beendet.

Bei der roten Räuberkarte geschieht zunächst das gleiche. Aber der Kartenstapel wird anschließend gemischt, nachdem man die Räuberkarte unter den Stapel gelegt hat. Es gibt noch eine Besonderheit. Sollte man am Anfang als erstes eine braune oder rote Räuberkarte ziehen, so darf man zwei beliebige Karten von seinen Mitspielern klauen. Dabei ist es egal, ob man von einem oder zwei Mitspielern die Karten zieht. Auf alle Fälle aber endet der eigene Spielzug sofort. Entscheidet man sich, mit dem Riesen Rick auf Reisen zu gehen, so übergibt man seine Karten seinem rechten Nachbar und man nimmt den Riesen Rick in die Hand. Man setzt jetzt einen Fuß von Rick in das Turmfenster der Stadt, in der sein eigener Zwerg steht und dreht ihn dann wie ein Zirkel im Kreis. Aber beachte, dass für jeden Schritt von Rick eine passende Landschaftskarte abgegeben werden muss. Sobald man einen Fuß von Rick aufgesetzt hat, darf man diesen Schritt nicht mehr rückgängig machen. Für den letzten Schritt in eine neue Stadt muss keine Karte mehr abgegeben werden. Er ist dort angekommen, wenn sein Fuß das Stadtfeld berührt. Die bis dahin verwendeten Landschaftskarten werden unter den Kartenstapel gelegt. Sollte man sich einmal verschätzten, so bleibt der Zwerg einfach in der Stadt stehen und man bekommt alle Karten wieder zurück. Nachdem ein Zwerg eine Stadt verlassen hat, wird sofort eine Neue Goldmünze aufgedeckt und in dieser Stadt platziert. Sind alle Münze aufgebraucht, so kann auch keine mehr nachgelegt werden. Zwerg Riese endet wen die letzte Goldmünze eingesammelt wurde. Es gewinnt der fleißigste Zwerg, der das meiste Gold gesammelt hat. Bei einem Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten Handkarten. Sollte auch hier ein Patt entstehen, so gibt es mehrere Gewinner von Zwerg Riese.

Es gibt noch die „Wolken-Spielvariante“ für erfahrene Spieler. Dabei wird die Wolke zu Spielbeginn auf ein beliebiges Landschaftsfeld platziert. Aber Sie darf niemals auf einer Stadt stehen. Beim Aufdecken einer Räuberkarte verliert der Spieler zwar alle Karten, darf aber dafür die Wolke auf dem Spielplan versetzen. Rick darf die Wolke beim Reisen nicht berühren und muss eventuell einen Umweg in Kauf nehmen.

Zwerg Riese ist wirklich ein tolles Kinderspiel. Das Material ist gut und auch die Grafik ist sehr schön. Das Spiel selber erfordert strategisches Vorausdenken. Denn man muß schon genau planen, mit welchen Landschaftskarten man welche Stadt erreichen kann. Und dabei aber natürlich auch noch schneller sein muß als die lieben Mitspieler. Desweiteren ist Feinmotorik gefragt. Denn Rick muß mit einer Zirkel Bewegung gedreht werden, damit er sich auch fortbewegen kann. Und dieses ist für manches Kind eine richtige Herausforderung. Durch die Wolkenvariante wird das Spiel für die Kinder noch mal etwas anspruchsvoller. Dadurch gewinnt das Spiel an Langzeitspaß erheblich dazu. Also ich kann Zwerg Riese nur empfehlen. Ein sehr schönes Kinderspiel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6 - 99
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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