City Of Rome

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 01.12.2019
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City Of Rome - Ausschnitt - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Auf der Spiel-Messe in Essen 2018 war in den Umfragen der Zeitschrift Fairplay immer wieder City of Rome von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert auf den vorderen Plätzen zu finden. Dadurch neugierig geworden, wollte ich mir das Spiel von Abacusspiele ein wenig genauer ansehen und herausfinden, ob diese Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren oder aber, ob sich das Spiel nach ein paar gespielten Partien in den immer größer werdenden Kreis der Durchschnittsspiele verabschieden würde.

Die bis zu vier Spieler verkörpern Baumeister der Antike und müssen einen Stadtplan für den Wiederaufbau Roms entwerfen. Dieser wird auf einem 4x4 Karten Raster abgebildet. Durch geschickte Planung sollen möglichst ideale Zuordnungen der Gebäude untereinander hergestellt werden, um letztendlich den wertvollsten Stadtentwurf zu erhalten. Am Ende des Spiels gewinnt derjenige Spieler, der mit seinem Entwurf die meisten Siegpunkte erzielen konnte.

City Of Rome: Wie läuft die Partie ab?

City Of Rome - Material - Foto von Abacusspiele

City of Rome läuft immer über 14 Runden wobei eine Runde in jeweils drei Phasen gegliedert ist: Vorbereitungsphase, Setzphase und Aktionsphase. Jeder der Spieler startet mit einem Wohn und einem Produktionsgebäude, ein paar Münzen und einem Gebäude der Stufe 2, welches er per Drafting-Mechanismus erhalten hat, ins Spiel. Die Gebäudekarten werden nach ihrer Nummerierung auf der Rückseite zu einzelnen Stapeln sortiert. Entsprechend der Anzahl an Mitspielern wird eine Anzahl dieser Stapel verwendet.

In der Vorbereitungsphase wird einer von sechs doppelseitigen Aktionsstreifen bereit gelegt. Auf diesen finden sich immer fünf Felder, welche, allerdings immer in unterschiedlicher Anordnung, drei Bau- und zwei Produktionssymbole zeigen. Außerdem wird von jedem Gebäudestapel eine Karte aufgedeckt. In der nun folgenden Setzphase belegen die Spieler nacheinander eines der Felder auf dem Aktionsstreifen. So wird gleichzeitig die Reihenfolge für die anschließende Aktionsphase festgelegt. In dieser wählen sich die Spieler in Reihenfolge eine der offen ausliegenden Gebäudekarten aus und können anschließend eine Bau- und eine Produktionsaktion ausführen. Dafür werden jedoch entsprechende Aktionspunkte benötigt. Diese finden sich in erster Linie auf den Aktionsstreifen. Je weiter hinten auf dem Streifen der Spieler steht, umso mehr Aktionspunkte hat er zur Verfügung. Zusätzlich kann er sich fehlende Bau- oder Produktionspunkte mit Geld kaufen. Nun kann er eines seiner beiden Gebäude bauen, indem er die notwendigen Baupunkte abgibt und zudem noch alle Produktionsgebäude in der Stadt produzieren lassen, indem er zwei Produktionspunkte abgibt. Danach ist der nächste Spieler am Zug, bis alle Spieler ihre Aktionen ausgeführt haben und die nächste Runde beginnen kann.

City Of Rome - Plättchenauslage - Foto von Abacusspiele

In bestimmten Abständen kommt es noch zu einer Einflusswertung. Diese findet statt, wenn eine der Einflusskarten aufgedeckt wird, welche zu Spielbeginn nach einem vorgegebenen Schema in einem Gebäudestapel platziert wurden. Derjenige Spieler, der zu diesem Zeitpunkt die meisten Einflussmarker vorweisen kann, erhält die Punktekarte, muss allerdings seine Einflussmarker komplett abgeben.

Nach 14 Runden erhalten die Spieler Siegpunkte für die Gebäude und ihre Anordnung in der jeweiligen Stadt. Wohngebiete sind mehr wert, je mehr Wohnhäuser darin stehen und je mehr unterschiedliche öffentliche Gebäude daran angrenzen. Bei Aquädukten zählt die bloße Anzahl und Tempel werden individuell gewertet. Zudem bringen Geld, Einflussmarker und die erhaltenen und weiter oben erwähnten Einflusskarten zusätzliche Siegpunkte.

Lohnt sich City Of Rome?

City of Rome bedient sich eines recht einfachen, aber trotzdem trickreichen Einsetz-Mechanismus. Positioniere ich mich vorn auf dem Aktionsstreifen, so bin ich zwar zeitig an der Reihe und kann mir eine gute Gebäudekarte aus der Auslage sichern. Gleichzeitig habe ich dann aber auch nur wenige Aktionspunkte zur Verfügung, um zu bauen und zu produzieren. Das genaue Gegenteil trifft zu, wenn ich mich weiter hinten auf dem Aktionsstreifen platziere. Letztendlich kommt es im Spiel darauf an, einen guten Rhythmus zu finden, sich ein gutes Gebäude zu sichern und gleichzeitig ein billiges zu bauen und in der nächsten Runde das genaue Gegenteil zu tun. Das Positionieren der Gebäude im eigenen Raster ist nicht so leicht, wie man denkt. Mit dem Blick auf die Punkteregeln ist eine vorausschauende Planung, aber gleichzeitig auch ein glückliches Händchen nötig, denn in den meisten Fällen werden nicht unbedingt die benötigten Gebäude aufgedeckt. Der spielmechanische Teil von City of Rome ist gut aufbereitet und teilweise sogar recht spannend. Leider beschränkt sich die Interaktion im Spiel aber auf das Einsetzen auf dem Aktionsstreifen.

City Of Rome - Schachtel - Foto von Abacusspiele

Das große Problem dieses Spiel ist hingegen seine Gestaltung und Präsentation. Kann das Schachtelcover noch eine gewisse Neugier auf das Spiel entfachen, so verfliegt diese bei der Betrachtung der Grafik des Spielmaterials ganz schnell. Hart zusammengefasst: Potthässlich. Man mag nicht glauben, dass in der heutigen Zeit, in der sich die Illustratoren gegenseitig mit ihren Werken überbieten noch so ein Murks, der optisch an Pixel-Grafiken der MS-DOS Zeit erinnert, produziert und vom Redakteur abgenickt wird. Von römischer Atmosphäre weit und breit keine Spur und ob Rom je in ein 4x4-Feld-Raster gepasst hätte, sei zudem noch dahingestellt. Hier hätte es durchaus eine Nummer kleiner sein können. Das gilt auch für das Material, welches problemlos in einer halb so großen Schachtel Platz gefunden hätte. Ob hier schon im Vorfeld auf eventuelle Erweiterungen und Ausbausätze spekuliert wurde? Abacusspiele stellt sich bei diesem Spiel leider mit der grafischen Gestaltung und der Präsentation völlig unnötig selbst ein Bein.

Insofern kann ich City of Rome nicht wirklich empfehlen. Spielmechanisch ganz ok, jedoch mit einer grottigen Grafik versehen gibt es leider einige Städebau- bzw. Lege-Spiele, die den interessierten Spielern ein insgesamt harmonischeres Gesamtpaket aus Mechanik, Zugänglichkeit und Grafik anbieten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Fotos
City Of Rome - Plättchenauslage - Foto von Abacusspiele
City Of Rome - Material - Foto von Abacusspiele
City Of Rome - Schachtel - Foto von Abacusspiele
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