Das Magische Labyrinth

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 31.05.2009
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Labyrinthe faszinieren die Menschen seit jeher. In den letzten Jahren haben sich Labyrinthe als Einnahmequelle findiger Bauern erwiesen, die auf ihrem Acker mit Mais- oder Bambusirrgärten die Eltern mit Kindern magisch und magnetisch anziehen. Vielleicht war so ein Irrgarten auch die Inspirationsquelle für Das magische Labyrinth.

Da ein Labyrinth recht spannungslos ist, wenn man es sehen kann, hat der Spieleautormagier Dirk Baumann es unsichtbar gemacht. Natürlich ist es ein Trick, der aber entgegen der üblichen Zauberbräuche verraten werden darf. In einer Schablone werden Holzwände gesteckt, dieses Gebilde kommt in die Spielekartonunterseite. Darüber kommt das Spielbrett. Die magnetischen Figuren werden auf dem Spielplan in eine Ecke gestellt, eine Metallkugel wird durch eine Öffnung in der Ecke, unter dem Plan, an dem Zauberpöppel befestigt. Vergleichen kann man es mit magnetischen Namensschildern oder magnetischen Fliegen, die auf einem Blatt Papier geführt werden. Gesucht werden Zaubersymbole. Ein Chip wird auf dem Plan auf das entsprechende Symbol abgelegt. Ein Würfel gibt dem jeweiligen Spieler vor, wie weit er maximal mit seiner Nachwuchszauberfigur ziehen darf. Tja, und dann latscht man los. Im Idealfall passiert nichts. In den ersten Runden wird sich mit dem „Versuch-und-Irrtum“-Prinzip vorangetastet. Wer mit seiner Figur gegen eine unterirdische Mauer läuft, streift die unten haftende Kugel ab. Zurück zum Start und in der nächsten Runde einen neuen Versuch wagen. So entsteht im Laufe des Spiels, im Kopf, der Plan des Labyrinths. Manche Kinder erleben auf diese Weise erste - verblüffende - Erfahrungen mit Magneten. Wer seine Figur auf einen Chip zum Stehen bringt, darf ihn behalten und ein neuer wird nachgezogen. Wer fünf Symbole vor sich liegen hat, gewinnt.

Was so locker flockig klingt, ist in Wirklichkeit eine Herausforderung des Gedächtnisses. Wie sonst ist zu erklären, das man unter Umständen immer gegen dieselbe Mauer stößt, sich man beim Rollen der Kugel zur einer der vier Öffnung hin, diese Mauer einprägt, um die Stelle dann sofort wieder zu vergessen. Für einige Spieler eine Frusttoleranzgrenzerfahrung. Trotzdem verführt Das magische Labyrinth zum Weiterspielen und zwar generationsübergreifend. Egal, ob Kinder oder Erwachsene unter sich spielen oder im Familienverband zusammensitzen, dieses Kinderspiel prickelt an. Wobei die Wände entsprechend den wachsenden Fertigkeiten gesetzt werden können. Dazu kommt eine äußerst liebevolle - typisch Drei Magier Spiele - Aufmachung des Spiels. Inklusive einer gut zu lesenden Regel, die fast mehr ein Bilderbuch ist. Kinderspielerherz, was willst du mehr?

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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