Antarctica

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 06.05.2016
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Antarctica Spielaufbau - Foto von Argentum
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bei Antarctica von Charles Chevallier (Argentum Verlag) geht es darum, mit bis zu vier Spielern gegeneinander anzutreten, indem man mit Wissenschaftlern in der Antarktis forscht und dabei für den Bau von Schiffen, Forschungsstationen und anderen Spezialgebäuden Siegpunkte erhält.

Wie wird Antarctica gespielt?

Dazu stehen den Spielern zu Beginn des Spiels je nach Spieleranzahl zwei oder drei Forschungsschiffe zur Verfügung, mit denen sie die unterschiedlichen Gebiete auf dem Spielplan ansteuern können. Dabei sind die Spieler nicht unbedingt abwechselnd an der Reihe. Der nächste Spieler wird vielmehr durch den Stand der Sonne ermittelt, die um den Spielplan kreist (wie es sich für die Südhalbkugel gehört natürlich gegen den Uhrzeigersinn) und dabei immer ein Schiff in dem Quadranten aus dem Polareis befreit, in dem sie sich gerade befindet. Je nachdem in welchen Quadranten ich mein Schiff also bewege, wenn ich meinen Zug ausführe, kann ich damit auch etwas beeinflussen, wann ich wieder an die Reihe komme. In dem Zielgebiet, das man angesteuert hat, können nun ggf. unterschiedliche Gebäude oder neue Forschungsschiffe gebaut werden, neue Forscher angeheuert werden, und es kann auch an unterschiedlichen Themen geforscht werden. Siegpunkte gibt es schlussendlich in unterschiedlichen Kategorien: In der Gebietswertung geht es darum, in einem Quadranten die meisten Forscher stationiert zu haben, und die Forschungswertung gibt Siegunkte für Forschungen. Auch für den Bau von Gebäuden wird man in der Abschlusswertung belohnt. Dabei gilt immer: Derjenige mit der Mehrheit bekommt nicht feste Siegpunkte, sondern eine Siegpunktezahl, die sich aus der Anzahl der jeweiligen Spielsteine aller Spieler ergibt. Dadurch wird der beste Spieler in dem jeweiligen Gebiet verhältnismäßig extrem belohnt.

Wie gut ist das Brettspiel Antarctica?

Das Spielmaterial und der Spielplan sind ordentlich und ansprechend gestaltet, und die Anleitung ist leicht verständlich und schafft es, auch etwas komplexere Sachverhalte wie z. B. die Gebäudeerrichtung oder die Schlusswertung gut zu erklären, sodass es zu keinen Missverständnissen kam. Bei Antarctica sind besonders hervorzuheben der clevere Spielzugmechanismus, der zusätzliche taktische Möglichkeiten erschließt, sowie die Gebietswertung. Dadurch, dass sich die jeweilige Punktzahl aus der Gesamtzahl der beteiligten Spielsteine aller Spieler ergibt, werden die Spieler dazu ermutigt, sich in das Getümmel besonders umkämpfter Gebiete zu stürzen, um auch noch ein Stückchen vom Kuchen (von der Antarktis) abzubekommen. Diese Interaktion macht das Brettspiel interessanter.

Jetzt müsste man ja denken: Super Spiel! ... ist es grundsätzlich auch. In die Hall of Fame meiner Lieblingsspiele schafft es Antarctica aber dennoch nicht und ich kann noch nicht einmal sagen, woran es genau liegt. Vielleicht daran, dass die unterschiedlichen Aktionen, die man in dem Spiel durchführen kann, nicht so 100-prozentig zusammenzupassen scheinen oder daran, dass man am Ende des Spiels nicht so genau weiß, aufgrund welcher Taktik ein Spieler nun eigentlich besser war als die anderen und gewonnen hat. Nichtsdestotrotz ist Antarctica ein gutes Spiel mit Interaktion, das sowohl mit zwei als auch mit drei oder vier Spielern nicht langweilig ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45-90
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Fotos
Antarctica Spieleschachtel - Foto von Argentum
Antarctica Spielmaterial - Foto von Argentum
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