Chickwood Forest

eine Spielerezension von Armando Schmidt - 27.02.2018
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Spieleschachtel Chickwood Forest - Foto von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Als Robin Hahn die reichen Schlösser ausrauben, danach die Beute an die Armen in den umliegenden Dörfern verteilen und als Held in die Geschichte eingehen. Das hört sich doch gut an! Jedoch braucht es auch noch das Quäntchen Glück, um bei den Beutezügen nicht leer auszugehen. Darum geht es bei Chickwood Forest von Matt Loomis (Zoch Verlag).

So wird Chickwood Forest gespielt

Das Spielprinzip ist recht einfach. Je nach Spielerzahl werden bis zu sechs Schlösser in der Tischmitte ausgelegt. Je nach Vorgabe der Schlösser, legen die Spieler ihre Handkarten, die so genannten Beutekarten, offen oder auch verdeckt an die Schlösser an. Witzigerweise enthalten diese Beutekarten neben den Schatzkarten auch noch ganz andere Sachen. Man findet Attrappen, die edlen Damen genannt Maid Maihenn und verschiedene Wohltäter, welche direkt Almosen (Siepunkte) an die Armen in den Dörfern verteilen. Achtung - auch die Schergen des Sheriffs, welche am Ende Minuspunkte bringen, haben sich daruntergemischt. Sind alle Handkarten angelegt, nimmt sich jeder Spieler eines der Schlösser mit den angelegten Karten und rechnet seine Beute ab. Die Schlösser haben aufsteigende Werte, die am Ende ebenfalls Siegpunkte bringen. Jedoch regeln diese Werte auch die Startreihenfolge in der nächsten Runde. Je höher der Wert eines Schlosses ist, welches man ausgeraubt hat, desto später ist man in der nächsten Runde am Zug. Dies ist so auch ganz gut gelöst und passt auch prima zur Spielatmosphäre.

Beutekarten machen de Spielreizt aus

Der eigentliche Reiz des Spieles liegt jedoch an dem offenen und verdeckten Ablegen der Beutekarten an die Schlösser. So kann man zum Beispiel zuerst eine Beutekarte an ein Schloss offen anlegen, um dieses den Mitspieler schmackhaft zu machen. Ist man dann wieder an der Reihe, legt man einen der Schergen des Sheriffs verdeckt ab. Wehe dem, der dann das Schloss plündert und auf einen oder, wenn andere die gleiche Idee hatten, auf mehrere Schergen trifft. Natürlich geht der Bluff auch anders herum. Zuerst offen ein Scherge um das Schloss uninteressant zu machen und dann verdeckt fette Beute ablegen, um beim Verteilen der Schlösser dieses dann selber zu plündern.

Nachdem jeder seine Handkarten abgelegt hat, werden neue Schlösser und Handkarten verteilt und sobald der Nachziehstapel aufgebraucht wurde, geht es zur Schlussabrechnung. Schatztruhen geben Punkte, immer die Anzahl einer Sorte mit sich selbst multipliziert. Andere Truhen die nicht zur Sorte gehören bringen Minuspunkte. Gewänder und Schmuckstücke sind als Beute auch immer gern gesehen. Die Wohltäter verteilen die Siegpunkte direkt in den Dörfern. Auch die edle Dame Maid Maihenn ist bei Robin Hahn immer willkommen, wer kann dieser Dame mit den Extrapunkten schon widerstehen. Anders sieht es mit den Attrappen aus. Diese vermindern die fette Beute genauso wie die Schergen des Sheriffs, welche mit fetten Minuspunkten das angesammelte Siegpunktekonto ganz schnell schrumpfen lassen.

Chickwood Forest - ein tierisch gutes Familienspiel?

Die Anleitung erklärt dies auch alles recht gut, sie ist zweckmässig und mit genügend Beispielen versehen. Jedoch ist die ganze Punkte-Abrechnung am Ende dann doch etwas mühsam wie auch zeitaufwendig. Dies hat man bei Zoch vermutlich auch gemerkt, drum kann sich jeder auf der Zoch Homepage eine Kopiervolage für die Endabrechnung herunterladen.

Als Fazit ist Chickwood Forest ein einfaches Karten-Anlegespiel. Immer gut für ein schnelles Spiel zwischendurch, jedoch in Verbindung mit einer etwas längere Punkte-Abrechnung, um am Ende den Sieger zu kören. Die Aufmachung ist wirklich schön anzusehen und macht auch direkt Lust, gleich mal loszulegen. Das Ganze ist ab zwei Spielern zu bewerkstelligen, macht aber bei vier oder fünf Spielern deutlich mehr Laune. Natürlich wird es bei mehr Spielern auch sehr glückslastig und fast unplanbar. Drum, nicht so viel überlegen, da man ja nie wissen kann, was die Gegner alles so verdeckt abgelegt haben. Einfach mal darauf einlassen und so kann es unter Umständen bei diesem Familienspiel auch zu ganz lustigen Bluffrunden kommen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Fotos
Spielaufbau Chickwood Forest - Foto von Zoch Verlag
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