Reich der Spiele

Inside Job

Inside Job - Ausschnitt - Foto von Kosmos

Ein fast kooperatives Stichspiel

Eine Horde von Agenten auf geheimer Mission. Und unter ihnen weilt ein Verräter, der versucht, das Unterfangen zu sabotieren und heimlich Informationen zu sammeln. Dabei schreckt er vor keinem noch so miesen Trick zurück. Wird es den Agenten dennoch gelingen, ihre Mission durchzuziehen?! Oder schafft es der Verräter, unerkannt sein Ziel zu erreichen? Oder werden gar die Agenten zum Schluss den Verräter entlarven? GONG! Mattel prä… ach ne, ist von Kosmos.

Bastard von einem Stichspiel

Na klar ist Tanner Simmons‘ Inside Job von Kosmos. Die haben ja schon mit dem Stichspiel Die Crew einen Geheimtipp auf der Spiel 2019 und damit ein Jahr später auch das Kennerspiel 2020 geschaffen. Definitiv hat das Ding damals irgendeinen Preis verdient. Und mit Mission Tiefsee hat man sogar einen würdigen Nachfolger gefunden, den viele besser als den Vorgänger finden. Warum nicht einfach 2022 den Erfolg mit einem weiteren Stichspiel wiederholen?

Und dann kommt Inside Job auch noch wie ein Bastard aus Die Crew, Tempel des Schreckens und Agent Undercover daher. Auch hier versuchen bis zu 5 Spieler, Aufgaben ähnlich wie bei Die Crew zu erfüllen. Und (mindestens) ein Spieler, dieses Unterfangen zu torpedieren. Und wenn es ihm gelingt, können seine Mitspieler ihn, den sogenannten „Insider“, am Ende des Spiels immerhin noch im Rahmen einer Abstimmung entlarven – was wiederum an Agent Undercover erinnert. Und das funktioniert? Ja, das funktioniert!

Inside Job - Material - Foto von Kosmos

Inside Job: banales Stichspiel mit verwanzten, schläfrigen Agentinnen

Dabei ist das Spielprinzip an sich recht banal. Grundlage ist ein klassisches Stichspiel: 4 Farben, Zahlenwerte von 1 bis 13, Bedienzwang (gilt nicht für den Insider). Und zusätzlich gibt es eine Trumpffarbe. Wer den Stich in einer Runde gewinnt, erhält einen Koffer.

Wichtiger als die Stiche an sich ist aber das Erfüllen der jeweiligen Rundenmissionen – zumindest für die Agenten. Missionen sind in der Art von „Die letzte Karte gewinnt den Stich“, „Alle in dieser Runde gespielten Karten haben die gleiche Farbe“ oder „Nur die Zahlen 7-13“.

Wie viele Runden gespielt werden und wie viele Missionen die Spieler erfüllen müssen, hängt von der Anzahl der Spieler ab. Bei vier Spielern erhält bspw. jeder Spieler zwölf Karten, mit denen man in zehn Runden sieben Missionen erfüllen muss. Zwei Karten bleiben somit bei jedem Spieler am Ende übrig. Aber nicht nur durch das Sabotieren von Missionen kann der Insider das Spiel (wohlmöglich) für sich entscheiden, sondern auch, indem er eine bestimmte Anzahl von Koffern erhält. Im Spiel zu viert sind dies bspw. fünf Koffer. Holt er diese fünf Koffer, hat er das Spiel direkt gewonnen. Sabotiert er erfolgreich die Missionen oder scheitern die Spieler auch ohne seine Mithilfe an den Missionen, kann er immer noch bei der finalen Abstimmung enttarnt werden.

Inside Job - Stichrunde - Foto von Kosmos

Hat man die Grundversion ausreichend gespielt, kann man noch mit verschärften Regeln spielen oder aber weitere Rollen hinzunehmen. Gerade die zusätzlichen Rollen packen noch einmal eine Schippe drauf. Da gibt es z. B. die „verwanzte Agentin“, deren Rolle für alle bekannt ist und die gewinnt, wenn die anderen Agenten gewinnen, aber sofort mit den Agenten verliert, wenn sie mehr als einen Koffer bekommt. Oder aber der „Lockvogel“, der gewinnt, wenn alle anderen verlieren. Oder die „Schläferagentin“, die mit den Agenten gewinnt, solange ihre Rollenkarte verdeckt ist, aber die Seiten wechselt, wenn ihre Rollenkarte aufgedeckt wird und dann gewinnt, wenn der Insider gewinnt.

Inside Job ist nichts für maulfaule Mönche mit Schweigegelübde

Das „fast kooperative Stichspiel mit Verräter“ macht Laune – wenn man denn den Dreh raus hat. Und mit Leuten spielt, die zum einen Stichspiele mögen, sich zum anderen aber auch bei Deduktionsspielen einbringen können. Denn ganz so einfach ist es zumindest für den Insider nicht, Missionen zu sabotieren oder genügend Koffer zu sammeln, ohne dabei aufzufallen. Manchmal ist die beste Taktik, wenig bis gar nichts zu machen und darauf zu spekulieren, dass die Gruppe sich in ihrer Paranoia selbst zerlegt. Oder aber vorsichtig Koffer zu sammeln, um dann zum Schluss, das Zepter nicht mehr aus der Hand zu geben und auch die letzten Stiche zu gewinnen. Und somit ausreichend Koffer zu holen.

Stichspiel Inside Job - Foto von Kosmos

Was es dabei aber unbedingt braucht, ist eine redselige Truppe, die nicht nur bei einer Abstimmung, sondern auch schon während des Spiels auf jede Abweichung anspringt und andere des Verrats verdächtig. Mit maulfaulen Mönchen mit Schweigelübde bleibt der Spielspaß dann doch mächtig auf der Strecke. Hat die Gruppe aber Feuer gefangen und ist bereit für die totale Eskalation, packt man noch weitere Rollen hinzu und pöbelt sich um den Verstand oder die eine oder andere Freundschaft. Dann hat Inside Job sogar das Zeug, durch zahlreiche Runden einen ganzen Spieleabend zu bestimmen.

Infos zu Inside Job

  • Titel: Inside Job
  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Tanner Simmons
  • Spieleranzahl (von bis): 2-5
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 10
  • Jahrgang: 2022
  • Video:
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