Ghosts (Amigo Spiele)

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 02.04.2022
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Ghosts - Ausschnitt - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Freundlich lächelt das blaue Skelett auf dem Cover und lüpft seinen Zylinder zum Gruß. Dieser netten Einladung zu einer Partie Ghosts (Amigo Spiele) folgen wir gerne und landen so bei einem kurzweiligen Kartenspiel des Altmeisters Reiner Knizia. Den Titel gibt es im Handel derzeit für Preise ab ca. 5,89 Euro.

Wobei Ghosts strenggenommen ein Zombie ist, handelt es sich doch um das von den Toten auferstandene Spirits aus dem Jahr 2007. Kindern könnte das Spiel auch unter dem Namen Capt'n Sharky: Piraten-Rauferei bekannt sein.

Nun also sind Geister die handelnden Figuren auf den Karten und von denen gibt es sechs verschiedenfarbige Varianten mit ihren jeweiligen Symbolen . Die roten Geister tragen Schwerter, gelbe Geisterdamen halten Sektgläser, blaue sind modebewusst und tragen Hüte, schwarze hängen voller Spinnweben, die weißen sind - nun ja - knochig und bei den grünen spielen die Augäpfel verrückt. Jede Farbe wiederum präsentiert zwischen einem und drei Geistern auf der Karte mit entsprechend vielen Symbolen in den Kartenecken. Und dann gibt es noch sechs violette, geistlose Karten mit nebliger Landschaft.

Wie funktioniert eine Partie Ghosts?

Jede Spielerin startet nun mit fünf Handkarten und Furcht-Chips im Wert von drei Punkten und dann geht es los. Das Spielprinzip ist denkbar einfach.

  • Die Startspielerin spielt eine Karte aus der Hand offen in die Mitte und nennt laut die Zahl der dargestellten Geister/Symbole (hier auch Furcht-Stufe genannt).
  • Spielt die nächste Spielerin eine andersfarbige Karte auf die bereits liegende, erhöht sich der Wert der Furcht-Stufe um die Anzahl Geister auf der gerade abgelegten Karte. Auch sie sagt die neue Furcht-Stufe laut an und das Spiel geht im Uhrzeigersinn weiter.
  • Wird aber eine gleichfarbige Karte auf die bereits liegende gelegt, dann ändert sich dadurch die Furcht-Stufe nicht. Das heißt, die Ansage der Stufe bleibt gleich. Außerdem bewegt sich nun die Spielreihenfolge gegen den Uhrzeigersinn.
  • Spielt man eine Nebelkarte aus, ändern sich aufgrund der Abwesenheit von Geistern weder Furcht-Stufe noch Reihenfolge. Die Karte wird unter den Ablagestapel gelegt und die aktuelle Furcht-Stufe nochmal laut durchgesagt.
  • In jedem Fall wird am Ende des Zuges immer eine Karte nachgezogen.

Der gemeine Kniff ist, dass die Furcht-Stufe nie den Wert Sieben übersteigen darf. Man stößt also irgendwann auf das Dilemma, dass man keine Karte mehr spielen könnte, ohne diesen Wert zu überschreiten. Oder man möchte keine Karte ausspielen und lieber passen.

Beim Passen nimmt man den momentanen Ablagestapel zu sich und kassiert zur Strafe einen Furcht-Punkt. Dann darf man zum Trost die nächste Runde beginnen und spielt aus. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, werden noch alle Handkarten ausgespielt. Sobald eine Kontrahentin nicht mehr ablegen kann, ist der Durchgang zu Ende. Wer nach Ende des Durchgangs keinen Stapel vor sich liegen hat, der darf bis zu drei Furchtpunkte abgeben. Nach drei Durchgängen endet das Spiel und die Spielerin mit den wenigsten Furchtpunkten gewinnt.

Klein und oho - macht Ghosts Spaß?

Kartenspiel Ghosts - Ambiente-Foto - Foto von Amigo Spiele

Ghosts ist ein reines Ärgerspiel, das sehr von der Schadenfreude lebt, wenn man seine Gegnerin durch geschicktes Ausspielen der Karten an die tödliche Siebener-Grenze treibt. Nicht selten passiert es aber, dass diese gerade dann noch eine gleichfarbige Karte auf der Hand hat und der Todesstoß wie ein Bumerang zur Verursacherin zurückkehrt. Auf diese Weise kann ein munteres Hin- und Her beginnen, bis man unter dem hämischen Lachen der Gegnerinnen den Ablagestapel an sich nehmen muss. Das macht in der richtigen Runde sehr viel Spaß und dauert auch nicht allzu lange.

Man muss allerdings die Regeln konsequent beachten. Im Eifer des Gefechts ignoriert man ansonsten gerne mal die Änderung der Spielrichtung. Ein kleines Manko ist die Unterscheidbarkeit der schwarzen und weißen Geister. Beide Kartentypen sind in Schwarzweiß dargestellt, wobei bei den weißen Geistern die hellere Aura den Unterschied machen soll. Das ist aber auf die Schnelle und je nach Beleuchtung sehr schlecht erkennbar. Man muss sich dann mit den unterschiedlichen Symbolen (Spinnweben/Knochen) behelfen. Und natürlich gab es auch hier wieder Mitspielerinnen, die die grafische Gestaltung der Geister hässlich fanden. Ich finde sie durchaus schön und stimmungsvoll umgesetzt. Meine Empfehlung ist, Ghosts in größerer Runde zu spielen, zu zweit oder zu dritt funktioniert es aber natürlich auch.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2022
Spielkategorisierung
Fotos
Kartenspiel Ghosts - Ambiente-Foto - Foto von Amigo Spiele

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